# taz.de -- Neuer Baustandard: Regierung bringt einfachere Norm auf den Weg
       
       > Das Ziel ist, günstiger zu bauen: Die Koalition verbindet große
       > Erwartungen mit einem neuen Gebäudetyp. Über den Entwurf wurde lange
       > gestritten.
       
 (IMG) Bild: Kann es hier auch einfach zugehen? Baustelle für ein Mehrfamilienhaus in Frankfurt an der Oder
       
       rtr | Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf für einfacheres und
       günstigeres Bauen vorgelegt. Durch eine Änderung des Bauvertragsrechts soll
       [1][unter Verzicht auf bestimmte Komfortstandards] so auch schneller gebaut
       werden können, wie aus einem Entwurf des Justizministeriums (BMJV) zum
       sogenannten Gebäudetyp E hervorgeht, der Reuters am Montagmorgen vorlag.
       Erfahrungen aus Pilotprojekten zufolge können die ‌Baukosten dadurch um 10
       bis 15 Prozent gesenkt werden.
       
       Die Neuregelung sieht eine freiwillige Option vor. Nur wenn die Parteien
       eines Bauprojekts den neuen „Gebäudetyp E-Basisstandard“ ausdrücklich
       vereinbaren, gelten die vereinfachten Regeln. Andernfalls bleibt es bei den
       bisherigen, höheren Standards. An zwingenden staatlichen Vorgaben etwa zu
       Brandschutz, Statik oder Belichtung ändert das Gesetz nichts.
       
       „Bauen in Deutschland muss einfacher und günstiger werden. Denn wir
       brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum“, erklärte Bundesjustizministerin
       Stefanie Hubig (SPD). „Mit dem Gebäudetyp-E-Gesetz ebnen ‌wir dafür den
       Weg.“ Bauministerin Verena Hubertz (SPD) sagte: „Jeder Euro, den wir nicht
       in überflüssige Standards stecken, ist ein Euro für mehr bezahlbaren
       Wohnraum. So wird Bauen ⁠günstiger und bleibt rechtssicher.“
       
       Dem Entwurf waren monatelange Abstimmungen innerhalb der Regierung
       vorausgegangen. Ursprünglich hatten Justiz- und Bauministerium bereits im
       November 2025 ein gemeinsames Eckpunktepapier vorgelegt. Die Verbände der
       Bau- ‌und Immobilienwirtschaft sowie ‌mehrere Bundesländer hatten die
       Regierung zuletzt wiederholt zu ⁠mehr Tempo bei dem Vorhaben gedrängt.
       
       Bislang scheitert das Bauen nach einem günstigeren Standard oft an
       rechtlichen Unsicherheiten, da ‌Bauunternehmen bei Abweichungen von
       etablierten Normen ‌Rechtsstreitigkeiten fürchten. Der Gesetzentwurf wird
       nun an die Länder und die Verbände versandt, die bis zum 13. November 2026
       Stellung ‌nehmen können.
       
       26 Oct 2026
       
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