# taz.de -- Ebola in Afrika: Noch keine Entwarnung
       
       > Experten stellen bei den Ansteckungsraten mit dem Virus einen leichten
       > Abwärtstrend fest. Wie nachhaltig dieser ist, wird sich erst noch zeigen.
       
 (IMG) Bild: Gesundheitskontrollen am Flughafen von Lagos, nachdem eine Frau nach ihrer Rückkehr aus Uganda an Ebola erkrankt ist
       
       Vorsichtig optimistisch: so zeigte sich Wessam Mankoula von der
       afrikanischen Seuchenkontrollbehörde (Africa CDC) am Donnerstag, beim
       wöchentlichen Pressebriefing zur Ebola-Viruserkrankung. „Wir sehen einen
       leichten Abwärtstrend bei den Ansteckungsraten“, erklärte Mankoula. „Es
       muss sich aber noch zeigen, ob es sich wirklich um einen nachhaltigen
       Rückgang handelt“, warnte der Ebola-Experte.
       
       Nach wie vor breitet sich das hochansteckende Virus weiter aus. Zuletzt
       wurde am vergangenen Dienstag auch ein Fall in Nigeria bekannt, womit nun
       vier afrikanische Länder von dem tödlichen Virus betroffen sind. Die
       Patientin hatte sich vermutlich während einer Reise in Uganda mit der
       Krankheit angesteckt und erst nach ihrer Rückkehr Symptome entwickelt.
       
       Rund 44 Kontaktpersonen befinden sich mittlerweile in Quarantäne, während
       die Identifizierung von möglichen weiteren Kontaktpersonen auf Hochtouren
       läuft und Nigeria in Alarmbereitschaft versetzt. Der Fall zeige, wie
       wichtig Vorbereitung und konsequente Gesundheitsscreenings an Grenzen
       seien, so Mankoula.
       
       Uganda hatte im Zuge des Ebola-Ausbruchs 20 Fälle zu verzeichnen, die
       größtenteils [1][aus dem benachbarten Kongo] eingeschleppt worden waren. Im
       August erklärte die Weltgesundheitsorganisation das Land für Ebola-frei.
       Seither ist jedoch der Fall in Nigeria bekannt geworden. Auch Kenia meldete
       kurz davor seinen ersten Ebola-Toten, die betroffene Person hatte sich
       zuvor in Uganda aufgehalten.
       
       ## Epizentrum der Krankheit
       
       Wo sich die in Nigeria erkrankte Person infiziert hat, ist noch unklar.
       Eine bestätigte Reise [2][in die Demokratische Republik Kongo] habe es
       nicht gegeben, so Wessam Mankoula. Beide Personen hätten Uganda jedoch am
       3. Oktober verlassen. Es sei daher denkbar, dass sie sich am Flughafen
       begegnet seien und es dort zu einer Ansteckung gekommen sei.
       
       Die Ermittlungen dazu dauerten an, so der Seuchenexperte. Er warnte vor
       voreiligen Schlüssen. Damit steigt die Zahl der Infizierten seit Entdeckung
       der Krankheit Mitte Mai auf insgesamt 9.735 Fälle. Bislang sind laut Africa
       CDC in den vier afrikanischen Ländern, die Fälle gemeldet haben, etwa 4.690
       Menschen an den Folgen des Ausbruchs gestorben – angefangen mit der
       Demokratischen Republik Kongo. Sie ist mit insgesamt 4.687 Ebola-Toten
       weiterhin das Epizentrum der Krankheit.
       
       Insgesamt sind 66 Gesundheitszonen betroffen. Die gute Nachricht ist: 15
       davon haben in den vergangenen 21 Tagen keine neuen Fälle gemeldet. Vor
       allem in den Regionen Bunia und Mongbwalu – dort, wo das Virus zuerst
       entdeckt wurde – sowie Katwa und Butembo sind Rückgänge zu verzeichnen.
       
       ## Sicherheitslage als Problem
       
       Angesichts anhaltender Sicherheitsprobleme, Streiks und Widerstand in der
       Bevölkerung bei der Behandlung und Rückverfolgung seien die Zahlen jedoch
       mit Vorsicht zu interpretieren, warnte Mankoula. Am schwersten betroffen
       sind nach wie vor die kriegs- und krisengeschüttelten Provinzen Ituri und
       Nord-Kivu, mit 94,7 Prozent der Fälle.
       
       Neben der Sicherheitslage, die es schwer macht, Kontaktpersonen
       nachzuverfolgen, kommt es bei etwa 70 Prozent der bestätigten Fälle zu
       Meldeverzögerungen. Durchschnittlich vier Tage warteten Patienten nach
       Auftreten erster Symptome bis zur Meldung in einem Gesundheitszentrum. Bei
       10 Prozent der Fälle dauere es elf oder gar mehr Tage.
       
       „Anders als bei Covid sind Ebola-Patienten erst ansteckend, wenn sie aktiv
       Symptome entwickelt haben“, sagte Mankoula. Um die Ausbreitung einzudämmen,
       sei es notwendig, dass Patienten nicht länger als zwei Tage nach dem
       Auftreten erster Krankheitssymptome Hilfe suchten, um eine schnellere
       Diagnose zu ermöglichen. Nach wie vor gibt es weder einen zugelassenen
       Impfstoff noch ein Medikament, doch Testungen laufen.
       
       23 Oct 2026
       
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       ## AUTOREN
       
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