# taz.de -- Mauerbild „Hands“ wird konserviert: In professionellen Händen
       
       > Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die
       > Konservierungsarbeiten am Mauerwandbild „Hands“. Es ist das letzte
       > Original der East Side Gallery.
       
 (IMG) Bild: Hebt sich von den anderen Kunstwerken ab: „Hands“ ist das einzige noch erhaltene Originalbild der Erstbemalung der Mauer von 1990
       
       Was für ein Auflauf. Die [1][East Side Gallery] an der Mühlenstraße kurz
       vor der Spree in Friedrichshain zieht immer noch viele Menschen an.
       Jährlich lockt sie laut [2][Stiftung Berliner Mauer] etwa vier Millionen
       Besucher:innen an. Auf einer Länge von gut 1,3 Kilometer erstreckt sich
       die wohl größte Open-Air-Galerie der Welt. Im Sommer 1990, nur ein paar
       Monate nach Mauerfall, gestalteten 118 Künstler:innen aus 21 Ländern die
       rund 1.000 Betonsegmente, die einst Ost- von Westberlin trennten.
       
       Die Kunstwerke, auf porösen DDR-Beton gemalt und gesprayt, waren alles
       andere als von Dauer. Sie wurden im Laufe der Jahrzehnte bei
       Restaurierungen ganz oder teilweise neu ausgeführt. Keins der meist
       kunterbunten Wandbilder ist hier noch im Originalzustand. So gesehen, wird
       hier eine Mogelpackung besichtigt.
       
       An diesem sonnigen Nachmittag Mitte Oktober bilden sich vor allem vor den
       bekannten Bildern Trauben von fotografierenden und posierenden, jungen wie
       alten Leuten aus aller Welt. Vor dem [3][„Bruderkuss“] zum Beispiel. Das
       [4][Bild von Dmitri Wladimirowitsch Wrubel] zeigt den zu sozialistischen
       Zeiten üblichen Bruderkuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker.
       Der Künstler hatte das Wandbild von 1990 im Zuge der Sanierung im Jahr 2009
       entfernt und neu geschaffen. In satten Farben präsentiert es sich in einem
       guten Zustand.
       
       Das kann man vom [5][Wandbild „Hands“] nicht behaupten. Dabei ist das eher
       kleine Kunstwerk der heimliche Star der East Side Gallery: Es handelt es
       sich um das letzte originale Zeitzeugnis der Bemalung von 1990, das
       erhalten geblieben ist und lediglich konservatorisch überarbeitet – also
       nie neu aufgemalt – wurde. Schade, dass das hier vor Ort scheinbar niemand
       weiß. Das Bild wird vor Ort von den Leuten übersehen. Es kann nicht
       konkurrieren mit dem Bild links daneben, noch so ein Hit der East Side
       Gallery: [6][der Trabant, der die himmelblaue Mauer] durchbricht.
       
       ## Überall lösen sich Teile der Farbschichten ab
       
       Das Kunstwerk „Hands“ von Margaret Hunter und Peter Russell zeigt
       hochgestreckte Hände und ist in einem – es lässt sich nicht anders
       formulieren – erbärmlichen Zustand. Die Farbpigmente sind verblasst.
       Überall lösen sich kleine Teile der Farbschichten ab. Maßnahmen zur
       Sicherung des Wandbildes sind dringend notwendig.
       
       Die gute Botschaft: „Die restauratorischen Arbeiten laufen bereits“, heißt
       es aus der Presseabteilung der Stiftung Berliner Mauer. „Im Moment geht es
       vor allem darum, lose Farbschollen zu fixieren und zu reinigen. Die
       Restauratoren arbeiten wetterabhängig, aber kontinuierlich. Es wird getan,
       was möglich ist, um das Bild möglichst lange zu erhalten“, zudem würde die
       bestmögliche Methode der Erhaltung geprüft.
       
       Solche Arbeiten kosten eine Menge. Ein Segen, dass die [7][Deutsche
       Stiftung Denkmalschutz] (DSD) die Stiftung Berliner Mauer bei der
       Konservierung des Mauerbilds „Hands“ mit einer Spende von 13.300 Euro
       unterstützt. Die East Side Gallery gehört zu den mehr als 250 Denkmalen,
       die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der
       Mittel der Lotterie „GlücksSpirale“ bisher allein in Berlin fördern konnte.
       
       Die Fördersumme fließt auch in andere Arbeiten und wird bei der
       „Entwicklung von Leitlinien“ zur Sicherung von erhaltenen Resten der
       Berliner Mauer aus der ersten Ausbaustufe von 1961 eingesetzt. Solche
       Zeugnisse der frühen Grenzanlagen haben sich nur an wenigen Orten Berlins
       erhalten.
       
       Die betroffenen Mauerteile sind derzeit für Besucher kaum als historische
       Relikte erkennbar. Und auch dazu laufen unweit des Wandgemäldes „Hands“
       bereits restauratorische Arbeiten, insbesondere durch das Anlegen von
       sogenannten Musterflächen, an denen ein Restaurator Methoden zur
       Beseitigung von Graffiti und zum Schutz vor neuen Graffiti erproben und
       daraus Leitlinien ableiten wird. Mit dem Ziel, Reste dieser ersten
       Ausbaustufe der Mauer behutsam freilegen, dokumentieren, erhalten und
       dauerhaft bewahren zu können.
       
       25 Oct 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Hergeth
       
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