# taz.de -- Verhandlungen über IPCC-Bericht: Blockade im Weltklimarat
> Einige Länder verlangen mehr Zeit für den nächsten
> IPCC-Sachstandsbericht. Damit droht die gemeinsame Grundlage für
> UN-Klimagipfel verloren zu gehen.
(IMG) Bild: Warten bis ganz und gar alles verdörrt ist, weil der Weltklimarat blockiert
Wenige Wochen vor der nächsten UN-Klimakonferenz steckt das größte
wissenschaftliche Klimagremium, der Weltklimarat (IPCC), in einer Krise.
IPCC-Chef Jim Skea blieb am Montag nur, an Vernunft und
Kompromissbereitschaft zu appellieren: Es sei „entscheidend“, einen Konsens
zu finden, sagte er. Zeitplan und Budget für die weitere Arbeit stehen
infrage.
Der IPCC ist eine zwischenstaatliche Institution, die regelmäßig den Stand
der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel für politische
Entscheidungsträger zusammenfasst. An diesen Sachstandsberichten sind
mehrere Hundert Autor:innen beteiligt, die Zehntausende Studien
auswerten. Die IPCC-Berichte machen immer wieder die Dringlichkeit
klimapolitischer Maßnahmen deutlich. Von dem nächsten wird erwartet, dass
er [1][wegen des klimapolitischen Rollbacks] zu besonders alarmierenden
Ergebnissen kommt.
Am Freitag waren Gespräche in Addis Abeba über diesen Sachstandsbericht
gescheitert, der nach dem Willen der Mehrheit der 195 Mitgliedstaaten zum
UN-Klimagipfel 2028 vorliegen soll. Eine Gruppe von Staaten, zu denen
Saudi-Arabien, Indien, China und Russland gehören, erklärte aber, es
brauche mehr Zeit, um Erkenntnisse und Daten aus Entwicklungsländern
einzuarbeiten. Sie will die Veröffentlichung auf 2029 verschieben.
Die Staaten dieser Gruppe [2][setzen stark auf fossile Energien] und sind
auch auf den UN-Gipfeln als Blockierer aufgefallen. In Addis Abeba
verzögerten sie nun so lange, dass weder ein Zeitplan noch ein Finanzrahmen
beschlossen werden konnte, weil Delegationen vor allem kleinerer, vom
Klimawandel besonders betroffener Nationen pünktlich abreisen mussten.
Am Montag veröffentlichten 117 Forscher:innen, die in 36 Ländern – unter
anderem in Indien und China – arbeiten, einen [3][offenen Brief.] „Wir
haben keine Zeit zu verlieren“, heißt es darin. Auf dem Klimagipfel 2028
sei die nächste globale Bestandsaufnahme zur Erderhitzung geplant. Diese
solle nicht ohne IPCC-Grundlage erfolgen. Zugleich betonen die
Unterzeichnenden, dass die Berichte „auf inklusive Weise“ erstellt würden
und sie sich dafür einsetzten, dass „das Wissen, die Erfahrungen und die
Prioritäten jeder Region vollständig berücksichtigt werden“. (mit afp)
20 Oct 2026
## LINKS
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(DIR) [2] /US-Atomdeal-mit-Saudi-Arabien/!6198768
(DIR) [3] https://zenodo.org/records/23463829
## AUTOREN
(DIR) Beate Willms
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