# taz.de -- Rundfunk in Slowenien: Fernseh-Rettung aus dem Ausland
> Eine Abstimmung über Rundfunkgebühren zeigt die Kluft in Sloweniens
> Gesellschaft. Doch die rechtspopulistische Regierung muss eine Niederlage
> einstecken.
(IMG) Bild: Referendum gescheitert, der slowenische Ministerpräsident Janez Janša und seine Regierung unterlagen aber nur knapp
Ljubljana/Berlin dpa/kna/taz | Eine knappe Mehrheit der Slowen*innen hat
bei einer Volksabstimmung die Abschaffung der Rundfunkgebühren für die
öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt RTVS abgelehnt. Das teilte die
Staatliche Wahlkommission (DVK) nach Auszählung aller Stimmen am Montag
mit. Die Abstimmung selbst hatte allerdings schon am 11. Oktober
stattgefunden. Bei dem Referendum stimmten 51,1 Prozent der Bürger gegen
den Vorschlag des rechtskonservativen [1][Ministerpräsidenten Janez Janša],
die Rundfunkgebühr abzuschaffen. Stattdessen sollte es ein anderes
Finanzierungsmodell geben – das Janša jedoch nicht weiter definiert hatte.
Am Morgen nach dem Referendum hatte ein knapper Vorsprung von 630 Stimmen
gegen die Abschaffung, also für den ÖRR vorgelegen, viele davon kamen
Medienberichten zufolge aus der Hauptstadt Ljubljana. Der Vorsprung wuchs
laut der Wahlkommission nun nach Auszählung der im Ausland abgegebenen
Stimmen auf 2.633 an. Die Volksabstimmung war nicht bindend, ein
entsprechender Gesetzesvorschlag der Regierung Janša liegt auch noch nicht
vor.
Janša (68) war im Mai dieses Jahres zum vierten Mal in seiner Laufbahn
Regierungschef geworden, nachdem die linksliberale Koalition, die zuvor
regiert hatte, bei der Parlamentswahl im April keine Mehrheit mehr erlangt
hatte. Seine Regierungszeiten von 2004 bis 2008, von 2012 bis 2013 und von
2020 bis 2022 waren von Bemühungen geprägt, die Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit auszuhöhlen. Sie waren zudem von Korruptionsaffären und
Angriffen auf unabhängig berichtende Medien überschattet.
## Mehrere populistische Themen
Die Vorstandsvorsitzende der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt RTVS,
Natalija Gorscak, begrüßte bereits vor der Auszählung der Stimmen aus dem
Ausland das Ergebnis. Dass es trotz einer derart populistisch geführten
Diskussion knapp dafür ausfiel, sei ein Erfolg, sagte sie am Tag nach der
Wahl. 2025 erwirtschaftete RTVS knapp 152 Millionen Euro, davon rund 72
Prozent aus Rundfunkgebühren.
Die Initiative zur Abschaffung der Rundfunkgebühren war von der
[2][umstrittenen prorussischen Kleinpartei Resnica] ausgegangen. Ihr
Anführer Zoran Stevanović wurde unter der Regierung von
[3][Ministerpräsident Janez Janša] im Frühjahr zum Parlamentspräsidenten
gewählt.
[4][Gegner werfen Rechtspopulist Janša einen harten Kurs gegenüber Medien
und Zivilgesellschaft vor]. Weitere Fragen des Referendums beschäftigten
sich mit parlamentarischen Untersuchungskommissionen, einer Verknüpfung der
Sozialhilfe mit gemeinnütziger Arbeit und dem Ausländerwahlrecht
20 Oct 2026
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