# taz.de -- Die Bundesliga-Konferenz: Lan-Party für Reiche
       
       > Fünf Spiele, jede Menge Tore und Spannung pur, das verspricht die
       > Bundesliga-Konferenz im TV. Doch statt Stadionluft gibt es
       > Studioatmosphäre.
       
 (IMG) Bild: Bloß nicht die Mikros verwechseln! Links DFL, rechts DAZN
       
       Die Bundesliga-Samstagskonferenz, also die im Bezahlfernsehen, gehört zum
       Besten, was der deutsche Fußball zu bieten hat. Fünf Spiele gleichzeitig,
       überall passiert etwas. Von Bremen nach Berlin in Sekundenschnelle: Während
       Ex-Nationalspieler Niclas Füllkrug an der Weser seinen zweiten Frühling
       erlebt, bringt Union in der Hauptstadt den BVB ins Schwitzen.
       
       Kaum durchgeatmet, geht es weiter nach Elversberg, wo der kleine Aufsteiger
       den FC Augsburg niederringt. Und schon springt der Bildschirm nach
       Gelsenkirchen: Auf Schalke warten die Fans auch nach dem sechsten Spieltag
       noch auf das erste Heimtor. Besonders spannend wird es, wenn ein
       Kommentator seinem Kollegen plötzlich mit einer Eilmeldung unterbricht.
       Hier fällt ein Tor, dort fliegt ein Spieler vom Platz und anderswo zeigt
       der Schiedsrichter auf den Punkt. Man fiebert mit, rätselt für ein paar
       Sekunden und versucht, allein an der Stimme des Kommentierenden zu
       erkennen, wer getroffen hat. Nervenkitzel pur!
       
       Doch das Spektakel hat seinen Preis. Seit der vergangenen Saison liegen die
       Übertragungsrechte für die Konferenz beim Streamingdienst Dazn, der dafür
       80 Millionen Euro im Jahr hinblättert. Und das Geld muss wieder
       hereinkommen. Wer samstags mitfiebern will, ist gezwungen, tief in die
       Tasche greifen: 44,99 Euro monatlich kostet das Paket, das auch die
       Sonntagsspiele enthält. Wer sich das nicht leisten kann, muss auf die
       verbalen Steilpässe der Kommentierenden verzichten.
       
       Aber fliegen diese Pässe wirklich quer durch die Republik? Von wegen! Wenn
       es heißt, jetzt gehe es rüber nach Hamburg, wo der HSV in letzter Sekunde
       den Siegtreffer erzielt, liegen zwischen den Berichterstattenden in
       Wahrheit nur ein paar Meter. Statt in den Stadien sitzen sie gemeinsam in
       einem kleinen Studio in Ismaning bei München. Schulter an Schulter,
       Kopfhörer auf, Bildschirme vor der Nase. Das Ganze erinnert eher an eine
       LAN-Party als an eine Fußballübertragung. Kein Wunder: Sie sehen auch nicht
       mehr als die Fans auf dem Sofa.
       
       ## Radio schlägt den Kabel-Star
       
       Das war natürlich auch schon bei den Vorläufern von Sky, jetzt RTL, so. Und
       vielleicht sogar, wer erinnert sich, bei denen bei Arena und Premiere. Doch
       kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wer Kommentierende hören will,
       die tatsächlich live aus dem Stadion berichten, kann aufs Radio umsteigen.
       Oldschool, aber ehrlich und im Rundfunkbeitrag enthalten. Genauso wie die
       bewegten Bilder kurz nach Abpfiff.
       
       Und wer auf Live-Atmo partout nicht verzichten will, macht sich auf den Weg
       in die nächste Kneipe. Dort zahlt der Betreibende für die
       „Business-Version“ des Streamingdienstes 1.788 Euro im Jahr. Und sind wir
       mal ehrlich: Der Schnack am Tresen ist sowieso unterhaltsamer als das
       Gequatsche von der LAN-Party bei München.
       
       18 Oct 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rico Setz
       
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