# taz.de -- Derby im Frauenfußball: Die Teuersten im Norden
       
       > Werder Bremen gegen den Hamburger SV gilt als Highlightspiel und ist auch
       > ökonomisch wichtig. Eine Studie zeigt: Der Sport hat enormes Potenzial.
       
 (IMG) Bild: Gesicht des Aufschwungs: Mit Fritzy Kromp will Werder Bremen im Frauenfußball durchstarten
       
       Friederike „Fritzy“ [1][Kromp] stammt aus Würzburg, gleichwohl hat die
       Trainerin in ihrem zweiten Bremer Jahr verinnerlicht, was beim SV Werder
       wirklich zählt: das [2][Nordderby] gegen den Hamburger SV zu gewinnen. Bei
       Männern wie Frauen.
       
       Bereits 25.000 Tickets sind verkauft, wenn sich nun am vierten Spieltag der
       Frauen-Bundesliga die Nordrivalen (Freitag 18.30 Uhr, Magenta TV und DAZN)
       duellieren. Angesichts des prächtigen Rahmens steige die Vorfreude „von
       Stunde zu Stunde“, sagt Kromp, für viele Spielerinnen stehe „das größte
       Spiel in ihrem Leben“ an. Sie müsse irgendwie zusehen, mit ihrer Stimme
       durchzudringen, erklärt die 41-Jährige grinsend.
       
       Es sei eine Herausforderung, „unter den besonderen Umständen die Leistung
       abzurufen, weil es nicht alltäglich ist“, erläutert Kromb, die auch als
       Fernsehexpertin bekannt wurde. Ihr Ensemble soll nach einem [3][Umbruch]
       mit der Japanerin Mei Shimada und den Belgierinnen Elena Dhont und Luna
       Vanzeir nach einem guten Start mit zwei Siegen bitte „99 Prozent der
       grün-weißen Energie nutzen“. Als Werder in der Vorwoche unglücklich beim
       Vizemeister VfL Wolfsburg (2:3) verlor, schauten 2.698 Besucher zu, was
       ungefähr dem Schnitt in Deutschlands höchster Frauenspielklasse entspricht.
       
       Beim Nordderby aber ist die Kulisse fast zehnmal so groß. Für die um ihre
       Reputation ringende Liga helfen solche Highlightspiele, die Sichtbarkeit zu
       vergrößern und neues Publikum zu gewinnen. Die Brisanz wird zudem
       vergrößert, weil Kromps Gegenüber Rodolfo Cardoso sowohl für Werder als
       auch den HSV gespielt hat. Vor einem Jahr feierten 37.000 Besucher im
       Weserstadion Werders 2:0-Heimsieg. Nur gab es danach einige Verstimmung,
       weil Werder-Stürmerin Medina Desic eine Ehrenrunde mit einem [4][HSV-Wappen
       auf einem Kothaufen] drehte. In den sozialen Medien folgte ein Shitstorm.
       
       ## Der ökonomische Druck steigt
       
       Dabei kann man nicht gerade sagen, dass es an Herausforderungen in der
       Frauen-Bundesliga mangelt. Das spürt auch Werder Bremen gerade. Trotz der
       Erhöhung des Etats für die Frauenabteilung auf 3 Millionen Euro wechselte
       mit [5][Lina Hausicke] die langjährige Kapitänin noch auf den letzten
       Drücker zu Union Berlin. Wochenlang hatte die 28-Jährige auf ihren Wunsch
       nach Veränderung gepocht. Bei einer niedrigen sechsstelligen Ablöse
       willigte Werder am Deadline-Day ein. „Unfassbar schade und bitter“, nennt
       Fritzy Kromp den Weggang der Mittelfeldspielerin, doch es sei ja ein
       offenes Geheimnis, dass Spielerinnen bei Union „in komplett anderen
       Dimensionen“ verdienen könnten.
       
       Dominik Kupilas, Werders neuer Leiter für Frauenfußball und
       Internationalisierung, fühlt sich in seiner These bestätigt, dass in
       Zukunft auch Ablösesummen für „andere wirtschaftliche Hebel sorgen“.
       Langfristig ist für ihn der Frauenfußball mit so „viel Potenzial
       ausgestattet, dass er auch profitabel sein wird“. Bremen soll bei dieser
       Entwicklung „ein Stück weit auch Vorreiter sein“.
       
       [6][Werder] ist seit bald 20 Jahren in der Bundesliga dabei, während der
       Hamburger SV seine Frauen 2012 aus Kostengründen abgemeldet hatte. Nach dem
       Aufstieg 2025 werden allerdings auch an der Elbe die Anstrengungen
       intensiviert.
       
       Interessant ist eine [7][Studie] der HHL Leipzig Graduate School of
       Management. Die hat errechntet, dass ein investierter Euro im Frauenfußball
       im Schnitt 106-mal mehr sportlichen Erfolg als derselbe Euro im
       Männerfußball bringt. Der Kaderwert sei bei den Frauen noch viel mehr ein
       Indikator für sportlichen Erfolg. Die Botschaft für Investoren: Im
       Frauenfußball trifft niedriger Kapitaleinsatz auf hohe sportliche Wirkung.
       Aber offenbar hat sich das in Deutschland noch nicht genug herumgesprochen,
       sonst würde international nicht der Bedeutungsverlust drohen.
       
       10 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [3] /Vorschau-auf-Frauen-Bundesliga/!6205523
 (DIR) [4] https://www.sportschau.de/regional/rb/rb-verwarnung-und-geldstrafe-fuer-werder-fussballerin-desic-100.html
 (DIR) [5] https://www.bz-berlin.de/berlin-sport/1-fc-union-berlin/union-berlin-werder-ex-kapitaenin-hausicke-erklaert-ihren-wechsel-6aa059352154250c42205551
 (DIR) [6] /Duenne-Luft-im-Frauenfussball/!6083575
 (DIR) [7] https://nachrichten.idw-online.de/2026/09/09/frauenfussball-warum-sich-investitionen-jetzt-besonders-lohnen
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Frank Hellmann
       
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