# taz.de -- Umfrage zum Schulübergang: Wenn der Schulweg immer länger wird
> Eine Umfrage ermittelt, wie Eltern den Übergang in die Oberschule
> wahrnehmen. Erste Ergebnisse zeigen: Die Platzvergabe ist intransparent,
> eine wohnortnahe Schule ist nicht gewährleistet.
(IMG) Bild: Je weiter der Weg, desto schwerer der Rucksack
Was kommt nach der Grundschule? Das ist eine Frage, die bei Eltern und
Schulkindern meist extremen Stress auslöst. Denn weil die [1][Zahl der
Schüler*innen steigt und rund 24.000 Schulplätze aktuell fehlen], gibt
es zunehmend Kinder, die keinen Platz auf einer der von ihnen gewünschten
Schulen erhalten. Wo ein Kind seine Schulzeit in der 7. Klasse tatsächlich
weiter fortsetzen kann, hängt von Noten, aber auch von Wohnort,
individuellen Fähigkeiten und der Verfügbarkeit von Plätzen ab. Für Eltern
ist die Schulplatzvergabe zunehmend intransparent.
Der Landeselternausschuss (LEA) befragt daher [2][derzeit in einer
berlinweiten Umfrage], wie Eltern die Regeln zum Schulübergang von der 6.
bis zur 7. Klasse wahrnehmen. Die ersten Zwischenergebnisse liegen vor,
[3][die Umfrage läuft bis Ende des Jahres weiter]. Sie soll „Der
Startschuss für einen umfassenden Prozess“ sein. Der LEA möchte das gesamte
Übergangsverfahren in den Blick nehmen und gemeinsam mit Eltern und
Verwaltung Verbesserungen diskutieren.
Zum 8. Oktober lagen dem LEA bereits etwa 2.600 Antworten vor. Aus diesen
zeichnet sich ab, dass bei Eltern der Wunsch nach kürzeren Schulwegen im
Vordergrund steht: Mehr als 70 Prozent der Antwortenden wünschen sich
bisher eine stärkere Berücksichtigung der Wohnortnähe, teilte der LEA mit.
Denn der Schulweg wird für viele Kinder immer länger. Bis zu über eine
Stunde sind Schüler*innen morgens und nachmittags unterwegs. Dadurch
fehlt ihnen früh der Schlaf und nachmittags die Zeit zum Lernen, abgesehen
von den sozialen Kontakten, die auch sehr eingeschränkt werden. Der LEA
bemängelt, dass den Schüler*innen damit wichtige Lebenszeit verloren
geht.
Viele Teilnehmenden der Umfrage würden sich außerdem für mehr Transparenz
über die tatsächlichen Aufnahmekapazitäten aussprechen, teilt der LEA mit.
In den aktuellen Regelungen, bei [4][denen der Notendurchschnitt eine große
Rolle] spielt, wächst ab der 5. Klasse der Druck auf die Schüler*innen.
Denn nur mit einem entsprechenden Schnitt steht ein Wechsel auf das
Gymnasium in Aussicht. Wer diesen verfehlt, kann am Probeunterricht
teilnehmen. Doch dieser hat eine sehr geringe Bestehensquote.
## Reformprozess anstoßen
Die Umfrage soll verdeutlichen, wie hart der Übergang für Familien mitunter
ist. Außerdem möchte der Landeselternausschuss damit einen strukturierten
Reformprozess der aktuellen Regelungen starten. Zu der Frage, wie sie sich
die Reformen vorstellen, sagte der Landeselternsprecher Norman Heise, dass
der LEA nichts Konkretes vorgeben werde und sie die Vorschläge von Eltern
und anderen einbeziehen möchten.
Im Gespräch mit dem LEA hätten Vertreter*innen der Bildungsverwaltung
angekündigt, das Aufnahmeverfahren für Kinder mit sonderpädagogischem
Förderbedarf zeitlich vorzuziehen. Ein neuer Algorithmus soll außerdem
Erst-, Zweit- und Drittwünsche gemeinsam berücksichtigen und die
Platzvergabe beschleunigen, teilt der LEA mit. Auch bei der Digitalisierung
und der Information von Familien seien weitere Verbesserungen geplant.
Doch dem LEA geht es nicht allein darum, bestehende Regelungen effizienter
zu gestalten. Vielmehr stehe die Frage im Mittelpunkt: „Wie müsste Schule
eigentlich aussehen, damit die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg
nicht schon mit elf oder zwölf Jahren so viel Druck auslöst?“.
Linke, Grüne und SPD haben sich in ihrem [5][Sondierungspapier] auf den
Ausbau von Gemeinschaftsschulen verständigt. Diese Schulform würde für
Eltern und Kinder auch den Übergang von Grund- zu Oberschule vereinfachen,
weil sie meist einfach an ihrer Schule bleiben. Aktuell gibt es in Berlin
28 Gemeinschaftsschulen.
19 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Bildungssenatorin-zum-Schulstart/!6205411
(DIR) [2] https://leaberlin.de/267-aktuelles/4108-fuer-einen-fairen-schuluebergang-grosse-elternbefragung-zum-wechsel-von-klasse-6-nach-7-in-berlin
(DIR) [3] https://leaberlin.de/267-aktuelles/4109-bericht-zur-lea-sitzung-vom-09-oktober-2026-zu-frage-wer-bekommt-welchen-schulplatz-und-warum-eigentlich
(DIR) [4] /Gymnasiale-Oberstufe-in-Berlin/!6014212
(DIR) [5] /Einigung-auf-Vergesellschaftung/!6222333
## AUTOREN
(DIR) Henriette Lyson
(DIR) Uta Schleiermacher
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