# taz.de -- Neuauflage der HBO-Serie angekündigt: Die „Girls“ kommen zurück
> Zehn Jahre nach dem Serienfinale kündigt Lena Dunham ein Comeback der
> Millenial-Serie an. Warum? Und: Wird das gut gehen?
(IMG) Bild: Allison Williams als Marnie (l.), Jemima Kirke als Jessa, Zosia Mamet als Shoshanna und Lena Dunham als Hannah
Ein Jahrzehnt nach der Erstausstrahlung der HBO-Comedyserie „Girls“ erweckt
Lena Dunham noch einmal ihre vier Figuren Hannah (Lena Dunham), Marnie
(Allison Williams), Shoshanna (Zosia Mamet) und Jessa (Jemima Kirke) zum
Leben. Das verkündeten sie am Dienstagabend in einem Instagram-Reel. Die
Freude in den Kommentarspalten ist enorm: „Die beste Nachricht des Jahres“
oder „Ist das wirklich wahr? Ich habe Tränen in den Augen“, heißt es da.
Die Comedyserie lief von 2012 bis 2017 und zeigte das Leben von vier jungen
weißen Frauen in New York. Es galt als das neue „Sex and the City“ – nur
ohne schillernden Figuren in Designeroutfits, sondern Frauen, die
mittelmäßigen Sex haben, in WGs leben und immer auf der Suche nach etwas
sind: einem Job, einer Wohnung, einem Sinn im Leben. Die Serie wurde
gefeiert für ihre Darstellung von Freundinnenschaften, komplexen
Charakteren und dass auch nicht normschöne Körper nackt gezeigt wurden.
Gleichzeitig brachte [1][jede Staffel starke Kritik und Debatten mit sich]
– oft ging es dabei um die fehlende Diversität des Casts.
Aus heutiger Sicht hat Lena Dunham mit „Girls“ geschafft, einen Zeitgeist
einzufangen. Oder zumindest das Lebensgefühl einer bestimmten Generation zu
einer bestimmten Zeit. Sie spielt mit dem Klischee, dass Millenials eine
weinerliche und ichbezogene Generation sind, die sich mehr um das nächste
Praktikum als um die Krisen der Welt sorgen. Die Figuren sind also oft
lustig, mal rührend und empathisch, aber oft einfach anstrengend. Und so
pflegen viele Zuschauer:innen der ersten Stunde eine Art Hassliebe zu
„Girls“.
Vor wenigen Jahren hat die Serie dann eine noch deutlich größere Fanbase
gefunden. Denn die Gen Z entdeckte „Girls“, brachte HBO enorme
Streamingzahlen und flutete Tiktok und Instagram mit Memes von Hannah,
Marnie, Shoshanna und Jessa.
## „Haben unter der Dusche mit mir gesprochen“
Worum es im nun angekündigten Revival gehen soll, ist noch nicht bekannt.
„Wir haben immer gesagt, dass wir nur dann zu Girls zurückkehren, wenn es
eine Geschichte gäbe, die wir unbedingt erzählen wollen“, so Dunham in
einem Statement des Senders. „Dann, kurz vor meinem vierzigsten Geburtstag,
begannen sie plötzlich, unter der Dusche mit mir zu sprechen. Und wie man
sich vielleicht erinnert: Wenn dieses Quintett einmal anfängt zu reden, ist
es ziemlich schwer, es wieder zum Schweigen zu bringen.“
Zwei Namen werden in der Neuauflage aber wohl fehlen: Einerseits der
Schauspieler Adam Driver, der Hannahs Freund in „Girls“ spielte, sowie die
Produzentin Jenni Konner. Mit beiden hatte sie [2][sich in ihrem kürzlich
erschienen Memoir „Famesick“] kritisch auseinandergesetzt. Konner und
Dunham haben eine jahrelange komplizierte Freundschafts-Arbeitsbeziehung
hinter sich. Driver, der mittlerweile erfolgreicher Hollywoodschauspieler
ist, warf sie in ihrem Buch übergriffiges und aggressives Verhalten am Set
vor.
Neuauflagen von erfolgreichen Serien gehen selten gut: Weder den „Sex and
the City“-Filmen noch der vierteiligen Miniserie „Gilmore Girls“ ist es
gelungen, die gleiche Atmosphäre wie in im Original herzustellen. Mal
gucken, ob es Dunham wieder gelingt, den Zeitgeist einzufangen und die Fans
von früher und heute zu begeistern. Die Ansprüche sind hoch, schließlich
muss sie jetzt mehr als nur eine Generation überzeugen.
14 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Carolina Schwarz
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