# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Mutmaßliche Saboteure in Deutschland festgenommen
       
       > Zwei Verdächtige, die einen Brandanschlag in Polen verübt haben sollen,
       > sind in Deutschland gefasst worden. Trump beharrt auf
       > „Energie-Waffenruhe“.
       
 (IMG) Bild: Die mutmaßlichen Saboteure wurden in Baden-Württemberg gefasst
       
       ## Zwei mutmaßliche Saboteure in Deutschland festgenommen
       
       Zwei mutmaßliche Saboteure, die einen [1][Brandanschlag auf eine
       Starlink-Station in Polen] verübt haben sollen, sind nach polnischen
       Regierungsangaben in Deutschland gefasst worden. „Auf Antrag der polnischen
       Geheimdienste hat die deutsche Polizei zwei türkische Staatsbürger
       festgenommen, die verdächtigt werden, die Starlink-Station in Masowien
       angezündet zu haben“, schrieb Regierungschef Donald Tusk auf X. Die
       mutmaßlichen Saboteure würden sich vor der polnischen Justiz verantworten
       müssen. Die Regierung in Warschau vermutet, dass russische Geheimdienste
       hinter der Tat stehen.
       
       Mehrere Medien berichteten über die Festnahme. Die Schwäbische Zeitung
       meldete, die beiden Männer seien in Nürtingen in Baden-Württemberg am
       Bahnhof festgenommen worden. Außerdem soll die Polizei in Berlin-Spandau
       laut Bild einen weiteren Verdächtigen gefasst haben, möglicherweise den
       Fahrer der beiden anderen Männer.
       
       Am 23. September war in einem Terminal des Satelliteninternetdienstes
       Starlink in Wola Karbowska 50 Kilometer südlich von Warschau ein Brand
       ausgebrochen. Die polnische Regierung sprach kurz danach von einem
       wahrscheinlichen Sabotageakt gegen die Station, die auch die Sicherheit des
       Internetbetriebs in der Ukraine gewährleiste. Demnach erfasste das Feuer
       die Stromversorgungsstation und den Stromgenerator. Der Ausfall der Station
       hätte zu Problemen mit der Internetversorgung führen können. Die
       Starlink-Satelliten werden von der Ukraine im Krieg gegen Russland genutzt.
       
       Polens Innenminister Marcin Kierwinski sagte, sobald die nun gefassten
       Tatverdächtigen nach Polen gebracht würden, werde man ihnen Sabotage und
       die Tätigkeit im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes zur Last legen.
       Der Minister für die Koordinierung der Geheimdienste, Tomasz Siemoniak,
       betonte, es gebe „keinerlei Zweifel daran, dass hinter diesem Sabotageakt
       russische Geheimdienste stehen“. Diese würden immer häufiger auf Personen
       zurückgreifen, die Verbindungen zur kriminellen Welt hätten.
       
       Polens Polizeichef Marek Boron sagte, die Ermittler hätten nach dem
       Brandanschlag die Vorbereitungen auf die Tat sowie die Flucht der Täter vom
       Tatort rekonstruieren können. „Wir haben Aufzeichnungen gesichert, die auf
       diese konkrete Tat hinweisen. Wir verfügen über Fingerabdrücke, DNA-Spuren
       der Täter sowie Informationen darüber, wie sie sich bewegt haben, wann sie
       nach Polen eingereist sind und wann sie aus unserem Land ausgeflogen
       wurden“, sagte Boron.
       
       Seinen Angaben nach besitzt einer der Tatverdächtigen die türkische
       Staatsangehörigkeit und ist in Deutschland ansässig. Der andere
       Festgenommene habe ebenfalls die türkische Staatsangehörigkeit, für ihn
       gebe es eine Abschiebungsanordnung. Man hoffe aber, dass beide schnell an
       die polnischen Behörden überstellt würden. (dpa)
       
       ## Umfrage: Ukrainer setzen auf EU, aber Europa will sie nicht
       
       Die Ukraine knüpft ihre Hoffnung auf Frieden an einen raschen EU-Beitritt –
       in den EU-Staaten sinkt dagegen die Unterstützung für eine schnelle
       Aufnahme. Einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung zufolge wollen 83 Prozent
       der Ukrainer und Ukrainerinnen einen EU-Beitritt in den kommenden Jahren,
       aber nur noch 47 Prozent der EU-Bürger. Eine Mehrheit von 53 Prozent
       spricht sich dagegen aus.
       
       Deutschland leistet militärisch und finanziell die stärkste Unterstützung
       für das von Russland angegriffene Land. Doch unter den zehn größten
       EU-Staaten ist die deutsche Bevölkerung mit 41 Prozent Zustimmung zu einem
       schnellen Beitritt der Ukraine besonders skeptisch. Nur in Rumänien liegt
       der Wert niedriger bei 40 Prozent. Die höchste Zustimmung zu einer raschen
       Aufnahme der Ukraine erreicht bei den großen EU-Ländern Schweden mit 69
       Prozent.
       
       Zu Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 befürworteten noch 60 Prozent
       in Deutschland einen raschen EU-Beitritt der Ukraine. Die Stiftung hat ihre
       Umfrage regelmäßig wiederholt; die Werte sind in den Ländern wie im
       EU-Durchschnitt seit damals gesunken. (dpa)
       
       ## Russland liefert seit 2022 für 286 Milliarden Euro Öl und Gas in EU
       
       Trotz der gegen Russland verhängten Sanktionen hat das Land nach eigenen
       Angaben seit 2022 Erdöl und Erdgas im Wert von mehr als 320 Milliarden
       US-Dollar an EU-Länder verkauft. „Diese Zahl beläuft sich für den Zeitraum
       von 2022 bis heute auf 320,7 Milliarden US-Dollar (etwa 286 Milliarden
       Euro)“, sagte der für Energie zuständige russische Vizeregierungschef
       Alexander Nowak am Montag im Fernsehen.
       
       Seinen Angaben zufolge haben die europäischen Länder allein in den ersten
       neun Monaten dieses Jahres russisches Öl und Gas im Wert von 21,3
       Milliarden Dollar gekauft. „Mit anderen Worten: Trotz der
       sanktionsbedingten Einschränkungen liefern wir weiterhin Energieressourcen
       in bestimmten Bereichen, für die Ausnahmen gewährt wurden.“ Nowak sagte,
       die russischen Ölexporte könnten bis zum Jahresende wieder das
       Vorkriegsniveau erreichen.
       
       Die EU hat seit Beginn der groß angelegten russischen Offensive in der
       Ukraine zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt, doch viele Länder,
       darunter Frankreich, decken ihren Bedarf weiterhin mit russischer Energie,
       insbesondere mit Flüssigerdgas (LNG). Mehrere Staaten, darunter die
       Slowakei und Ungarn, profitieren zudem von einer Ausnahmeregelung, die
       ihnen den Kauf von über Pipelines transportiertem russischem Öl erlaubt.
       
       In der Berechnung sind russisches Öl und Gas nicht berücksichtigt, das auf
       indirektem Weg nach Europa gelangt, nachdem es in Drittländern wie Indien
       und der Türkei verarbeitet wurde. Diese Länder, ebenso wie China, haben
       seit 2022 ihre Käufe von russischem Rohöl massiv ausgeweitet. (afp)
       
       ## Trump beharrt auf „Energie-Waffenruhe“
       
       US-Präsident Donald Trump beharrt darauf, dass zwischen der Ukraine und
       Russland [2][eine Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen] gilt. Das
       sagte er am Montag (Ortszeit), obwohl der ukrainische Präsident Wolodymyr
       Selenskyj zuvor erklärt hatte, Moskau habe ukrainische Energieanlagen
       angegriffen. „Nun, sie haben zugestimmt“, sagte Trump. „Weil ich gesagt
       habe: ‚Ihr stimmt zu.‘ Deshalb haben sie zugestimmt, weil ich gesagt habe,
       dass sie zustimmen.“
       
       Auf die Nachfrage zu den russischen Angriffen sagte Trump: „Nun, ich müsste
       mir das ansehen und prüfen, denn es hat auf beiden Seiten Verstöße
       gegeben.“
       
       Selenskyj hatte erklärt, sein Land sei bereit, Angriffe auf die russische
       Energieinfrastruktur einzustellen. Ukrainische Streitkräfte hätten seit
       Trumps Ankündigung vom Sonntag keine russischen Energieanlagen mehr
       angegriffen. Moskau greife jedoch weiterhin ukrainische Energieanlagen an.
       (ap)
       
       13 Oct 2026
       
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 (DIR) Von Trump verkündete Energie-Waffenruhe: Kreml plötzlich wortkarg
       
       Die russische Regierung hat zu der von Trump verkündeten Energie-Waffenruhe
       nichts zu sagen. Auf eine längere Unterbrechung der Kampfhandlungen werde
       man sich nicht einlassen.