# taz.de -- Hüpfverbot beim VfL Bochum: Nur Torjubel ist erlaubt, aber wann gibt's das schon mal?
       
       > Im Bochumer Ruhrstadion dürfen die Fans künftig nicht mehr hüpfen. Ein
       > „Trampolin-Effekt“ sorge für einen „Unwohlsein-Effekt“ bei „ungeübten“
       > Besuchern.
       
 (IMG) Bild: Hüpfen, bis euch schlecht wird. VfL-Bochum-Fans wollen nicht als Brechmittel gelten
       
       „Völlig zu Recht wird sich hier länderübergreifend über die Situation
       lustig gemacht“, [1][schreiben die „Ultras] Bochum“. Es geht um eine
       Ordnungsverfügung, die die Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft mbH
       (BoSB) erlassen hat. Ein Hüpfverbot wurde erlassen, genauer: „In den
       Blöcken N2, O, P und Q sind gemeinschaftliche, synchronisierte, rhythmische
       Hüpf- und Sprungbewegungen strengstens untersagt. Dies betrifft explizit
       beispielsweise nicht den Torjubel, sondern lediglich ‚choreografiertes
       Springen‘.“
       
       Es ist die Begründung, die die Ultras von „Posse“, von „Lächerlichkeit“ und
       von einer „sinnfreien Verfügung“ sprechen lässt. Die BoSB schreibt nämlich,
       „dass die Tragfähigkeit der Osttribüne gegeben ist, es aber durch
       gemeinsames, rhythmisches Hüpfen oder Springen, also synchronisierte
       Bewegungen vieler Menschen, zum sogenannten ‚Trampolineffekt‘ kommen kann,
       der den oben genannten ‚Unwohlsein-Effekt‘ hervorruft“.
       
       Dass die Tribüne nicht einzustürzen droht, ist natürlich eine beruhigende
       Information. Aber so richtig überraschend ist die nicht, sind doch die in
       NRW aktuell einsturzgefährdeten Brücken alle in den 1960er gebaut worden –
       Rheinbrücke Leverkusen oder Nordbrücke Bonn –, während das Ruhrstadion,
       [2][vom VfL als „unser ‚Schmuckkästchen‘], das „etwas in die Jahre gekommen
       ist“, gelobhudelt, Ende der 1970er komplett umgebaut wurde.
       
       Es geht also um die gefährdete Gesundheit trotz stabiler Statik. Und da
       haben die Ultras natürlich recht, wenn sie „fassungslos“ sind. Ist denn
       gesundheitlich indisponierten Menschen überhaupt anzuraten, zum VfL Bochum
       zu gehen? Bleiben wir wissenschaftlich: In der vergangenen Saison, die den
       VfL von der 1. [3][in die 2. Bundesliga führte], kassierte er in der ersten
       Halbzeit 27 Gegentore, in der zweiten 40 – und in der unmittelbaren
       Schlussphase 19! Das führt doch zu Herzklabaster.
       
       Und welche Häme, wenn „explizit“ der „Torjubel“ im Ruhrstadion erlaubt
       bleiben soll. Das weiß doch jeder, dass dieser Jubel beim VfL kein
       massenhaftes Phänomen darstellt.
       
       Beim Heimspiel am Sonntag zum Beispiel blieb er mal wieder aus. Der VfL
       verlor 0:1 gegen Bielefeld.
       
       11 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://ub99.de/
 (DIR) [2] https://www.vfl-bochum.de/stadion
 (DIR) [3] /Identitaet-die/!6084359/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Krauss
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Fans
 (DIR) Ultras
 (DIR) VfL Bochum
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Holstein Kiel gegen VfL Bochum: Packender Keller-Krimi
       
       Aufsteiger Holstein Kiel kämpft in der Fußball-Bundesliga weiter um den
       Klassenerhalt. Gegen Tabellenschlusslicht VfL Bochum reicht es nur zum 2:2.
       
 (DIR) Zu Gast bei Bayern München: Unnötige Busreise
       
       Wo bleibt denn nur die Letzte Generation, wenn der VfL Bochum sie doch
       einmal so dringend braucht? Auswärtsspiele in München braucht der Klub
       nicht.
       
 (DIR) Lobeshymne an den VfL Bochum: Wie der Doppelpunkt zwischen Einsen
       
       Beim VfL Bochum ist die Stimmung in der Erstklassigkeit gerade obszön
       schön. Ein Verein, der nicht Fisch, nicht Fleisch ist, aber ein Gefühl.