# taz.de -- Radinfrastruktur in Berlin: Konsequenzen „ideologiefreier“ Verkehrspolitik
       
       > Die Deutsche Umwelthilfe belegt wohl die politische Motivation der
       > CDU-Verkehrssenatorin beim millionenschweren Rückbau des Fahrradweges an
       > der Kantstraße.
       
 (IMG) Bild: Hier darf es keinen Radweg geben, findet die Nochsenatorin Ute Bonde
       
       Der noch amtierende CDU-Bürgermeister Kai Wegner sprach 2023 davon, dass
       seine Regierung endlich pragmatische Politik „weg von Ideologie“ machen
       werde. In der Berliner Verkehrspolitik zeigt sich einmal mehr, dass die
       Realität diesem Anspruch nicht standhält – diesmal wohl besonders deutlich.
       
       Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) veröffentlicht am Donnerstagmorgen ihre
       Einsicht in interne Akten der Berliner Senatsverwaltung. Diese belegen,
       dass die CDU-Verkehrssenatorin Ute Bonde im Falle eines Fahrradwegs
       explizit gegen ausdrückliche Warnungen ihrer Fachabteilung handelte.
       Gewarnt wurde vor dem von Bonde geplanten [1][Rückbau des Radwegs auf der
       Charlottenburger Kantstraße].
       
       Die Senatsverwaltung hatte unter ihrer Leitung in den Monaten vor der Wahl
       [2][alles daran gesetzt, um den 2,4 Millionen Euro teuren Rückbau trotzdem
       durchzusetzen]. „Die internen Akten belegen, dass der Rückbau rein
       politisch motiviert und direkt auf Ute Bonde zurückzuführen ist“, erklärt
       Jürgen Resch, Geschäftsführer der DUH.
       
       Konkret soll die Hausleitung in der Senatsverwaltung im Oktober 2024
       geprüft haben, ob sich Radweg und Parkspur tauschen lassen können. Die
       Fachabteilung, die bereits zuvor die Beibehaltung des „verkehrlichen
       Ist-Zustands“ empfohlen hatte, warnte daraufhin laut der DUH erneut vor den
       dadurch entstehenden Gefahren für den Radverkehr. Trotzdem verkündete Bonde
       wohl nur Tage später den Tausch als „gefundene Lösung“, begründet mit
       Brandschutz.
       
       ## Bauarbeiten gehen weiter
       
       Die Fachabteilung soll davon jedoch nichts gewusst haben. Aus Sicht der
       Fachleute seien die Gründe „nicht eindeutig erkennbar“, zitiert der DUH aus
       den Akten. Im Jahr 2025 sei überdies eine weitere Variante besprochen
       worden, bei welcher der Radweg hätte erhalten werden können. Bonde wies die
       Verwaltung wohl trotzdem an, den Tausch der Spuren zu verfolgen.
       
       Daraufhin warnte ein Planungsbüro davor, dass die Straße für die Pläne der
       Senatorin nicht breit genug ist. Die von ihr zusätzlich geplante
       Zusammenführung von Rad- und Busspur sei dadurch nicht zu erreichen. Laut
       der DUH drängte Bonde im Januar trotzdem ausdrücklich darauf, den Umbau vor
       den Wahlen durchzusetzen. Im Zuge eines Eilverfahrens am Verwaltungsgericht
       hatte die Senatsverwaltung während der Bauphase eine geschützte und
       eigenständige Radfläche zugesichert.
       
       9 Oct 2026
       
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