# taz.de -- Wohnungspreise in Berlin sinken: Am Ende der Spekulationsspirale
> Die Verkaufspreise auf dem Berliner Wohnungsmarkt gehen zurück – weil
> stärkere Regulierung droht. Das sollte Anlass genug sein, sie auch
> umzusetzen.
(IMG) Bild: Scheinbar wirkt bereits die Drohung der Enteignung, um erste Ergebnisse auf dem Berliner Wohnungsmarkt zu zeigen
Investor*innen sind scheue Rehe: Kaum braut sich am Horizont die
Möglichkeit staatlicher Regulierung zusammen, schrecken sie zurück, ihr
wertvolles Geld in den Berliner Immobilienmarkt zu pumpen. Das macht sich
an den Angebotspreisen für Wohnimmobilien bemerkbar, die laut dem aktuellen
Marktbericht der Immobilienmakler Engel & Völkers im vergangenen Jahr um
0,6 Prozent gesunken sind. In Zukunft soll sich der Abwärtstrend noch
weiter verschärfen.
Der Grund, warum es Eigentümer:innen immer schwerer fällt, ihre
Immobilien loszuwerden, ist [1][laut einem Bericht der Berliner
Morgenpost,] dass das angekündigte Durchgreifen auf dem Mietmarkt die
Gewinnaussichten der Investor:innen schmälert. Laut in dem Bericht
zitierten Immobilienexperten zögerten derzeit viele Großinvestor:innen
wie Pensionsfonds, in den Berliner Markt zu investieren, kleinere und
mittlere Eigentümer:innen würden ihre Bestände verkaufen. „Die
Ertragssituation hat sich mit Fragezeichen versehen“, so ein Experte in der
Morgenpost.
Das Fragezeichen sind in diesem Fall die Ideen der potenziellen
Regierungsparteien SPD, Linke und Grüne, Berlins Mieter:innen vor den
Auswüchsen des Immobilienmarkts zu schützen: [2][Sozialwohnungsquote],
Vermieterführerschein, Mietendeckel 2.0.
Selbst die CDU pocht auf die Durchführung geltender Gesetze, ergo der
Mietpreisbremse. Mit der SPD verabschiedete sie kurz vor der [3][Wahl das
Mietenkataster], das erstmals die Grundlage für die systematische Erfassung
von Wuchermieten bieten soll.
## Überangebot überteuerter Wohnungen
Doch die Verkaufspreise von Wohnimmobilien sind mittlerweile so hoch, dass
sie durch gesetzeskonforme Mieten gar nicht mehr reinzuholen sind. Das
wissen auch die Banken und lehnen mittlerweile immer häufiger Kredite für
Immobilienkäufe ab, deren Kalkulation auf überhöhten Mieten basieren, heißt
es in dem Zeitungsbericht. Immer mehr Verkäufe scheitern, die Preise
sinken.
Für Berlins Mieter:innen ist das eine gute Nachricht. Je höher die
Verkaufspreise, desto höher auch die Mieten, die sie refinanzieren müssen.
Jeder Verkauf geht mit einer Renditeerwartung einher. Die lässt sich nur
realisieren, indem man die Mieten steigert und die Kosten senkt, indem man
die Instandhaltung vernachlässigt. So oder so zahlen am Ende die
Mieter:innen.
Dass Investor:innen nun in Panik geraten, weil sie sich in Zukunft
eventuell an geltende Gesetze halten müssen, zeigt vor allem, dass der
Markt dazu völlig ungeeignet ist, die Wohnungskrise in Großstädten wie
Berlin zu lösen.
Am vorläufigen Ende der Spekulationsspirale, an dem der Berliner
Wohnungsmarkt angelangt ist, stehen nur überhöhte Mieten, die sich kaum
noch jemand leisten kann, und verfallende Bestände. Auch [4][das
Wohnungsbarometer der Investitionsbank Berlin] kommt zu dem Schluss, dass
es mittlerweile ein Überangebot an Wohnungen im oberen Preissegment gibt.
Für die Berliner Politik ist es ein ermutigendes Signal, dass Regulierung
wirkt, bevor sie überhaupt in Kraft tritt. Angst vor einer plötzlichen
Flucht der Investor:innen sollte der kommende Senat indes nicht haben.
Wenn Berlins Wohnungseigentümer:innen unbedingt verkaufen wollen,
könnten sie ja auch zu einem fairen Preis an das Land Berlin verkaufen.
[5][So vergesellschaftet sich der Wohnungsbestand womöglich ganz von
selbst.]
7 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.morgenpost.de/berlin/article413339294/wie-schon-die-debatte-um-mietenkontrolle-die-mieten-senkt.html
(DIR) [2] /Gutachten-zur-Sozialwohnungsquote/!6151409
(DIR) [3] /Mietenkataster-in-Berlin/!6186564
(DIR) [4] https://www.ibb.de/de/ueber-uns/publikationen/wohnungsmarktbarometer/2026.html
(DIR) [5] /Vergesellschaftung/!6214479
## AUTOREN
(DIR) Jonas Wahmkow
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(DIR) Reden wir darüber
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