# taz.de -- Reise des Bundesliga-Aufsteigers: SC Paderborn begeistert in den USA
       
       > Der SC Paderborn nutzt die Länderspielpause für eine Reise nach
       > Washington. In der Rolle des Botschafters der Bundesliga fühlt sich der
       > Klub pudelwohl.
       
 (IMG) Bild: Vorbildlicher Bundesliga-Botschafter: Paderborns Steffen Tigges zeigt seinen Offensivdrang gegen D.C. United
       
       Voreingenommene mögen glauben, dass der SC Paderborn trotz des
       Bundesligaaufstiegs schon genug damit zu tun hat, seinen Bekanntheitsgrad
       in Deutschland jenseits von Ostwestfalen zu steigern. Derweil ist der
       Verein nahezu unbemerkt auf viel größerer Mission unterwegs und das mit
       großem Erfolg.
       
       Zumindest eigenen Schilderungen zufolge hat sich der SC Paderborn auf
       seiner USA-Reise als Botschafter der Bundesliga bestens präsentiert. Das
       hilft nicht nur der Liga, sondern auch dem Bundesliganeuling. „Großartig“
       sei es gewesen, berichtete SCP-Präsident Thomas Sagel und bilanzierte den
       Erfolg: „Man merkt das auch an den Klicks auf Social Media, unsere
       Reichweite ist enorm gestiegen.“ Wobei er freilich nicht größenwahnsinnig
       wirken wollte. In Paderborn wird nach wie vor Maß gehalten: „Wir wollen den
       Bogen nicht überspannen, aber wir entwickeln uns auch auf dieser Ebene
       immer ein Stück weiter.“
       
       Möglicherweise haben all das hierzulande in der Länderspielpause und
       [1][riesigen Jürgen-Klopp-Euphorie] nicht alle mitbekommen, die
       ostwestfälische Presse berichtete indes ausführlichst darüber unter etwa
       diesen Überschriften: „Verfolgen Sie unseren Liveblog aus den USA“, „SC
       Paderborn im Zentrum der Macht“ oder „Diese Chance bekommen wir nur
       einmal“.
       
       Aber auch die Deutsche Fußball Liga [2][präsentierte auf ihrer Website] die
       Reise der Paderborner mit etlichen Clips bis ins kleinste Detail. Etwa wie
       die Paderborner Profis im Hotel einchecken oder nach dem erfolgreichen
       Freundschaftsspiel gegen den Hauptstadtklub DC United [3][aus der Major
       League Soccer] (1:0), US-amerikanischen Fans geduldig und freundlich
       Autogramme geben und sich ablichten lassen.
       
       ## Erfahrungen sammeln im Weißen Haus
       
       Der SC Paderborn hat sich jedoch auch jenseits der Fußballstadien gezeigt.
       In der Universität von Maryland beispielsweise, im Kapitol oder im Weißen
       Haus. Zum Besuch des Amtssitzes von US-Präsident Donald Trump erklärte
       Trainer Ralf Kettemann der Paderborner Kreiszeitung: „Der Grund, aus dem
       wir hier sind, ist das Sammeln von Erfahrungen.“ Und Präsident Sagel
       berichtete: „Wir haben Räume gesehen, die man teilweise im Fernsehen nicht
       sieht. Der Chef des Hauses war auch da, und J. D. Vance haben wir im Auto
       gesehen.“
       
       Umgekehrt wurden natürlich auch die Bundesligaprofis aus Paderborn gesehen,
       vielleicht sogar von Vizepräsident Vance. Und der Verein machte auf sich
       aufmerksam, wie die Paderborner Kreiszeitung feststellte, „war er durch die
       blaue Trainingskleidung doch deutlich zu erkennen.“
       
       Ob in einer Washingtoner Sportbar das nächste Heimspiel des SC Paderborn
       gegen den VfB Stuttgart zu sehen sein wird, kann nicht mit Sicherheit
       behauptet werden. Die Paderborn-Begeisterung in Washington war dann doch
       auch nicht ganz so groß, wie die Leserinnen und Leser der Neuen
       Westfälischen glauben konnten. Von einem mit 20.000 Zuschauern bereits
       ausverkauften Spiel wurde im Vorfeld berichtet. Auf den Bildern von der
       Partie waren dann doch deutlich mehr freie als besetzte Plätze zu sehen.
       
       Aber das kann beim nächsten USA-Trip des SC Paderborn schon ganz anders
       aussehen. Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange deutete an, dass der SC
       Paderborn die Botschafterrolle für die Bundesliga gern weiter ausfüllen
       möchte: „Wir sind sehr offen und haben immer Lust auf etwas Neues.“ Eine
       weitere Reise in die USA oder ein anderes Land in der kommenden Saison sei
       absolut nicht ausgeschlossen. Wie hatte es doch Präsident Sagel so schön
       formuliert: „Für uns ist ja wichtig, dass wir unsere Medienreichweite in
       die Welt transportieren.“
       
       6 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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