# taz.de -- Intimes Möbelstück: Ich will ein Bett von dir
       
       > Heino versteigert das Ehebett, in dem er und seine Frau immer geschlafen
       > haben. Unter Promis hat so etwas Tradition. Ihre Betten versprechen Nähe.
       
 (IMG) Bild: Nicht von Heino, aber bestimmt gemütlich: Bett in einem Schlafzimmer in England
       
       Stell dir vor, du bist Heino-Fan. Das ist keine ganz leichte Übung, aber
       liegt seit seiner Klage gegen die AfD zumindest theoretisch wieder im
       Bereich des Möglichen. Dieser Heino, dein Schlagerstar, versteigert sein
       Bett. Nicht irgendein Bett, sondern das, in dem er mit seiner großen Liebe
       Hannelore Kramm glückliche Ehejahre verbracht hat. Dies wäre jetzt also
       deine Chance, dieses Bett zu erwerben – schlägst du zu?
       
       Zu Transparenzzwecken: Es ist nicht das Bett auf dem Foto, das Heino
       versteigern will, das hier fanden wir optisch ansprechender, weil plüschig.
       Heinos und Hannelores Doppelbett besteht aus ganz viel Holz, wenngleich es
       auf der Website des Auktionshauses ähnlich opulent aussieht. Mit seinen
       goldenen Ornamenten wirkt es fast schon barock, die Liegefläche ist mit 212
       × 225 Zentimetern extrabreit. Laut Heinos Management stammt es aus einer
       Manufaktur in Venedig und wurde zunächst für die Winterresidenz in Florida
       gekauft, bevor das Paar es in seine Villa nach Bad Münstereifel in
       Nordrhein-Westfalen umzog.
       
       Heino ist 87. Vor fast drei Jahren starb Heinos Frau, die auch
       Schlagersängerin war. Nun steht das Bett mit mehr als tausend weiteren
       Einrichtungsgegenständen aus dem gemeinsamen Haushalt bei einer
       Onlineversteigerung zum Verkauf, Erstpreis: 2.000 Euro. Bislang erfolglos,
       aber die Auktion läuft noch eine Weile.
       
       In der Vergangenheit fiel Heino vor allem durch Deutschtümelei immer wieder
       unangenehm auf. Etwa als er als Heimatbotschafter einer Ministerin aus
       Nordrhein-Westfalen eine Platte mit alten deutschen Volksliedern
       überreichte, die teilweise auch die SS gesungen hatte. Andererseits zog er
       wegen der Vereinnahmung seines Lieds „Blau blüht der Enzian“ durch die AfD
       wie eingangs erwähnt erfolgreich gegen die Partei vor Gericht. Es ist nicht
       das erste Mal, dass er sich von Nazis distanziert.
       
       Aber zurück zu Heinos Ehebett! Warum fasziniert uns das so? Wahrscheinlich,
       weil es das intimste Möbelstück von allen ist, das vermeintlich viel über
       seinen berühmten Besitzer verrät. Ist er ein Minimalist, oder schätzt er es
       schwülstig-feudal? Wie schläft er, wie machte er Liebe, welche
       vertraulichen Gespräche fanden darin statt? Hat er viel geträumt, und wenn
       ja, was?
       
       Dass Promis ihre Betten versteigern, hat Tradition. Ein spektakuläres
       Beispiel einer Bettenauktion stammt von der britischen Künstlerin Tracey
       Emin. Die hatte 1998 die Kunstinstallation „My Bed“ geschaffen, die aus
       ihrer eigenen Schlafstätte samt zerwühlter Bettwäsche, Taschentüchern,
       Alkohol und allerhand anderem Zeug bestand, das Menschen um ihr Bett
       deponieren, wenn sie Liebeskummer haben. 2014 ersteigerte es der deutsche
       Industrielle und Kunstsammler Graf Christian Dürckheim für 2,5 Millionen
       Pfund. Seither befindet es sich als Dauerleihgabe in der [1][Tate Gallery
       of Modern Art] in London.
       
       Der [2][Modedesigner Wolfgang Joop] wiederum versteigerte 2010 ein Bett aus
       seiner Villa in Potsdam – das er wiederum selbst [3][von Karl Lagerfeld]
       ersteigert hatte. Und das, obwohl sich die beiden Stardesigner immer wieder
       mit kleinen Sticheleien provozierten. Hatte er für seinen Kollegen
       vielleicht doch mehr Bewunderung übrig, als er öffentlich zugeben mag?
       Immerhin ist man jemandem ja nirgendwo so nah wie in dessen Bett.
       
       Womit wir wieder bei Heinos Ehebett wären. Man könnte sich da
       vorsichtshalber ein bisschen weiter links reinlegen. Und wer weiß,
       vielleicht hat man dann ja wirklich schöne Träume.
       
       16 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Fastabend
       
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