# taz.de -- Angst um Wasserversorgung: Grüne Liga will wieder gegen Plan für Red-Bull-Werk vorgehen
> Die Getränkehersteller Red Bull und Rauch wollen Pläne für ein neues
> Dosenwerk in Brandenburg vorantreiben. Umweltschützer kündigen eine Klage
> an.
(IMG) Bild: Umweltsünde? Verpackte Dosen mit frisch abgefüllten Energy-Drinks der Marke Red Bull
dpa | Die Grüne Liga Brandenburg will auch gegen den neuen Bebauungsplan
für den Ausbau des Werks der Getränkehersteller Red Bull und Rauch
juristisch vorgehen. Das Umwelt-Netzwerk kündigte an, beim
Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Rechtsmittel gegen den
Bebauungsplan in Baruth/Mark einzulegen. Diese werde nach der
Bekanntmachung des Plans im Amtsblatt erfolgen, hieß es in einer
Mitteilung.
Die Grüne Liga hatte schon einmal geklagt und damit das Projekt
ausgebremst. Das Oberverwaltungsgericht stoppte im Februar den ersten
Bebauungsplan für die Erweiterung des Industriestandorts in Baruth/Mark
rund 50 Kilometer südlich von Berlin. Dort soll unter anderem ein neues
Dosenwerk für die Energydrinks von Red Bull entstehen. Die Stadtverordneten
stimmten in der vergangenen Woche für einen neuen Bebauungsplan.
„Neben den Unklarheiten beim Lärmschutz, der Regenwasserversickerung und
dem Artenschutz sind gravierende formelle Mängel erkennbar, die eine
Unwirksamkeit auch des neuen Bebauungsplanes begründen“, sagte der
Rechtsanwalt der Grünen Liga Brandenburg, Tim Stähle. „Ziel war
offensichtlich die schnellstmögliche Aufstellung des Bebauungsplans. Eine
ordnungsgemäße Prüfung und Abwägung blieben dabei auf der Strecke.“
## Sorge vor vorzeitiger Waldrodung
Die Kritiker beklagen, dass die Stadt den beschlossenen Bebauungsplan noch
nicht offiziell bekannt gemacht hat und fordern, dies umgehend nachzuholen.
Denn erst ab diesem Zeitpunkt kann er auch gerichtlich überprüft werden.
Daher befürchten Umwelt-Initiativen, dass mit der Rodung der für die
Erweiterung vorgesehenen Waldflächen begonnen werden könnte, bevor eine
gerichtliche Überprüfung möglich wird. Das teilte das Ressourcenbündnis
Baruth mit.
Das Unternehmen hat nach der Verzögerung wegen der Rechtsstreitigkeiten den
Betriebsstart des Dosenwerks für 2028 geplant. Gegen die Erweiterung gibt
es vor allem aufgrund des Wasserverbrauchs seit langem Protest. Wegen des
Klimawandels nehmen Dürrefolgen zu. Die Unternehmen betonen stets, dass
nicht mehr Wasser als bisher gebraucht werde.
Voraussichtlich sollen nach Firmenangaben rund 3,3 Milliarden Dosen pro
Jahr für die Energydrinks hergestellt werden. Bislang werden die fertigen
Dosen für die Abfüllung der Getränke in Baruth/Mark per Lkw zu dem Werk
transportiert.
17 Hektar Kiefernwald sollen für die Erweiterung in der Nähe der
bestehenden Werkhallen gerodet werden. Doch noch fehlt die notwendige
behördliche Genehmigung für den Bau des Dosenwerks.
27 Sep 2026
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