# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Gibt es etwas, das dünnflüssiger als Wasser ist?
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> beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Lior, 10 Jahre alt.
(IMG) Bild: Wasser ist sehr dünnflüssig, keine Frage. Es gibt aber noch dünnflüssigere Stoffe: Benzin oder reiner Alkohol zum Beispiel
Ein Löffel taucht in ein Honigglas. Zieht man ihn aus dem Glas heraus, kann
man einen goldenen Faden sehen, der sich langsam streckt, kringelt,
allmählich dünner wird und irgendwann abreißt. Kippt man stattdessen ein
Glas Wasser um, ist es in einer Sekunde ausgelaufen. Honig und Wasser sind
beide flüssig. Nur unterschiedlich dick- oder dünnflüssig. Fachleute nennen
diesen Unterschied Viskosität.
Wasser ist sehr dünnflüssig, keine Frage. Es gibt aber noch dünnflüssigere
Stoffe: Benzin oder reiner Alkohol zum Beispiel. Der Stoff Diethylether
fließt rund viermal so leicht wie Wasser. Noch flüssiger ist flüssiges
Helium. Das fließt wie von Geisterhand die Wand seines Gefäßes hinauf.
Helium ist eigentlich ein Gas und nur in einer unheimlich kalten
Tiefkühltruhe flüssig. Die Dinge, die viel dünnflüssiger sind als Wasser,
sind also eher in einem Labor zu finden als zu Hause.
Die Flüssigkeiten, die uns im normalen Alltag umgeben, können wir häufig
ohne größere Gefahr mit unseren Sinnen erspüren. Unsere Finger sind hierzu
erstaunlich gute Messgeräte: Reibt man einen Tropfen zwischen den
Fingerspitzen, spürt man genau, wie zähflüssig oder dünnflüssig er ist.
Auch die Augen helfen mit: Ein dünner Strahl Flüssigkeit, der in [1][feine
Tropfen] zerfällt, verrät eine niedrige Viskosität, ein träger, in sich
zusammensackender Brei verrät eine hohe.
Dass ein Stoff leichter fließt als ein anderer, hängt von seinem
Aggregatzustand ab. Dieser Zustand beschreibt, wie eng sich die kleinsten
Bausteine eines Stoffes aneinanderklammern. In einem Festkörper wie Eis
sitzen die Teilchen fest verzahnt in einem starren Gitter. Nichts fließt.
Wird daraus flüssiges Wasser, lockert sich der Griff: Die Teilchen bleiben
sich zwar nah, können aber aneinander vorbeirutschen, mit ein bisschen
Reibung, der Viskosität.
Noch weniger hängen die Teilchen in einem Gas zusammen. In unserer Atemluft
zum Beispiel sausen die Teilchen frei umher, die Reibung wird winzig klein.
Neben fest, flüssig und gasförmig gibt es noch einen vierten, im Prinzip
noch loseren Aggregatzustand: Plasma. Das kommt aber nicht natürlich auf
dem Erdboden vor, sondern eher tief im Inneren der [2][Sonne] oder in einem
Blitz. Die Umgebung muss dafür [3][so heiß] sein, dass sich sogar die
Elektronen von ihren Atomen losreißen.
1 Sep 2026
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