# taz.de -- Grönland-Abkommen: Nicht klein beigeben
       
       > Die USA und Grönland haben ein Abkommen zur Sicherheit der Insel
       > getroffen, alle Seiten sind zufrieden. Aber das hätte man auch anders
       > haben können.
       
 (IMG) Bild: Die USA sichern sich ihre Präsenz in Grönland: US-Flagge am US-Konsulat in Nuuk
       
       Noch wissen nur Eingeweihte, was genau kommende Woche in New York feierlich
       unterzeichnet werden soll. Während die Welt auf Details zum [1][neuen
       Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Dänemark und Grönland] wartet,
       vernimmt sie jedenfalls von den Beteiligten nichts als Begeisterung über
       das Erreichte. Das Abkommen gebe den USA alles, was sie gewollt hätten, so
       der US-Präsident. Es werde für die nötige Sicherheit im geopolitisch
       sensiblen Nordatlantik sorgen, während es zugleich die Souveränität
       Dänemarks und das Selbstbestimmungsrecht Grönlands garantiere, betonen die
       nordischen Vertragspartner. Ebenfalls das, was sie von Anfang an gewollt
       hätten.
       
       Diese Einigung ist offenkundig ein Grund zur Freude, aber zugleich bleibt
       die Frage: Hätte man das nicht billiger haben können? [2][Wozu die
       weltpolitische Verunsicherung, ausgelöst von Donald Trumps Macho-Allüren],
       sich Grönland einverleiben zu wollen? Vielleicht hätte es gereicht, wäre er
       nach Kopenhagen und Nuuk gereist, um zu sagen: Wir müssen über Grönland
       reden. Mehr Staatsmann, weniger Bulldozer – in Zukunft vielleicht wieder.
       
       Aber immerhin ist es möglich, Trumps Vorgehen in diesem Fall etwas
       Positives abzugewinnen: Angesichts der Bedrohung von außen sah sich
       Dänemark gezwungen, einen Gang zuzulegen bei den Bemühungen um ein besseres
       Verhältnis zur ehemaligen Kolonie. Am Ende könnte Grönland deshalb sogar
       auf mehreren Ebenen profitiert haben. Der Preis allerdings war hoch. Die
       Menschen dort mussten zu lange mit der latenten Angst leben, dass erneut
       über ihre Köpfe hinweg über ihr Schicksal entschieden wird.
       
       Was Nuuk und Kopenhagen gemeinsam gezeigt haben: Es zahlt sich aus, sich
       von einem anscheinend übermächtigen Gegenspieler nicht einschüchtern zu
       lassen. Die konsequente Standfestigkeit gegenüber Trump könnte, das wäre
       ein weiterer positiver [3][Nebeneffekt, anderen Mobbingopfern als Vorbild]
       dienen.
       
       20 Sep 2026
       
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