# taz.de -- USA und Grönland: Streit um Ölvorkommen
> Ein Unternehmen aus Texas will den fossilen Energieträger an der
> grönländischen Ostküste fördern. Auf die Genehmigungen zu warten, dauert
> ihm zu lang.
(IMG) Bild: Hier gibt es noch unerforschte Ölvorkommen: grönländische Ostküste
Wieder einmal sieht sich Grönland genötigt, auf unwillkommene Signale aus
den USA zu reagieren: Am Montag erklärte Rohstoffminister Múte B. Egede die
Zuversicht einer US-amerikanischen Ölgesellschaft für vollkommen
unrealistisch, noch dieses Jahr in Grönland mit Probebohrungen loslegen zu
können.
Entscheidende Figuren der Greenland Energy Company zählen dem britischen
Guardian zufolge zu den Gefolgsleuten von US-Präsident Donald Trump. Das
Unternehmen aus Texas hatte vergangene Woche seine Aktionäre über
Fortschritte seines Ölprojekts im Nordosten Grönlands informiert. Eines
„der letzten, vielleicht das letzte vielversprechende, noch unerforschten
Ölvorkommen der Welt“, so schwärmen die Amerikaner von der Region Nunap
Qeqqa an der grönländischen Ostküste.
Dafür, dass das Vorkommen nicht mehr lange unerforscht bleibt, sollen nun
„konstruktive hochrangige Treffen“ mit zuständigen Stellen in Grönland
gesorgt haben. Damit man durch das lange Genehmigungsverfahren keine Zeit
verliere, fange man währenddessen schonmal mit den Vorbereitungen an. Auch
das steht in dem Brief an die Aktionäre.
Genau diese Herangehensweise aber brachte Grönland erst Ende Juli dazu,
eine „deutliche Warnung“ auszusprechen: Da hatten Greenland Energy und der
britische Lizenzinhaber 80 Mile die für Probebohrungen nötige Ausstattung
in die Nähe des Gebietes transportiert – ohne Genehmigung. Die Regierung in
Nuuk stellte klar: Alle künftigen logistischen Vorhaben müssten vor der
Durchführung angemeldet und genehmigt werden, sonst würden Restriktionen
folgen.
## Genehmigung fehlt
Der Regierung zufolge ist noch nicht einmal der erste Schritt zur
Genehmigung einer Probebohrung, die Projektbeschreibung, abgeschlossen.
Öffentliche Anhörungen und Bewertungen von Umwelt- und Gesellschaftsfolgen
stehen danach erst an. „Nichts davon ist fertig“, sagte Múte B. Egede dem
grönländischen Rundfunk KNR. Daher die Einschätzung, die Pläne seien
unrealistisch.
Grönland hatte 2021 beschlossen, keine weiteren Lizenzen zur Öl- und
Gasförderung in Grönland zu vergeben. Bereits erteilte Lizenzen hat die
Regierung allerdings nicht zurückgezogen.
11 Aug 2026
## AUTOREN
(DIR) Anne Diekhoff
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Grönland
(DIR) Erdöl
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Nato
(DIR) Grönland
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Nato-Gipfel: Trump lässt sich nicht um den Finger wickeln
Statt Stärke zu demonstrieren, glauben Deutschland und das Militärbündnis,
US-Präsident Donald Trump mit gefühlsduseligen Worten bei Laune zu halten.
(DIR) Nato-Gipfel in Ankara: Nato-Staaten versprechen Ukraine 70 Milliarden Euro
Die Nato-Staaten sichern der Ukraine eine milliardenschwere Militärhilfe
zu. Diese soll die Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung finanzieren.
(DIR) Proteste in Grönland: Gröne Welle, rote Fahne
In Grönland und Dänemark demonstrieren am Samstag Tausende Menschen gegen
die aggressive Rhetorik von US-Präsident Trump. Der legte indes nach.