# taz.de -- Einigung USA-Dänemark: Trump bekommt einen Grönland-Deal
       
       > Ein neues Abkommen sichert den USA eine dauerhafte Militärpräsenz auf
       > Grönland. Doch die Darstellungen dazu klingen unterschiedlich.
       
 (IMG) Bild: Das Arktische Kommando in der grönländischen Hauptstadt Nuuk. Im Gebäude befindet sich auch das US-Konsulat
       
       dpa | Die USA, Dänemark und Grönland haben nach langem Streit um die
       strategisch bedeutsame Arktisinsel überraschend einen Durchbruch verkündet.
       In der kommenden Woche werde voraussichtlich ein Abkommen mit den USA
       unterzeichnet, teilten die Regierungen von Dänemark und Grönland mit.
       US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor erklärt, das Abkommen sei schon
       besiegelt. Die Darstellung der Regierungen in Kopenhagen und Nuuk klang
       nicht nur in diesem Punkt etwas anders.
       
       Trump zufolge sichern sich die USA mit der Vereinbarung weitreichende
       Befugnisse und Kontrolle über die weltgrößte Insel, die zwar weitgehend
       autonom ist, aber zum dänischen Hoheitsgebiet gehört. „Die Vereinigten
       Staaten haben ein Abkommen mit dem Königreich Dänemark und Grönland
       geschlossen, das den Vereinigten Staaten die dauerhafte Kontrolle über die
       Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland gewährt“, schrieb er auf
       der Plattform Truth Social. Die USA dürften fortan tun, was immer nötig
       sei, um die Insel zu verteidigen. Kosten entstünden ihnen durch die
       Vereinbarung nicht.
       
       Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt damit [1][gedroht, die frühere
       dänische Kolonie zu annektieren]. Dann versuchte er, [2][mit Strafzöllen
       einen Verkauf an die USA zu erzwinge]n. Trump begründete dies mit
       Sicherheitsinteressen der USA und damit, dass Feinde der Vereinigten
       Staaten wie China und Russland die Insel unter ihre Kontrolle bringen
       wollten – und Dänemark dem nichts entgegenzusetzen habe.
       
       Ohne ausdrückliche Genehmigung der USA dürften ihre Feinde fortan keine
       militärischen Stützpunkte mehr auf der Insel errichten, teilte Trump nun
       mit. Gleiches gelte für „sensible Investitionen“ in Grönland – wobei er
       nicht näher ausführte, was damit gemeint ist.
       
       ## „Aussicht auf ein gutes Abkommen“
       
       Die dänische und grönländische Seite bestätigten diese Darstellung Trumps
       so nicht. Zum konkreten Inhalt des Abkommens und den Rechten oder Pflichten
       der Vertragsparteien machten sie keine Angaben. Auch wiesen sie auf weitere
       Zwischenetappen hin, die noch bevorstünden. Laut der dänischen Regierung
       soll die Vereinbarung im Rahmen der UN-Generalversammlung in der kommenden
       Woche besiegelt werden und bedarf danach noch der Zustimmung des
       Parlaments, bevor sie in Kraft treten kann.
       
       Es handle sich um einen Deal, der „unsere gemeinsame Sicherheit in der
       Arktis und im Nordatlantik stärkt und deshalb auch gut für die Nato und
       Europa ist“, wurde die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen in der
       gemeinsamen Mitteilung zitiert. Außerdem würden die Souveränität und
       territoriale Integrität des dänischen Königreichs und das Recht des
       grönländischen Volkes auf Selbstbestimmung anerkannt.
       
       Frederiksen sprach von der „Aussicht auf ein gutes Abkommen“. Der
       grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen erklärte, „das Abkommen
       erkennt Grönlands Interessen und unseren Platz in der internationalen
       Zusammenarbeit an. Es nützt uns allen.“
       
       ## Trump stellte Nato vor Zerreißprobe
       
       Trumps frühere Drohungen hatten unter europäischen Staaten und den
       Nato-Partnern der USA große Empörung und breiten Widerstand ausgelöst. Das
       transatlantische Bündnis schien zeitweise vor einer harten Zerreißprobe zu
       stehen. Auch Deutschland stellte sich in dem Konflikt hinter Grönland und
       Dänemark, die beide immer wieder betonten, die [3][strategisch bedeutsame
       und rohstoffreiche Insel] stehe nicht zum Verkauf.
       
       Schon im Februar hieß es aber in Nato-Kreisen, es werde wohl darauf
       hinauslaufen, dass die USA ihre Militärpräsenz auf Grönland künftig
       ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über
       bestimmte Investitionen auf der Arktisinsel bekommen. Grönland und das
       umliegende Meer gelten im Bündnis als Tor zum Nordatlantik, das eine
       zentrale Rolle für wichtige Handels-, Transport- und
       Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa spiele und
       geschützt werden müsse.
       
       ## Bekommt Grönland jetzt einen „Golden Dome“?
       
       Durch ein Abkommen von 1951 haben die USA ohnehin schon recht großen
       militärischen Spielraum auf der Eisinsel. Aktuell unterhält das US-Militär
       dort aber nur noch eine Militärbasis: die für Raketenabwehr und
       Radarüberwachung wichtige Pituffik Space Base im Nordwesten Grönlands, die
       den US-Streitkräften ihre Überlegenheit im Weltraum sichern soll. Trump
       sprach mehrfach über die Idee, ein Raketenabwehrsystem namens „Golden Dome“
       auf der Insel zu errichten, die beim Angriff eines Feindes wie Russland
       direkt in der Flugbahn möglicher Raketen mit Ziel USA liegen könnte.
       
       Für die Nato ist der Grönland-Konflikt seit langem ein höchst brisantes
       Thema. Einerseits muss das Bündnis um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn
       ein führendes Mitglied damit droht, sich durch wirtschaftlichen oder
       militärischen Zwang Gebiete eines anderen Nato-Staates einzuverleiben.
       Andererseits wäre es für die Nato ein Super-GAU gewesen, wenn die USA im
       Streit darüber aus dem Bündnis ausgetreten wären. Schließlich beruht die
       Abschreckung der Nato vor allem auf dem Atomwaffenarsenal und der Stärke
       der konventionellen Streitkräfte der USA.
       
       ##
       
       19 Sep 2026
       
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