# taz.de -- Debatte um Dokumentarfilm „Naza“: Juristen fordern Untersuchung zu möglichen Kriegsverbrechen
> Als rechtsstaatlichem Land stehe es Israel nicht an, Vorwürfe gegen seine
> Kriegsführung in Gaza pauschal zurückzuweisen, sagen israelische
> Rechtsexperten.
(IMG) Bild: Nach einem israelischen Luftangriff auf das Flüchtlingslager Dschabaliya im Gazastreifen am Montag, dem 9. Oktober 2023
kna | Israelische Völkerrechtler fordern eine unabhängige Untersuchung
mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen. Angesichts der Vorwürfe, die
gegen Israels Kriegsführung bestünden, sei eine pauschale Zurückweisung
ohne eingehende Prüfung unangemessen, [1][erklärten 14 Fachleute gemeinsam
laut der Zeitung Ha’aretz ] am Dienstag.
Die Initiatoren, Mitglieder israelischer akademischer Einrichtungen,
verwiesen auf völkerrechtliche Bedenken, die schon seit Beginn der
militärischen Antwort Israels auf die Terrorakte im Oktober 2023 erhoben
werden. Es gehe um Anstiftung zu Verbrechen, militärisch nicht
gerechtfertigte Zerstörung von Infrastruktur, unverhältnismäßige Schädigung
von Zivilisten und Behinderung humanitärer Hilfe. Ein Land, das sich der
Rechtsstaatlichkeit verpflichtet fühle, müsse solche Vorwürfe angemessen
untersuchen.
## Anstoß durch „Naza“
Einen Anstoß zu der Forderung gab laut „Haaretz“ der [2][Dokumentarfilm
„Naza“ der israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor] über das
Vorgehen Israels im Gazastreifen. „Naza“, abgeleitet von dem hebräischen
Wort für Kollateralschaden, zeigt anonymisierte Interviews mit israelischen
Soldaten und Geheimdienstmitarbeitern, die aussagen, Israel habe zivile
Opfer bei Angriffen einkalkuliert.
Der Film wurde [3][bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Spezialpreis
der Jury ausgezeichnet]. In Israel löste er eine heftige Kontroverse und
politische Reaktionen aus. Kulturminister Miki Zohar erklärte, er wolle
sich für den Entzug der israelischen Staatsbürgerschaft der Regisseure
einsetzen.
## Haftbefehl gegen Netanjahu
Gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und den früheren
israelischen Justizminister Joav Galant liegen bereits seit November 2024
[4][Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs] vor. Das Gericht in
Den Haag sieht hinreichende Gründe für die Annahme, dass die beiden unter
anderem durch den Einsatz von Hunger als Waffe Kriegsverbrechen und
Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben.
15 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.haaretz.com/gaza/2026-09-15/ty-article/.premium/israeli-law-scholars-call-for-independent-probe-into-suspected-gaza-war-crimes/000001a0-a466-d9a4-a3a7-bf76fea50000
(DIR) [2] /Kontroverse-um-Doku-Naza/!6212982
(DIR) [3] /Bericht-vom-Filmfestival-in-Venedig/!6212738
(DIR) [4] /Haftbefehl-gegen-Netanjahu/!6048843
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