# taz.de -- Ergebnisse der U16-Wahl in Berlin: Die Jugend wählt links
       
       > Die Wahl unter Berliner Schüler*innen zeigt: Diejenigen, die in
       > Zukunft in dieser Stadt leben, wünschen sich eine linke Regierung.
       
 (IMG) Bild: Bisher nur symbolisch wahlberechtigt: Zwei Schülerinnen tragen bei der U16-Wahl die Wahlurnen aus Pappe eine Treppe hoch
       
       Mit 32,8 Prozent ist die Linke klare Wahlsiegerin. Sie liegt knapp 12
       Prozentpunkte vor den Grünen, für die immerhin noch 20,9 Prozent der Kinder
       und unter 16-jährigen Jugendlichen stimmten. Der SPD gaben 11,9 Prozent der
       jungen Nichtwahlberechtigten ihre Stimme. Auf dem vierten Platz landete die
       CDU mit 8,3 Prozent.
       
       Das ist das [1][Ergebnis der U16-Wahl in Berlin], das die Veranstalter am
       frühen Montagnachmittag bekannt gegeben haben. Bei der Wahl konnten in der
       vergangenen Woche alle unter 16 ihre Stimme symbolisch abgeben. Bis
       Freitagabend hatten dafür rund 300 Wahllokale in
       Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen oder Bibliotheken geöffnet.
       
       Und auch auf dem fünften Platz ist bei der Abstimmung der unter 16-Jährigen
       noch keine Spur von der AfD zu sehen. Die in Teilen rechtsextreme Partei
       liegt in [2][aktuellen Umfragen zur Berlin-Wahl] am Sonntag im ähnlichen
       zweistelligen Bereich wie die Linke, die CDU und die Grünen. Die noch nicht
       wahlberechtigten Schüler*innen zogen ihr aber mit 7,7 Prozent die
       Tierschutzpartei noch vor. Die AfD kam mit 5,8 Prozent daher nur knapp über
       die Fünf-Prozent-Hürde und liegt auf dem sechsten Platz.
       
       Weil der Senat das Wahlalter in Berlin auf 16 Jahre abgesenkt hat, wurde
       [3][aus der sonst veranstalteten U18-Wahl] erstmals eine U16-Wahl. An der
       U18-Wahl zur Bundestagswahl [4][hatten in Berlin laut Veranstalter knapp
       32.500 junge Menschen teilgenommen].
       
       ## Unterschiede in den Bezirken
       
       Neben der symbolischen Stimme für das Abgeordnetenhaus durften die
       U16-Wähler*innen auch für die Bezirksverordnetenversammlungen abstimmen.
       Ginge es nach ihren Stimmen, hätte [5][die Linke in Neukölln mit 51,3
       Prozent die absolute Mehrheit], gefolgt von den Grünen, der SPD und der
       Tierschutzpartei. Ähnlich stark ist die Linke [6][in
       Friedrichshain-Kreuzberg mit 47,4] Prozent.
       
       In Pankow [7][wären die Grünen mit 34,9 Prozent die stärkste Kraft], auch
       in [8][Steglitz-Zehlendorf liegen sie vor allen anderen – und dort steht
       außerdem die CDU an zweiter Stelle]. In Steglitz-Zehlendorf und in Mitte
       käme die Kleinstpartei Volt außerdem auf knapp mehr als 5 Prozent. In
       [9][Lichtenberg steht die Tierschutzpartei] mit 20,7 Prozent auf dem
       zweiten Platz (nach den Linken). In Marzahn-Hellersdorf wiederum [10][folgt
       auf die Linke (37,9) die AfD.]
       
       ## Staatsbürgerschaft egal
       
       Für die U16-Wahl wählen durften grundsätzlich alle jungen Menschen
       unterhalb der Altersgrenze. Die Staatsbürgerschaft spielte dabei keine
       Rolle. Für die „richtige“ Wahl am 20. September werden ihre Stimmen aber
       nicht gezählt. Insgesamt hatten in der vergangenen Woche knapp 39.400
       Kinder und Jugendliche abgestimmt.
       
       „Die U16-Wahl dieses Jahr zeigt: [11][Junge Menschen interessieren sich für
       Politik und sie wollen mitreden]“, erklärt das Landeskompetenzzentrum für
       Beteiligung und Demokratiebildung in der Kinder- und Jugendhilfe, das die
       Wahl in Berlin koordiniert hat. „Obwohl bei der diesjährigen Wahl zum
       Abgeordnetenhaus erstmals regulär ab 16 Jahren gewählt werden darf,
       [12][spielen die Perspektiven und Anliegen junger Menschen in politischen
       Debatten noch immer eine zu geringe Rolle]“, sagt Scarlett Strehlow vom
       Landeskompetenzzentrum. Dabei seien Kinder und Jugendliche von politischen
       Entscheidungen besonders betroffen – und müssten mit ihren Folgen am
       längsten leben.
       
       ## Interesse wächst
       
       Verglichen mit der letzten regulären Wahl zum Abgeordnetenhaus 2023 hätten
       diesmal doppelt so viele junge Menschen bei der U16-Wahl ihre Stimme
       abgegeben. „Die U16-Wahl schafft einen Raum, in dem junge Menschen
       demokratische Prozesse praktisch erleben, sich mit politischen Fragen
       auseinandersetzen und ihre eigenen Standpunkte entwickeln können“, sagte
       dazu Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU).
       
       Tatsächlich ist die Idee, demokratische Prozesse einzuüben, sehr sinnvoll.
       Denn in der Demokratieforschung zeigt sich: Wer die erste Wahl auslässt,
       stimmt oft auch bei späteren Wahlen nicht mit ab.
       
       14 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /U16-Wahl-in-Berlin/!6210783
 (DIR) [2] https://dawum.de/Berlin/
 (DIR) [3] /U18-Wahl-in-Berlin-und-Brandenburg/!6066893
 (DIR) [4] /U18-Wahl-in-Berlin-und-Brandenburg/!6066893
 (DIR) [5] https://wahlen.u18.org/wahl-zur-bezirksverordnetenversammlung-neukolln/ergebnisse
 (DIR) [6] https://wahlen.u18.org/wahl-zur-bezirksverordnetenversammlung-friedrichshain-kreuzberg/ergebnisse
 (DIR) [7] https://wahlen.u18.org/wahl-zur-bezirksverordnetenversammlung-pankow/ergebnisse
 (DIR) [8] https://wahlen.u18.org/wahl-zur-bezirksverordnetenversammlung-steglitz-zehlendorf/ergebnisse
 (DIR) [9] https://wahlen.u18.org/wahl-zur-bezirksverordnetenversammlung-lichtenberg/ergebnisse
 (DIR) [10] https://wahlen.u18.org/wahl-zur-bezirksverordnetenversammlung-marzahn-hellersdorf/ergebnisse
 (DIR) [11] /Erstwaehlerinnen-in-Berlin/!6203978
 (DIR) [12] /Erstwaehler-in-Berlin/!6189620
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uta Schleiermacher
       
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