# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Gespräche in Oman verschoben
> Das Außenministertreffen am Persischen Golf findet vorerst nicht statt.
> Der Ölpreis steigt weiter. Der iranische Atomchef kommt nicht zur
> IAEA-Tagung.
(IMG) Bild: Musandam, Oman, 3. August: Tanker in der Straße von Hormus
## Ölpreise legen zu, Gespräche verschoben
Die Ölpreise haben zum Wochenstart wegen der von Saudi-Arabien
abgeschalteten Ölpipeline und der abgesagten Gespräche zur [1][Straße von
Hormus] zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der
Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November kletterte am
Morgen um knapp drei Prozent auf 107,60 Dollar und näherte sich damit
wieder der Marke von 110 Dollar. Am Freitag war der Brent-Preis nach einem
rasanten Anstieg in den Tagen davor noch etwas gefallen.
Grund war die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahostkonflikt. Doch das für
heute geplante Außenministertreffen der Staaten am Persischen [2][Golf in
Oman] findet nicht statt. „Im Interesse des Konsenses wurde das für morgen
in Salalah geplante regionale Treffen verschoben“, teilte der omanische
Außenminister Badr al-Busaidi am späten Sonntagabend auf der Plattform X
mit. Berichten zufolge war eigentlich geplant, dass bei dem Treffen Iran
und Oman eine Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt über die Straße von
Hormus vorstellen wollten.
Am Wochenende hatte es bereits weitere Rückschläge gegeben. So setzt der
Konflikt im Nahen Osten den weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien massiv
unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der
zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im
Jemen muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch noch eine wichtige
Pipeline abschalten.
Eine zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte die Ölpreise weiter
steigen lassen. Die Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch
blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten
Meer bringen kann, wurde nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen
Riad und Medina vorsorglich stillgelegt.
Brent-Rohöl hat sich seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent verteuert, liegt
aber aktuell noch deutlich unter seinem Ende April erreichten
Kriegszwischenhoch von etwas mehr als 126 US-Dollar je Barrel. (dpa)
## Störung der Straße von Hormus wohl kurzfristig
Die Störung an der Straße von Hormus ist nach Einschätzung von Omans
Energieminister Salim al-Aufi voraussichtlich eine kurzfristige
Angelegenheit. Mittelfristig dürfte sich die Lage stabilisieren, erklärt
al-Aufi. Sein Land könne weiter Öl und Gas fördern. Die rasant steigenden
Preise für Öl und Flüssigerdgas (LNG) sind dem Minister zufolge auf Dauer
für niemanden tragbar. Zudem sollten alternative Exportwege über den Oman
oder den Jemen erschlossen werden. (rtr)
## Schiffsverkehr in Straße von Hormus geht deutlich zurück
Vorläufige Daten zeigen einen deutlichen Rückgang des Schiffsverkehrs in
der Straße von Hormus. Am Wochenende sei die Zahl der täglichen
Durchfahrten auf eine einstellige Zahl gesunken, während der
Zehn-Tages-Durchschnitt bei 14 liege. Die Zahlen schließen keine Schiffe
ein, die die Meerenge mit abgeschalteten Transpondern durchqueren. (rtr)
## Iranischer Atomchef wegen Reiseverbots nicht bei IAEA-Tagung erwartet
Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Eslami, wird nach
AP-Informationen voraussichtlich erstmals seit Jahren nicht an der
Jahrestagung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien
teilnehmen. Grund ist ein internationales Reiseverbot gegen Eslami, wie ein
mit der Angelegenheit vertrauter Vertreter der AP mitteilte. Österreich
hatte bei einem Sanktionsausschuss der Vereinten Nationen eine
Ausnahmegenehmigung beantragt, damit Eslami an der Konferenz teilnehmen
kann. Diese sei jedoch nicht erteilt worden, sagte der Vertreter, der
anonym bleiben wollte.
Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Irna hatte allerdings am
Samstag berichtet, Eslami sei nach Wien gereist, um an der IAEA-Konferenz
teilzunehmen und Vertreter verschiedener Länder zu treffen. Die
Jahrestagung beginnt am Montag und dauert bis Freitag.
Eine Abwesenheit Eslamis wäre ein weiteres Zeichen der zunehmend
angespannten Beziehungen zwischen Iran und dem Westen. Seit den
israelischen und US-amerikanischen Angriffen auf iranische Atomanlagen im
Juni 2025 hat [3][Teheran] IAEA-Inspektoren keinen Zugang zu den
betroffenen Anlagen gewährt. Damit verstößt Iran nach Einschätzung der IAEA
gegen seine Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag.
Die Atombehörde kann zudem seit den Angriffen den Bestand an hoch
angereichertem Uran in Iran nicht mehr überprüfen. Nach ihren Angaben
verfügt das Land über 440,9 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von
bis zu 60 Prozent. Für waffenfähiges Uran sind rund 90 Prozent
erforderlich.
Der Iran betont, keine Atomwaffen anzustreben und sein Atomprogramm
ausschließlich friedlich zu nutzen. (ap)
14 Sep 2026
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