# taz.de -- Rekordspende für Reform UK: Millionen für die Macht
       
       > Zwei Kryptomilliardäre spenden rund 84 Millionen Euro für die
       > rechtspopulistische Reform UK. Nun wird der Ruf nach Obergrenzen für
       > Parteispenden laut.
       
 (IMG) Bild: Geld-Macht: Protest gegen Kryptomilliardär Christopher Harborne und Reform-UK-Chef Nigel Farage in Birmingham
       
       Die rechte Partei Reform UK hat am Wochenende die höchsten Parteispenden in
       der britischen Geschichte erhalten. Binnen 48 Stunden hat Reform UK am
       Wochenende sowohl 36 Millionen Pfund von Ben Delo als auch noch mal die
       gleiche Summe von Christopher Harborne zugesprochen bekommen. Beide wurden
       durch Kryptowährungsunternehmen zu Milliardären.
       
       Zusammengenommen bereichern diese Spenden die von Nigel Farage geführte
       Partei um umgerechnet knapp 84 Millionen Euro. Delo gab an, er wolle Reform
       UK helfen, sich aufs Regieren vorzubereiten. Die Partei solle dieselben
       Chancen haben wie die anderen politischen Mitbewerber.
       
       Harborne wiederum begründete seine Spende mit der Tatsache, dass keine der
       Parteien, die das Land bis jetzt regierten, also die konservatieren Tories
       und aktuell die Labour-Partei unter Premier Andy Burnham, das Versprechen
       einer wachsenden Wirtschaft eingehalten hätten. Reform UK hat da aber
       offensichtlich das Vertrauen des Kryptomilliardärs: Die Partei brauche nun
       unbedingt mehr Ressourcen, als sie über Mitgliederbeiträge generieren
       könne.
       
       ## Geld für professionelle Wahlteams
       
       Farage, wie könnte es anders sein, begrüßte die Spenden. Sie ermöglichten
       Reform UK, so der Parteichef, für die nächste Nationalwahl – sie findet
       spätestens 2029 statt – professionelle Wahlteams in den 400 wichtigsten
       Wahlkreisen aufzustellen.
       
       Reform UK, die sich gerne als Partei gegen die „etablierten Eliten“
       definiert, führte vor den letzten [1][Wahlen 2024 l]ange sämtliche
       Meinungsumfragen an. Doch dann wurde darüber spekuliert, Harborne könnte
       eine 5-Millionen-Pfund-Spende an Farrage nicht transparent gemacht haben.
       Es gab eine parlamentarische Untersuchung. Farage trat danach als
       Abgeordneter zurück, was die Ermittlungen auf Eis legte. Die [2][Nachwahl
       in seinem Wahlkreis Clacton-on-Sea im August gewann er dann jedoch] – die
       parlamentarische Prüfstelle hat ihre Arbeit also wieder aufgenommen.
       
       Nachdem vor zwei Wochen eine Investigativrecherche ausgestrahlt wurde, die
       Nigel Farage und hohe Parteifunktionäre bei einem Treffen filmte, wo es um
       die Verschleierung hoher Geldspenden aus dem Ausland sowie weitere
       Parteispenden ging, ermittelt nun auch die Londoner Metropolitan Police.
       Bei den Parteispenden soll es unter anderem um zwei Geldüberweisungen in
       Höhe von jeweils 500.000 und 1 Million Pfund gehen. Unter anderem soll ein
       Unternehmen des stellvertretenden Parteiführers Richard Tice involviert
       sein.
       
       Reform UK erhielt dieses Jahr bereits mehr Parteispenden als jede andere
       britische Partei. Harborne spendete allein 3 Millionen Pfund im Frühjahr
       und zwölf Millionen im vergangenen Jahr. Ben Delo ließ der Partei in diesem
       Jahr schon 8 Millionen Pfund zukommen. Im Parlament liegt derzeit ein
       Gesetzesantrag, der eine Obergrenze ausländischer Parteispenden auf 100.000
       Pfund, etwa 116.000 Euro, begrenzen will.
       
       ## Keine Limits für Parteispenden
       
       Das britische Wahlsystem hat Obergrenzen, wie viel von den Parteien pro
       Kandidat bei Wahlen ausgegeben werden darf. Doch für Parteispenden gibt es
       keine Limits. Vorschläge, dies zu ändern, darunter zuletzt durch die
       Labour-Abgeordnete Stella Creasey, wurden bisher abgeblockt – mitunter
       auch, weil Labour von hohen Gewerkschaftszuschüssen abhängig ist. Andy
       Burnham hat, bevor er Premierminister wurde, im Mai eine Obergrenze in Höhe
       einer halben Million Pfund ins Spiel gebracht.
       
       Duncan Hames, der politische Chef der Antikorruptionsorganisation
       Transparency International UK bezeichnete die Spenden auf Bluesky als
       Wendepunkt. Die außer Kontrolle geratene Lage verlange eine schnelle und
       staatlich festgelegte jährliche Obergrenze für Parteispenden.
       
       13 Sep 2026
       
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