# taz.de -- Demos gegen die AfD: In ganz Deutschland regt sich Widerstand
       
       > Mit Plakaten und klaren Worten setzen über 100.000 Menschen ein Zeichen
       > gegen Ausgrenzung und für Demokratie. Von Stricknadeln bis zum
       > Krümelmonster: ein kreativer Protest.
       
 (IMG) Bild: In ganz Deutschland gehen Menschen gegen die AfD auf die Straße
       
       dpa/taz | Unter dem Motto „Kein Schritt zurück! Gegen die AfD und rechte
       Hetze!“ sind nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Veranstaltern
       rund 20.000 Menschen durch die Düsseldorfer Innenstadt gezogen. Die
       ursprünglich angemeldete Teilnehmerzahl wurde damit verdoppelt. Mehrere
       politische Initiativen hatten zu der Protestkundgebung aufgerufen, um ein
       gemeinsames Zeichen für eine offene demokratische Gesellschaft zu setzen.
       
       Auf den Transparenten war etwa zu lesen: „Kein Platz für Rattenfänger“ oder
       „Jetzt können wir herausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan
       hätten!“ Zu den Teilnehmern, die nach Polizeiangaben friedlich und ohne
       Gegendemonstrationen unterwegs waren, zählten auch die „Omas gegen Rechts“.
       Auf ihrem Plakat postulierten sie mit angehängtem Läppchen und Nadeln:
       „Rechts wird nur gestrickt.“ Bei schönstem Wetter hatten sich auch
       zahlreiche Familien mit Kindern in den Protestzug eingereiht.
       
       Bei der Landtagswahl am 6. September hatte die AfD in Sachsen-Anhalt mit
       knapp 44 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen bekommen, eine absolute
       Mehrheit allerdings verfehlt.
       
       ## Demonstration in Hamburg: „Freiheit muss verteidigt werden“
       
       Erneut sind in Hamburg tausende Menschen gegen Rechtsextremismus auf die
       Straße gegangen. Unter dem Motto „Zeit zum Handeln – Freiheit muss
       verteidigt werden“ zogen nach Angaben der Veranstalter rund 25.000
       Demonstranten durch die Innenstadt, um gegen Rechtsextremismus und eine
       Normalisierung rechtsextremer Parteien zu protestieren. Die Polizei konnte
       auf Nachfrage zunächst keine Angaben zur Teilnehmerzahl machen.
       
       ## Bischöfin Fehrs und Bosse auf der Bühne
       
       Als Rednerinnen traten unter anderem die Vorsitzende des Rates der
       Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs,
       Hamburgs DGB-Chefin Tanja Chawla und die stellvertretende
       Schura-Vorsitzende Özlem Nas auf. Ebenfalls auf der Bühne: der Sänger Axel
       Bosse. Er spielte gemeinsam mit dem Hamburger Kneipenchor live am
       Jungfernstieg in der Hamburger Innenstadt.
       
       Veranstalter und Partner waren das Bündnis „Zusammen gegen Rechts Hamburg“,
       die Initiative „Prüf“, die Klimabewegung Fridays for Future Hamburg und
       zahlreiche weitere Organisationen. Das Wahlergebnis der AfD in
       Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent sei zwar keine Überraschung gewesen,
       hieß es im Demonstrationsaufruf. Die internationalen Reaktionen zeigten
       jedoch, welche Rolle diese Wahl im Kontext der weltweit erstarkenden
       Rechten spiele.
       
       ## Jeden zweiten Samstag im Monat „Prüf“-Demo
       
       Die bundesweite Initiative „Prüf“ um den Satiriker und früheren
       EU-Abgeordneten Nico Semsrott ruft seit Monaten jeden zweiten Samstag im
       Monat um 14 Uhr zu einer Demonstration auf. Ihr Ziel: „Alle Parteien, die
       vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert
       rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht
       überprüft werden.“ „Prüf“ steht für „Prüfung rettet übrigens Freiheit“.
       
       ## Demo für Zusammenhalt in Berliner Innenstadt
       
       In der Berliner Innenstadt fand eine große Demonstration für
       gesellschaftlichen Zusammenhalt statt. Am RAW-Gelände, Savigny-Platz und
       dem Vorplatz S-Bahnhof Landsberger Allee waren Züge gestartet. Auch unter
       anderem vom Pariser Platz, Rosa-Luxemburg-Platz, Frankfurter Tor und dem
       Großen Stern machten sich Demonstrierende auf den Weg zum Roten Rathaus, wo
       gegen 16 Uhr die Abschlusskundgebung stattfand.
       
       Hinter der Veranstaltung unter dem Motto „Zeit, dass sich was dreht“ steckt
       ein Bündnis aus fast 100 Organisationen, Initiativen und Gewerkschaften,
       die für gesellschaftlichen Zusammenhalt demonstrieren. Unter den
       Organisationen sind etwa die Klimaschutzbewegung Fridays for Future, „Omas
       gegen Rechts“, die Gewerkschaft Verdi und der ADFC Berlin. Die Veranstalter
       zählten 32.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Polizei sprach von
       18.000 Menschen.
       
       Die Demozüge sollten die ganze Bandbreite der Engagierten abdecken, von
       Klimaschutz über soziale Gerechtigkeit und Mobilitätswende bis zu
       Antirassismus, Queerfeminismus und dem Schutz der Demokratie, teilten die
       Veranstalter mit.
       
       Auf Plakaten der Teilnehmenden war etwa „Hand in Hand für globale
       Gerechtigkeit“, „Radfahren darf kein Extremsport sein“ und „Demokratie
       schützen – [1][AfD verbieten]“ zu lesen.
       
       12 Sep 2026
       
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