# taz.de -- Sanierung verkürzt und verteilt: Bahn will Teile der RE1-Linie acht Monate sperren
       
       > Die Deutsche Bahn plant für die Bauarbeiten auf der Strecke
       > Berlin–Frankfurt (Oder) keine neunmonatige Sperrung mehr. Das habe
       > Vorteile für die Fahrgäste.
       
 (IMG) Bild: Bauarbeiten am Bahnhof Pillgram, auf der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) des Regionalexpress RE1 (14. 8. 2026)
       
       dpa | Die Deutsche Bahn will die Sperrung der RE1-Strecke von Berlin nach
       Frankfurt (Oder) für die Sanierung ab 2029 etwas verkürzen und auf zwei
       Jahre verteilen. Das kündigte die Bahn im Verkehrsausschuss des
       Brandenburger Landtags an. Bei dem Konzept werden die Arbeiten östlich von
       Fürstenwalde/Spree konzentriert, damit ist Nahverkehr westlich von
       Fürstenwalde möglich. Die ursprünglich geplante neunmonatige Sperrung war
       auf Kritik gestoßen.
       
       Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) zeigte sich auch mit
       den neuen Plänen nicht ganz zufrieden. „Auch wenn dadurch möglicherweise
       eine einzelne sehr lange Sperrung vermieden wird, wären die verkehrlichen
       Einschränkungen auf dem Ost-Ast des RE1 über viele Jahre hinweg erheblich“,
       sagte er. „Aus Sicht des Landes ist das noch keine nachhaltige Entlastung
       der Fahrgäste.“ Das habe er in einem Schreiben an die Deutsche Bahn im
       August deutlich gemacht. Der Linke-Bundestagsabgeordnete Christian Görke
       sprach von einer Mogelpackung. „Statt das Baustellen-Chaos grundlegend zu
       lösen, wird die Belastung einfach nur aufgeteilt und über Jahre gestreckt“,
       sagte er.
       
       ## Nahverkehr zwischen Berlin und Fürstenwalde
       
       Die Bahn will die Sperrung teilen. „Die Aufteilung in zwei mal vier Monate
       Totalsperrung bezieht sich nicht auf die gesamte Strecke, wie es ja
       ursprünglich geplant war“, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen
       Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Alexander
       Kaczmarek. „Wir können bei dieser Lösung tatsächlich sicherstellen, dass
       der Nahverkehr zwischen Berlin und Fürstenwalde im Jahr 2029 weitestgehend
       ungestört verlaufen kann.“ Im Jahr 2030 gelte das in der zweiten Bauphase
       von März bis Mai und im Juni bis Fangschleuse.
       
       Der Bahnmanager sagte, es gebe die Verpflichtung, das europäische
       Zugsicherungssystem ETCS auf dieser wichtigen internationalen Verbindung
       Berlin–Frankfurt/Oder bis 2030 einzurichten. „ETCS bedeutet halt
       tatsächlich, ein komplett neues Leit- und Sicherungssystem für eine solche
       Strecke aufzubauen – und das kann man eben notgedrungenerweise nicht unter
       dem rollenden Rad.“
       
       ## Sanierung der Oberleitungen kommt später
       
       Die Deutsche Bahn verzichtete auf mehrere Alternativen. Eine Variante hätte
       11,5 Monate Sperrung 2029 – fast ein Jahr – bedeutet. Das lehnte die
       Bahn-Tochter DB InfraGo wegen des Engpasses ab. Bei einer anderen Variante
       hätte die Sperrung 23,5 Monate – knapp zwei Jahre – gedauert, wäre aber
       eingleisig gewesen. Das lehnte das Eisenbahnunternehmen ODEG wegen der
       Dauer ab. Eine weitere Variante wären neun Monate Streckensperrung in zwei
       Jahren gewesen, die Bahn-Tochter verwies aber auf Personalengpässe bei der
       Stellwerksanierung.
       
       Die Sanierung der Oberleitungen wird auf 2033 und 2035 verschoben. „Es gibt
       einfach im Moment viel zu wenig Kapazitäten auf dem Markt, und deswegen
       haben wir diese Anteile herausgenommen und dann in die Jahre 33 und 35
       verschoben“, sagte der Konzernbevollmächtigte.
       
       Der RE1 ist eine wichtige Pendlerstrecke, die Strecke ist auch Teil der
       Zugverbindung von Berlin nach Warschau. Auch in diesem Jahr gab es eine
       Streckensperrung für den Regionalexpress RE1 zwischen Berlin und Frankfurt
       (Oder), sie wurde noch verlängert.
       
       11 Sep 2026
       
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