# taz.de -- DFB-Frauen beginnen Länderspieljahr: Neue Gesichter nach langem Anlauf
       
       > Für die WM-Qualifikation genießen die deutschen Fußballerinnen eine
       > ausgedehnte Vorbereitung. Larissa Mühlhaus und Jella Veit sind neu dabei.
       
 (IMG) Bild: Umklammert: Larissa Mühlhaus im Werder-Trikot
       
       Den Ball vorgelegt, kurzer Anlauf – und ein strammer Schuss, der zum
       zweiten Mal nacheinander passgenau in den Winkel flog. Als Larissa Mühlhaus
       auf dem DFB-Campus in der Abenddämmerung vor der Frankfurter Skyline ihre
       Fertigkeiten beim Torschuss demonstrierte, staunte Bundestrainer Christian
       Wück nicht schlecht. Nur eines wollte der 52-Jährige angemerkt haben: Beim
       nächsten Mal müsse auch ein Kontakt für die Ballmitnahme reichen.
       Gleichwohl: Die beste Torjägerin des SV Werder könnte auch das
       Frauen-Nationalteam in Zukunft bereichern.
       
       Ihre Beförderung in den Kader für die WM-Qualifikationsspiele gegen
       Slowenien in Dresden (Dienstag 17.45 Uhr/ARD) und vier Tage später gegen
       Norwegen in Stavanger (18 Uhr/ZDF-Livestream) hatte die 23-Jährige zwar dem
       Ausfall von Selina Cerci (TSG Hoffenheim) zu verdanken, doch ihren
       Werdegang verfolgt Wück schon länger. Endlich mal eine, die im Abschluss
       nicht lange fackelt. Und das erwies sich als Kardinalproblem der
       DFB-Frauen, die im Nations-League-Finale [1][gegen Spanien (0:0, 0:3)]
       trotz bester Chancen in Hin- und Rückspiel nicht einmal das Tor trafen.
       
       [2][Die erste Bremer Nationalspielerin] soll zudem demonstrieren, dass die
       Grenzen zwischen den Frauen-Auswahlteams fließend sind. Belegt durch ein
       Gruppenbild auf der Terrasse, bei dem die A-Nationalspielerinnen noch mehr
       herumblödelten als die Talente der U23. Wenigstens hier wird noch die
       Gemeinschaft betont, wenn schon Verband und Vereine bei der Zukunft der
       Frauen-Bundesliga nicht zusammenkommen. Die von ihrer Klubtrainerin und
       TV-Expertin Fritzy Kromp vehement geforderte Mühlhaus erhielt überdies ein
       Lob von Wücks Co-Trainerin Saskia Bartusiak: „Sie konnte in den letzten
       Monaten auf sich aufmerksam machen. Sie hat verdient, dabei zu sein.“
       
       Dasselbe gelte für die anstelle der verletzten Sophia Kleinherne
       nachgerückten Jella Veit von Eintracht Frankfurt, wobei die frühere
       Weltklasseabwehrspielerin Bartusiak nicht findet, dass die 20-jährige
       Innenverteidigerin gravierende Temponachteile mitbringt. „Die Daten sagen
       etwas anderes. Sie ist eine junge Spielerin, die in allen
       U-Nationalmannschaft schon viele Spiele gemacht hat. Sie ist gut dabei,
       sich weiterzuentwickeln.“
       
       ## Gebürtige Hamburgerinnen
       
       Die beiden gebürtigen Hamburgerinnen Mühlhaus und Veit sind die einzig
       neuen Gesichter im Kader, der sich erst an den neuen Rahmen für
       Länderspiele im Frühjahr gewöhnen muss. Die Fifa hat recht rücksichtslos
       die Abstellungsperioden im März und April auf jeweils zweieinhalb Wochen
       ausgedehnt, um kontinentale Vergleiche zu ermöglichen. Während so manch
       Vereinscoach schmollt, freut sich das DFB-Trainerteam über die gewonnene
       Zeit.
       
       Wenn man die DFB-Brille aufgesetzt habe, erklärte Bartusiak, sei es „früher
       für die Spielerinnen immer sehr eng und gedrückt“ gewesen, „jetzt können
       wir länger auf dem Platz arbeiten“. Auch der Bundestrainer ist froh, „dass
       wir mehr in die Inhalte gehen können“.
       
       Der zweifache Weltmeister muss sich zum Auftakt der Qualifikation für die
       WM 2027 in Brasilien auf zwei völlig unterschiedliche Gegner einstellen.
       Erst Slowenien mit der Ex-Frankfurter Lara Prašnikar als kompakte
       Mannschaft, die tief stehen wird. Dann Norwegen mit seiner Ikone Ada
       Hegerberg als ambitioniertes Team, das auf Kunstrasen sicher die Flucht
       nach vorn antritt.
       
       Topstürmerin Klara Bühl freut sich auf „zwei coole Spiele“. Ihr gefalle
       generell der Tapetenwechsel vom FC Bayern zum Nationalteam, wo viel gelacht
       werde. „Aber wir wissen auch, worum es geht: Es ist entscheidend, dass man
       das große Ziel vor Augen hat – wir gehen die kleinen Schritte zuerst.“
       Sprich, den Pflichtsieg gegen Slowenien holen.
       
       Deutschlands aktuell beste Fußballerin, die erneut heftig aus dem Ausland
       umworben wird, hat sehr konkrete Ziele mit der Nationalmannschaft, die in
       den anderthalb Jahren unter Wück deutlich vorangekommen ist, wie die
       25-Jährige nach dem ersten Training betonte: Die [3][EM in der Schweiz] und
       die Nations League hätten gezeigt, „welche Qualität in der Mannschaft
       steckt. Es gilt, die richtigen Schlüsse zu ziehen, damit wir am Ende im
       Optimalfall einen Titel holen.“ Der letzte war der Olympiasieg 2016 in
       Brasilien.
       
       25 Feb 2026
       
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 (DIR) Frank Hellmann
       
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