# taz.de -- Shortlist zum Deutschen Buchpreis: Alles Gewinner:innen?
> Fünf Autorinnen und ein Autor stehen auf der Shortlist zum Deutschen
> Buchpreis. Die Kritik ist voll des Lobes.
(IMG) Bild: Am Ende kann es nur einen geben: die sechs Buchpreis-nominierten Romane
Die Shortlist zum Deutschen Buchpreis ist veröffentlicht, und was alle
nominierten Romane eint, ist, dass alle sich auf sie einigen können. Es
scheint fast, als hätte die Auswahl gar nicht anders ausfallen können,
trägt man die Superlative zusammen, mit denen die sechs Bücher in
verschiedenen Medien körbeweise bedacht worden sind. Oder haben sich die
Maßstäbe verschoben? Was bedeutet es, wenn die FAZ [1][den (zu Recht)
nominierten „Schleifen“ von Elias Hirschl (Zsonay)] ein „Hinausgreifen
meilenweit über das Übliche des Literaturgeschäfts“ attestiert?
Nun, die Lobesbekundungen: Shida Bazyars Heimatanbohrung „Die Lücken“
(Kiepenheuer & Witsch) sei der „bemerkenswerteste deutsche Roman dieses
Bücherherbstes“ (FAZ), am besten solle er gleich Schullektüre werden,
schlägt die Frankfurter Rundschau vor. Für gut befunden wurde auch
Franziska Gänslers „Orca“ (Kein & Aber). Ihr dritter Roman über eine
Freundschaft im Klimaaktivist:innen-Milieu sei ihr bisher bester, heißt es
etwa in der Süddeutschen Zeitung.
Lobesworte auch für [2][Valeria Gordeev]: In „Die Zikade entschlüpft ihrer
goldglänzenden Hülle“ (S. Fischer) gebe es Passagen von „weltliterarischem
Rang“, freut sich die Zeit, der zwischen Moskau, Berlin und Kyjiw spielende
Roman mache „schlagartig süchtig“. Bloß der Deutschlandfunk hat hier was zu
kritteln und verzeichnet eine leichte Tendenz zum Klamauk.
Wenig überraschend ist die Nominierung [3][Dana Vowinckels.] Auch im Falle
ihres zweiten Romans häuften sich die begeisterten Besprechungen
(„sensationell“, Zeit), sammelten sich die Massen zu Hunderten bei der
ausverkauften Buchpremiere am Literarischen Colloquium am Berliner Wannsee.
„Anton und Alma“ (Suhrkamp) erzählt die Nachwirkungen des Hamas-Überfalls
vom 7. Oktober anhand einer Liebesgeschichte eines jungen Berliner Paars,
einer jüdisch, eine nicht, was man – vielleicht je nach Nähe zum oder
Bekanntschaft mit dem skizzierten Milieu – wahlweise als „genau beobachtet“
oder „trivial“ bezeichnen kann.
## Fünf Autorinnen, ein Autor
Was ist noch zu sagen? Zahlen und Fakten zum Thema Repräsentanz: Die
leichte Überrepräsentation ostdeutscher Geschichte mitsamt ihren
Nachwirkungen [4][auf der Longlist] besteht nicht mehr, einzig [5][Peggy
Mädler] verhandelt noch in „Selbstregulierung des Herzens“ (Galiani)
DDR-Alltag.
Bemerkenswert ist auch die Dominanz weiblicher Stimmen: Fünf Autorinnen
stehen einem Autor gegenüber. An dieser Stelle nur noch eins: Kurze Worte
des Bedauerns angesichts des Ausscheidens von [6][Yade Yasemin Önders] so
unterhaltsamem wie sprachgewaltigem Roman „Anti Müller“ (Park x Ullstein).
Beschieden über die Shortlist und ihre sechs Titel hat die siebenköpfige
Jury bestehend aus Sprecherin Cornelia Geißler (Berliner Zeitung), Theresa
Donner (Buchhandlung heiter bis wolkig, Halle an der Saale), Jan Ehlert
(NDR), Maha El Hissy (Literaturwissenschaftlerin), Emily Grunert
(Literaturbüro NRW), Stefanie Kreuzer (Universität Kassel) und Adam
Soboczynski (Die Zeit). Wer die Auszeichnung und das Preisgeld in Höhe von
25.000 Euro erhält, wird bei der Preisverleihung am 5. Oktober
bekanntgegeben: zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des
Frankfurter Römers.
8 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Julia Hubernagel
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