# taz.de -- Leichnam von Mladić in Serbien: Nächster Schritt zum Staatsbegräbnis
       
       > Der Leichnam des „Schlächters vom Balkan“, Mladić, ist jetzt in Serbien.
       > International gibt es scharfe Kritik an der Verherrlichung seiner
       > Kriegsverbrechen.
       
 (IMG) Bild: Der Schlächtert vom Balkan ist zurück, und seine Verehrung ist fern von kontrovers
       
       [1][Knapp eine Woche ist Ratko Mladićs tot.] Jetzt wurde sein Leichnam mit
       einer Regierungsmaschine nach Serbien überführt. Die Pläne von Präsident
       Aleksandar Vučić und Justizminister Nenad Vujić, den wegen Völkermords
       verurteilten Ex-General offiziell zu ehren, werden jetzt wohl umgesetzt.
       
       Der General soll ein „würdiges und angemessenes“ Begräbnis mit
       militärischen Ehren erhalten, heißt es. Trotz Protesten. Mladić soll neben
       seiner Tochter beerdigt werden, die während der Zeit der schweren
       Verbrechen Mladićs in Belgrad 1994 Selbstmord begangen haben soll.
       
       Die Familie will ein positives Andenken bewahren. Ratko Mladić und die
       Familie haben die Selbstmordthese bis heute immer geleugnet. Aber die
       Gerüchte, die damals 23- jährige Ana Mladić habe sich wegen der Untaten
       ihres Vaters umgebracht, wollen nicht verstummen. Neben ihr begraben zu
       werden, hat so eine immense Bedeutung. Die Beisetzung soll voraussichtlich
       auf dem Belgrader Friedhof Topčider stattfinden.
       
       ## Scharfe Kritik an Plänen für Staatsbegräbnis
       
       Während in Serbien offizielle Medien und die herrschende Partei unter dem
       Präsidenten Vučić die Entscheidung für das [2][Staatsbegräbnis vehement
       verteidigen], gibt es auch Stimmen, die ein solches Begräbnis ablehnen.
       Oppositionelle sehen in dem Vorhaben die Verteidigung der Kriegsverbrechen
       und eine Verschlechterung des Ansehens Serbiens in der Welt.
       
       Serbien blockiere die Aufarbeitung der Vergangenheit, heißt es bei
       Menschenrechtsorganisationen. Bürgerrechtsgruppen wie die Europäische
       Bewegung in Serbien warnen vor einem massiven moralischen, rechtlichen und
       politischen Schaden für das Land. Sie fordern die Regierung auf, [3][die
       Pläne für das Staatsbegräbnis sofort fallenzulassen.]
       
       In allen von Mladićs Verbrechen betroffenen Gebieten in Kroatien und
       Bosnien ist man bestürzt, aber nicht überrascht. In Bosnien kennt man die
       Drohungen der Rechtsradikalen gegen Bosniaken oder andere Nichtserben in
       Bosnien, wie etwa die Nichtreligiösen oder Minderheiten. Diese Menschen
       schütteln nur den Kopf über die serbische Politik.
       
       ## Folgen für den EU-Beitrittsprozess Serbiens?
       
       EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos warnte Belgrad eindringlich vor einer
       weiteren Verherrlichung von Kriegsverbrechern. Dies stehe im fundamentalen
       Widerspruch zu den Werten der Europäischen Union. Der kroatische
       Ministerpräsident Andrej Plenković fand noch deutlichere Worte und
       erklärte, dass ein Staatsbegräbnis für Mladić „die Tür zur Europäischen
       Union schließen“ würde.
       
       Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den EU-Beitrittsprozess Serbiens, da
       von Kandidatenstaaten die Anerkennung von Gerichtsurteilen und Opferrespekt
       verlangt wird.
       
       Die USA und internationale Organisationen verurteilten jegliche Versuche
       der historischen Revisionismuspolitik oder der Ehrung von Kriegsverbrechern
       des Balkankrieges „aufs Schärfste“ und forderten, die „Beschlüsse des
       UN-Tribunals zu respektieren“.
       
       Ratko Mladić, der ehemalige Oberbefehlshaber der Armee der Republika Srpska
       und als „Schlächter vom Balkan“ bekannt, starb am 27. August 2026 während
       seiner lebenslangen Haftstrafe.
       
       4 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Kriegsverbrecher-Ratko-Mladic-ist-tot/!6207827
 (DIR) [2] /Staatsbegraebnis-fuer-Ratko-Mladic/!6208602
 (DIR) [3] /Nach-Tod-des-Kriegsverbrechers-Mladic/!6207951
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Erich Rathfelder
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Ratko Mladić
 (DIR) Srebrenica
 (DIR) Bosnien
 (DIR) Serbien
 (DIR) Bosnienkrieg
 (DIR) Aleksandar Vucic
 (DIR) GNS
 (DIR) Ratko Mladić
 (DIR) Bosnienkrieg
 (DIR) Bosnienkrieg
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Staatsbegräbnis für Ratko Mladić: Verehrter Kriegsverbrecher
       
       Nach dem Tod des früheren Generals wird in Belgrad seine Beisetzung in
       allen Ehren vorbereitet. Widerstand dagegen regt sich in Serbien kaum.
       
 (DIR) Nach Tod des Kriegsverbrechers Mladić: Zwischen Mythos, Heldentum und Erleichterung
       
       Der Tod des Kriegsverbrechers Mladić sorgt für heftige Reaktionen. Von
       einer Entspannung der Lage in Bosnien und Herzegowina kann keine Rede sein.
       
 (DIR) Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist tot: Der Schlächter vom Balkan
       
       Verurteilt wurde Mladić wegen der Belagerung Sarajevos und den
       Menschheitsverbrechen in Srebrenica. Bis zuletzt zeigte er keine Reue.