# taz.de -- Studie von Unicef: Jedes fünfte Kind erleidet sexuellen Missbrauch im Internet
       
       > Kinder sind im Internet womöglich häufiger sexuellem Missbrauch
       > ausgesetzt als bisher angenommen. Das zeigt eine Unicef-Untersuchung in
       > 21 Ländern.
       
 (IMG) Bild: Nahezu 60 Prozent der Fälle ereignen sich der Studie zufolge auf Social-Media-Plattformen
       
       kna | Jedes fünfte Kind ist innerhalb eines Jahres im Internet sexuell
       missbraucht oder ausgebeutet worden. Das geht aus einer am Donnerstag
       veröffentlichten Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervor.
       Untersuchungen dafür wurden in 21 Ländern durchgeführt. Dort sind nach
       Schätzungen der Organisation 20 Millionen Mädchen und Jungen betroffen.
       Deutschland gehörte nicht zu den untersuchten Ländern.
       
       [1][Laut Bericht „Through Children's Eyes]: How Digital Technologies Enable
       Child Sexual Abuse“ wurden mehr als 15 Millionen Kinder und Jugendliche
       zwischen 12 und 17 Jahren ungewollt sexuellen Inhalten ausgesetzt. 9
       Millionen wurden demnach aufgefordert, gegen ihren Willen sexuelle
       Gespräche zu führen oder sexuelle Bilder zu teilen. Von 4 Millionen wurden
       sexuelle Bilder ohne ihre Zustimmung weiterverbreitet. Unicef schätzt das
       Ausmaß jedoch weit größer ein, denn: Viele Kinder würden die Erlebnisse
       nicht melden.
       
       ## Missbrauch auf Social-Media-Plattformen
       
       Nahezu 60 Prozent der Fälle ereigneten sich den Ergebnissen zufolge auf
       Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat, Tiktok und
       Whatsapp. Weitere 14 Prozent der Fälle fanden demnach in Onlinespielen
       statt. Durch Funktionen und Gestaltung dieser Plattformen habe man das
       Vertrauen ausgenutzt.
       
       Missbrauch geschehe etwa durch gefälschte Konten. In den untersuchten
       Ländern hätten 38 Prozent der Kinder die Person, die sie missbrauchte,
       zunächst online kennengelernt. Allerdings: In gut jedem zweiten Fall (57
       Prozent) waren Personen beteiligt, die das Kind bereits kannte, etwa
       Gleichaltrige oder Familienangehörige. Das widerspreche der gängigen
       Annahme, dass Onlinemissbrauch hauptsächlich von Fremden begangen wird.
       
       Unicef warnte auch vor den weitreichenden Folgen der technologiegestützten
       sexuellen Ausbeutung. Kinder hätten häufig Gefühle wie Angst, Scham,
       Verwirrung und Isolation, zitiert Unicef aus Forschungsinterviews. Auch
       gaben laut Studie Kinder, die technologiegestützte sexuelle Ausbeutung
       erlebt hatten, viermal häufiger an, Suizidgedanken zu haben oder suizidales
       sowie selbstverletzendes Verhalten zu zeigen, als Kinder ohne diese
       Erfahrungen.
       
       Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell sprach von einer schmerzhaften
       Realität. [2][Kinder seien sexuellen Inhalten] oder Ausbeutung oft in
       Räumen ausgesetzt, „in denen sie lernen, spielen und mit Freundinnen und
       Freunden in Kontakt treten“. Diese Erfahrungen verursachten tiefgreifende
       seelische und psychische Belastungen. „Viele Kinder leiden im Stillen und
       wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Wir dürfen nicht wegsehen“,
       forderte Russell.
       
       3 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.unicef.de/informieren/materialien/report-through-childrens-eyes/405554
 (DIR) [2] /Streit-um-Chatkontrolle/!6202058
       
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