# taz.de -- Bewegungstermine in Berlin: Was uns verbindet, was sie verbindet
       
       > Rechte und christlich-fundamentalistische Bewegungen teilen Feindbilder,
       > und Berlin zeigt, wie vielfältig zivilgesellschaftlicher Widerstand sein
       > kann.
       
 (IMG) Bild: Werden bei der Sterndemo dabei sein: die Omas gegen rechts
       
       Wer gehört zur Gesellschaft? Wer darf über Familie, Geschlecht und Körper
       bestimmen? Wer gilt als „normal“ und wer wird zum Problem erklärt? Im
       Stellen und Beantworten dieser Fragen finden rechte und
       christlich-fundamentalischte Akteur*innen immer wieder gemeinsame
       Anknüpfungspunkte: die heteronormative Kleinfamilie als Maß aller Dinge,
       die Forderung nach einem Abtreibungsverbot und die Ablehnung aller anderer
       Formen von Sexualität und Geschlecht.
       
       Ob sie sich dabei auf eine „gottgegebene“ oder eine vermeintlich natürliche
       Ordnung berufen, ihre rhetorischen Muster und Feinbildkonstruktionen ähneln
       sich, ebenso ihre antifeministischen und queerfeindlichen Perspektiven.
       
       Christlich-fundamentalische sowie rechte Bewegungen gewinnen weltweit an
       Einfluss. Umso wichtiger ist es, ihre Überschneidungen genauer zu
       betrachten, findet auch das „What the Fuck?! Bündnis Berlin“. Das Bündnis
       organisiert jedes Jahr den Gegenprotest zum fundamentalistischen „Marsch
       des Lebens“ und lädt am Dienstagabend ein, auf einer
       [1][Podiumsveranstaltung] gemeinsam mit Expert*innen die Zusammenhänge
       zwischen christlichem Fundamentalismus und extremen Rechten zu analysieren,
       die Auswirkungen auf Demokratie und Gesellschaft in den Blick zu nehmen
       sowie Gegenstrategien zu entwickeln. (Di., 8. 9., 19-22 Uhr)
       
       Dass Verbindungen auch anders aussehen können, zeigt die [2][Sterndemo] am
       kommenden Samstag. Eine Woche vor der Beliner Abgeordnetenhauswahl geht ein
       breites Bündnis aus über 80 Organisationen, Initiativen und Gewerkschaften
       der Berliner Zivilgesellschaft unter dem Motto „Zeit, dass sich was dreht“
       gemeinsam auf die Straße.
       
       Die Demonstrationszüge starten in verschiedenen Bezirken und ziehen
       sternförmig zum Roten Rathaus. Dabei spiegeln sie die Bandbreite des
       zivilgesellschaftlichen Engagements in Berlin wider: von Mobilitätswende
       und Klimaschutz über soziale Teilhabe und Feminismus bis hin zu
       Antirassismus und dem Schutz der Demokratie. Mit dabei sind unter anderem
       „Omas gegen rechts“, „Queerfem*March“ und „Klimagerecht Berlin“.
       
       ## Gemeinsam Haltung zeigen
       
       Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte steht dabei das Gemeinsame im
       Vordergrund: der Einsatz für ein solidarisches, weltoffenes, gerechtes und
       zukunftsfähiges Berlin. „Weil wir uns nicht gegeneinander ausspielen
       lassen. Weil wir gemeinsam Haltung zeigen. Weil es Zeit ist, dass sich was
       dreht“, schreiben die Veranstalter auf ihrer Webseite. (Sa., 12. 9., ab
       12.45 Uhr, Abschlusskundgebung um 16 Uhr)
       
       Am Sonntag geht es direkt weiter mit dem Einsatz gegen Rassismus und für
       Demokratie. Zum 81. Mal begeht die Berliner Vereinigung der Verfolgten des
       Naziregimes (VVN-BdA) den [3][Tag der Erinnerung und Mahnung]. Überlebende
       der Konzentrationslager und Zuchthäuser begründeten den Gedenktag nach Ende
       des Zweiten Weltkriegs für die Opfer des Naziregimes am jeweils zweiten
       Sonntag im September.
       
       Die VVN-BdA folgt dieser Tradition und stellt mit dem diesjährigen Motto
       „Erinnern an die Vergangenheit heißt Widerstand in der Gegenwart!“ eine
       Verbindung zur gesellschaftspolitischen Gegenwart und der immer weiter
       verstärkende Gefahr durch rechte Parteien und Bewegungen her.
       
       Mit einem antifaschistischen Fahrradkorso am Standort des ehemaligen
       Zwangsarbeiterlagers in der Onkel-Bräsig-Str. 2 startet der Aktionstag um
       12 Uhr und führt zum Tagungszentrum am Franz-Mehringplatz 1, wo
       unterschiedliche Diskussionspodien, sowie Musik, Info- und Essensstände auf
       dem Programm stehen. (So., 13. 9., ab 12 Uhr).
       
       7 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://stressfaktor.squat.net/node/328911
 (DIR) [2] https://sterndemo.de/
 (DIR) [3] https://tag-der-mahnung.vvn-bda.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Annika Leyla Henheik
       
       ## TAGS
       
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