# taz.de -- Fast-Fashion-Händler Shein: Schlechter Börsenstart
       
       > Der für seine billige Kleidung bekannte Online-Händler Shein legt ein
       > schwaches Börsendebüt in Hongkong hin. Das Geschäftsmodell stößt auf
       > Gegenwind.
       
 (IMG) Bild: Enthüllt: Auch strengere europäische Regeln treffen den Online-Riesen, zuletzt die neue Verpackungsverordnung
       
       afp Der Online-Modehändler Shein ist bei seinem [1][lange erwarteten
       Börsendebüt in Hongkong] nur auf verhaltenes Interesse der Anleger
       gestoßen. Das für seine extrem niedrigen Preise und die schnell produzierte
       Kleidung bekannte Unternehmen verzeichnete bei seinem Gang aufs Parkett am
       Dienstag deutliche Kursverluste. Zeitweilig sackte die Aktie um rund 10
       Prozent ab.
       
       Das in China gegründete Unternehmen, das seinen Hauptsitz inzwischen in
       Singapur hat, wollte ursprünglich in New York oder London an die Börse
       gehen, was jedoch an regulatorischen Hürden scheiterte. Mit dem Aktiendebüt
       in Hongkong zielte Shein nun darauf ab, sich umgerechnet rund 1,5
       Milliarden Euro an frischem Kapital zu beschaffen.
       
       Insgesamt wird Shein damit auf rund 22,6 Milliarden Euro taxiert – deutlich
       weniger als noch vor vier Jahren, als das Unternehmen bei einer
       Finanzierungsrunde mit fast 100 Milliarden Dollar (derzeit gut 86
       Milliarden Euro) bewertet worden war.
       
       Analysten verwiesen auf das zuletzt langsamere Wachstum des Modehändlers.
       Zudem hat das Unternehmen auch mit zunehmendem [2][Gegenwind für sein
       Geschäftsmodell] zu kämpfen: Branchenexperte Ken Pucker von der Tufts
       University in den USA verwies auf „neu eingeführte Steuern und Zölle“ und
       höhere Hürden „in den Bereichen Nachhaltigkeit, Datenschutz und
       Urheberrecht sowie Wettbewerb“.
       
       Für 2025 hatte Shein einen Jahresüberschuss von 2,06 Milliarden Dollar
       ausgewiesen. Zuletzt schlug jedoch ein Quartalsverlust von 99 Millionen
       Dollar zu Buche, nachdem die USA für Kleidersendungen die Befreiung von
       Einfuhrzöllen aufgehoben hatten.
       
       In einem ähnlichen Schritt führte die EU Anfang Juli einen Zoll von 3 Euro
       pro Artikel für Sendungen aus Ländern außerhalb der EU mit einem Wert von
       weniger als 150 Euro ein, womit Brüssel die [3][wachsende Paketflut
       eindämmen will]. Und in Frankreich treten ab Dienstag [4][neue Regeln für
       Wegwerfmode] in Kraft, um „Ultra-Fast-Fashion“-Artikel deutlich zu
       verteuern. Angesichts dieser Entwicklungen werde „die nahe Zukunft von
       Shein von negativem Wachstum geprägt sein“, erklärte der E-Commerce-Experte
       Juozas Kaziukenas der AFP.
       
       1 Sep 2026
       
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