# taz.de -- Absturz eines Alt-Right-Stars: Maga schiebt sich ab
> Als rechter Blogger forderte Milo Yiannopoulos harte Abschiebungen. Nun
> fliegt er selbst aus den USA – zur Freude seiner Rivalen im Trump-Lager.
(IMG) Bild: Milo Yiannopoulos wurde von US-Einwanderungsbeamten am Flughafen in New Orleans festgenommen
Milo Yiannopoulos sieht schlecht aus auf dem Foto, das seit Freitag von ihm
kursiert: tiefe Ringe unter den Augen, Fünftagebart, wirres Haar. Geradezu
eine Peinlichkeit für jemanden, der sonst auf sein hippes Styling extrem
viel Wert legt.
Das Foto symbolisiert trefflich den tiefen Fall des einstigen Stars der
Alt-Right Szene. Es war ein erkennungsdienstliches Bild von Trumps
[1][Abschiebebehörde ICE], aufgenommen am Flughafen von New Orleans. Dort
hatte man den rechtsextremen Blogger mit britischer Staatsbürgerschaft
festgenommen, weil sein Visum abgelaufen war, und ihn zur Abschiebung
vorbereitet. Ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums teilte der
Nachrichtenagentur dpa mit, dass Yiannopoulos am Freitag in sein Heimatland
abgeschoben wurde.
Dass ausgerechnet einer der lautesten Befürworter strikter
Ausweisungspolitik in den USA außer Landes verwiesen wird, lädt zu
Schadenfreude ein. Doch der Fall offenbart vor allem die Machtkämpfe und
Zerwürfnisse innerhalb der MAGA-Bewegung.
Im Zentrum der jetzigen Intrige steht die [2][Influencerin Laura Loomer],
der man seit Langem nachsagt, sie habe großen Einfluss auf Donald Trump.
Loomer hatte monatelang Yiannopoulos’ abgelaufenen Aufenthaltsstatus
öffentlich gemacht und seine Abschiebung gefordert.
## Trump distanzierte sich zunehmend von Yiannopoulos
So feierte Loomer lautstark auf der Plattform X, dass es Yiannopoulos nun
erwischt habe, und fügte gleich die Gründe für ihr Ressentiment an. Nachdem
man Yiannopoulos ausgeschaltet habe, solle man gleich die [3][„Verräterin“
Marjorie Taylor Greene] dafür verhaften, einen illegalen Einwanderer
gedeckt zu haben. Somit hätte Loomer gleich zwei einstige Rivalen im
Rechtsaußen-Universum aus dem Weg geräumt und sich gleichzeitig noch mehr
bei Trump eingeschmeichelt.
Tatsächlich hatte Yiannopoulos 2022 für die damalige Abgeordnete Greene
gearbeitet, die sich seinerzeit als extrem rechts und extrem Trump-treu
positioniert hatte. Im vergangenen Jahr machte Greene Schlagzeilen, als sie
ihren Abgeordnetensitz abgab und sich öffentlich gegen Trump stellte.
Zwischenzeitlich soll Yiannopoulos sogar bei ihr gewohnt haben.
Yiannopoulos' Probleme mit Trump hatten allerdings bereits früher begonnen.
Während Trumps erster Amtszeit erreichte Yiannopoulos den Höhepunkt seiner
Popularität als Star der „Alt-Right“, die sich als jugendliche Variante der
MAGA-Bewegung inszenierte. 2017 mobilisierte er bei einer Campus-Tour noch
Massen, doch bald häuften sich Widersprüche. Er heiratete einen männlichen
Partner, nur um später Homosexualität als widernatürlich zu verurteilen und
seinen Mann zu einem Mitbewohner zu degradieren. Er behauptete, als Kind
missbraucht worden zu sein, nur um dann sexuelle Beziehungen zu
Minderjährigen als „gesund“ zu bezeichnen. Er bezog zunehmend
antisemitische Positionen, obwohl seine Mutter Jüdin war.
Trump distanzierte sich zunehmend von ihm, was Yiannopoulos offenbar tief
verletzte. Trump verrate die Menschen, die ihn am meisten liebten, klagte
er und schwor, ihn zu bekämpfen und die Republikanische Partei zu
zerstören. Im Wahlkampf 2024 unterstützte er Rapper Kanye West, für dessen
Firma er bis vor Kurzem arbeitete.
Damit ist Yiannopoulos endgültig an den Rand jener politischen Bewegung
geraten, in der er einst zu den bekanntesten Figuren gehörte. Laura Loomer
hingegen scheint auf dem Höhepunkt ihrer Macht in der MAGA-Welt angekommen
zu sein.
30 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Sebastian Moll
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