# taz.de -- Deal zwischen USA und Venezuela: Trump kauft 65 Milliarden Barrel Öl
> Anfang des Jahres nahmen US-Spezialkräfte Venezuelas langjährigen
> Staatschef Nicolás Maduro fest. Nun soll es eine Vereinbarung über
> Ölvorkommen des Landes geben.
(IMG) Bild: 65 Milliarden mal 159 Liter – so viel Öl will sich Donald Trump für die USA sichern
dpa | Die USA haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump riesige
Ölvorkommen in Venezuela gesichert. Mit der Vereinbarung bringen die USA
mehr als 65 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven unter ihre
Kontrolle, wie Trump auf der Plattform Truth Social mitteilte. Ein Barrel
Öl entsprechen etwa 159 Liter. Die Menge ist rund ein Fünftel der
Vorkommen, die sich Schätzungen zufolge in Venezuela befinden.
Wie Trump weiter mitteilte, wurde die Vereinbarung in Absprache mit der
geschäftsführenden Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, geschlossen.
Eine Bestätigung aus Venezuela lag zunächst nicht vor. Zudem sei die
Privatwirtschaft an der Vereinbarung beteiligt. Auf der US-Seite seien
Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio bei den
Verhandlungen dabei gewesen, teilte Trump mit. Nähere Angaben zum Inhalt
der Übereinkunft machte Trump nicht.
[1][Durch die Vereinbarung] wachse die Menge des den USA potenziell zur
Verfügung stehenden Öls auf mehr als das Doppelte an, so Trump. Nach
Angaben der US-Energiebehörde EIA verfügten die USA Ende 2024 über
Vorkommen von 46 Milliarden Barrel. Allerdings sind darin nicht nur Rohöl,
sondern auch das Kondensat enthalten, das bei der Förderung aus dem
Bohrloch gewonnen wird. Bereits jetzt sind die USA der größte Produzent von
Erdöl weltweit.
## USA übten Druck auf Venezuela aus
Ende vergangenen Jahres hatten die USA den Druck auf Venezuela erhöht und
das Militär in der Region erheblich verstärkt. Zumeist rechtfertigten die
USA den Einsatz mit mutmaßlichem Drogenschmuggel, Trump selbst brachte ihn
aber auch mit den Ölvorkommen in Verbindung.
Venezuela habe den USA „Öl, Land und andere Vermögenswerte“ gestohlen,
teilte er damals mit. Sie müssten sofort zurückgegeben werden. Anfang der
2000er Jahre hatte Venezuela Ölfelder verstaatlicht, wovon auch US-Firmen
betroffen waren. Es folgte ein Streit über Entschädigungen.
Anfang des Jahres nahmen US-Spezialkräfte dann den langjährigen Staatschef
Venezuelas, Nicolás Maduro, gefangen. Die USA klagten ihn und seine Ehefrau
Cilia Flores unter anderem wegen des Vorwurfs des „Drogenterrorismus“ an.
Kritiker bezeichneten das Vorgehen als Verstoß gegen das Völkerrecht.
Seither wird das Land von der früheren Vizepräsidentin Rodríguez als
geschäftsführender Präsidentin geführt. Sie arbeitet mit Washington seit
längerem unter anderem in Erdölfragen zusammen.
## Hohe Benzinpreise setzen Trump unter Druck
Trumps Regierung will die großen Ölvorkommen des Landes nutzen und hatte
erheblichen Einfluss auf die venezolanische Ölindustrie und Politik
ausgeübt. Mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel verfügt Venezuela über
die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um
Schweröl, [2][das nur mit spezieller Technik gefördert und raffiniert
werden kann.]
Trump steht zudem innenpolitisch unter Druck, weil der Iran-Krieg die
Benzinpreise auch in den USA in die Höhe treibt. Der durchschnittliche
Preis für bleifreies Benzin lag am Donnerstag bei 4,09 Dollar pro Gallone.
Seit Beginn des Krieges ist er damit um über ein Drittel gestiegen. Laut
dem Automobilverband AAA dürfte es für Autofahrer in den USA der teuerste
August der Geschichte werden.
## Iran-Krieg zehrt Ölreserven der USA auf
Wie andere Nationen wollen die USA die angespannte Lage am Ölmarkt
abfangen, indem sie ihre eigenen strategischen Reserven anzapfen. Dabei
handelt es sich nicht um Ölvorkommen in der Erde, sondern um bereits
gefördertes Öl. [3][Die US-Reserve ist seit Beginn des Krieges] allerdings
bereits rapide geschrumpft und befindet sich auf dem niedrigsten Niveau
seit etwa 44 Jahren.
Trump teilte dazu mit, die „historische Transaktion“ verbessere die
Ölversorgung der USA erheblich und werde die Benzinpreise für alle
Amerikaner senken. Den Steuerzahlern in den USA entstünden durch das
Geschäft keine Kosten.
29 Aug 2026
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