# taz.de -- Trump und seine Umbenneritis: Sein Name, seine Stadt, seine Welt
> Donald Trump will sich in Washington verewigen – im Fall des
> Kennedy-Centers sogar buchstäblich. Man muss sich sorgen um die
> Kulturinstitution.
(IMG) Bild: Trump sei Dank: das Kennedy-Center bleibt bis auf Weiteres geschlossen
Alles gehört mir wie mein Name an der Tür, das scheint Donald Trumps Devise
für Washington zu sein. Der [1][Ballsaal am Weißen Haus], der Triumphbogen
– Trump will sich überall in der Stadt verewigen, im Fall des Kennedy
Centers sogar buchstäblich: Er möchte seinen Namen an der Fassade der
berühmten Kulturinstitution sehen. Vorigen Winter ließ Trump das Kennedy
Center kurzerhand umbenennen in „The Donald J. Trump and The John F.
Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“. In gewohnter
Me-first-Manier begann der Schriftzug mit Trumps Namen.
Schon im Mai untersagte ein Bundesrichter die Umbenennung und ordnete an,
dass Trumps Name entfernt werden müsse. Weil das Kennedy Center ein Denkmal
für den 1963 ermordeten demokratischen US-Präsidenten John F. Kennedy sei,
dürfe nur der Kongress eine Umbenennung vornehmen, entschied der Richter.
Judikative, Legislative, Exekutive – vom Demokratieprinzip der
Gewaltenteilung hält Donald Trump bekanntermaßen herzlich wenig. Und
politisch motivierte Namensänderungen gehören ohnehin zu seinem Repertoire.
Wer aus dem Golf von Mexiko den „Golf von Amerika“ macht, wer Karten
veröffentlicht, auf denen der von den Demokraten regierte US-Bundesstaat
New Mexiko plötzlich „New Amerika“ heißt, lässt auch beim Kennedy Center
nicht locker. Sich als amtierender US-Präsident in das Denkmal für einen
ermordeten US-Präsidenten einzuschreiben, ist nicht bloß pietätlose
Egozentrik, sondern Machtdemonstration, Geschichtspolitik und Kulturkampf.
## Die AfD liebt seinen Stil
Als zu „woke“ bezeichnete Trump das Programm des Kennedy Centers. Sein
„Kompromissvorschlag“ für die Fassade lautete: „Von Donald J. Trump
renoviert und restauriert.“ Für diesen Plan kassierte Trump nun erneut eine
richterliche Absage. Prompt verkündete [2][er die Schließung des Kennedy
Centers.] Offizieller Grund: Sicherheitsbedenken wegen Baufälligkeit. Zur
Renovierung sei er nur bereit, wenn im Gegenzug sein Name auf der Fassade
stehe.
Sicherheitsrisiken, Sanierung, da schrillen die Alarmglocken. Beim
Ostflügel des Weißen Hauses klang das ganz ähnlich. Trump kündigte seine
Modernisierung an und ließ ihn in einer Hauruckaktion für den pompösen
Ballsaal abreißen. Seiner Herrschaftsarchitektur mit Ballsaal und „Arc de
Trump“ fehlt vielleicht noch ein Amphitheater. Man muss sich Sorgen machen
um das Kennedy Center.
Die AfD in Sachsen-Anhalt, die ständig das Bauhaus attackiert, nannte in
ihrem Wahlprogramm explizit Donald Trump als Vorbild, unter der Überschrift
„Schöner bauen“.
20 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Martina Mescher
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