# taz.de -- US-Gericht stoppt Umbenennung: Kennedy Center künftig wieder ohne Trump
> Der US-Präsident will seinen Namen vielerorts verewigen, doch vom
> berühmten Kennedy Center muss dieser wieder entfernt werden. Trumps
> Reaktion folgt prompt.
(IMG) Bild: Ein Gericht hat Trump Grenzen gesetzt: Er darf doch nicht einfach alles nach sich benennen
dpa | Der Präsident fühlt sich ungerecht behandelt und scheint zu
schmollen: Donald Trump will plötzlich nichts mehr mit dem berühmten
Kennedy Center in Washington zu tun haben. Der Grund: Ein Richter ordnete
an, dass [1][Trumps Name] von der Fassade der Kulturinstitution der
US-Hauptstadt verschwinden muss. Ein von Trump kontrolliertes Gremium hatte
die Umbenennung in Trump Kennedy Center beschlossen – zu Unrecht, wie ein
Richter nun feststellte. Dieses Recht sei dem Parlament vorbehalten.
Zudem darf das Zentrum zumindest vorläufig nicht wie von Trump geplant im
Sommer für zwei Jahre wegen Renovierungsarbeiten geschlossen werden.
Die Entscheidung ist rund zwei Wochen vor Trumps 80. Geburtstag, der mit
viel Tamtam ausgerichtet werden soll, ein Rückschlag für seine [2][Pläne,
sich in der Landschaft der Hauptstadt auch über seine Amtszeit hinaus zu
verewigen].
## Trump: Kein Präsident wird von Gerichten ungerechter behandelt
Trump reagierte angefasst auf das Urteil. „Es gab noch nie einen
Präsidenten der Vereinigten Staaten, der von den Gerichten so ungerecht
behandelt wurde wie ich“, meinte er in einem langen Post in sozialen
Medien. Doch statt eine Berufung anzukündigen, blies er die von ihm
geplante Renovierung des Zentrums ab. Er habe „kein Interesse“ mehr, das
Projekt voranzutreiben. Ob Trump seine Rolle im Kuratorium der Institution
weiter wahrnehmen will, war zunächst nicht bekannt.
Er habe angeordnet, die Verantwortung für die Kultureinrichtung „komplett“
an den Kongress zu übertragen – inklusive „des Betriebs, der Instandhaltung
und der Verwaltung“. Der Richter solle sich schämen, meinte Trump weiter.
Das Gericht begründete die Entscheidung nun damit, dass der Kongress einst
dem Kennedy Center seinen Namen gegeben habe und folglich dürfe auch nur
der Kongress diesen ändern. Es ist also nicht ganz ausgeschlossen, dass
Trumps Name am Ende doch wieder an der Fassade landet: Momentan haben
Trumps Republikaner eine knappe Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Ob
sich in diesem Fall auch alle republikanischen Senatoren und Abgeordneten
hinter Trump stellen würden, noch dazu in einem Wahljahr, scheint
mindestens fraglich. Zudem ist es möglich, dass die Entscheidung noch
angefochten wird.
## Trumps Kampf gegen angeblich linke Propaganda des Kulturbetriebs
Trump hatte das Kennedy Center kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025
unter seine Kontrolle gebracht und [3][einen Kampf gegen
„anti-amerikanische Propaganda“ in der Kulturwelt angekündigt]. Er entließ
mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm den Vorsitz und beauftragte
vorübergehend seinen Vertrauten Richard Grenell, die Institution neu
auszurichten. Grenell war zuvor US-Botschafter in Berlin und hatte dort
immer wieder mit brüsken Äußerungen für Aufsehen gesorgt.
Im Dezember wurde das Kennedy Center in Trump Kennedy Center umbenannt. Das
führte zu großem Protest, Künstler sagten Auftritte ab.
In dem Bau des Kennedy Centers am Fluss Potomac werden traditionell alle
Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Haus wurde nach dem
früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917-1963) benannt.
Trumps geplante Schließung des Kennedy Centers darf vorerst nicht erfolgen,
weil nach Ansicht des Richters eine sorgfältige und ergebnisoffene Prüfung
für die Entscheidung zur Schließung fehlte. Die Instandsetzungen dürfen
aber fortgesetzt werden. Das Gericht hinderte die Entscheider auch nicht
grundsätzlich daran, die Einrichtung vorübergehend zu schließen. Es bedürfe
aber einer ordnungsgemäßen Prüfung.
## Kritiker sprechen von Geltungssucht
Die Niederlage für Trump steht im Kontrast zu anderen Orten in der
Hauptstadt, an denen der Präsident umbauen, abreißen und renovieren lässt,
um das Gesicht der Stadt zu prägen. Befürworter sagen, Trump bringe
Washington optisch wieder auf Vordermann. Kritiker sehen ein dreistes
Vorgehen, das sich nur nach dem Geschmack und Willen des Präsidenten
richte. Sie sprechen von Geltungssucht.
Bestes Beispiel ist das Gelände des Weißen Hauses, wo Trump den Ostflügel
abreißen ließ und einen riesigen Ballsaal bauen lässt. Die Zeitschrift New
York Magazine hatte einmal dazu kommentiert: „Trump verwandelt das Weiße
Haus in Mar-a-Lago.“ Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago ist für üppiges Design
mit Gold-Elementen bekannt. Derzeit lässt Trump auch öffentliche Plätze in
Washington auf Vordermann bringen – auch mit Blick auf die Feiern rund um
den 4. Juli, an dem die USA ihren 250. Geburtstag begehen.
Zudem plant Trump in der Stadt einen Riesen-Triumphbogen. Er soll
Triumphbögen in anderen Teilen der Welt überragen – was dem Präsidenten,
der ein Faible für Superlative hat, sicher besonders gut gefällt.
30 May 2026
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