# taz.de -- Parlamentswahl in Schweden: Junge Schweden stoppen Populisten
> Nach der Wahl in Schweden ist vieles unklar, aber eins immerhin nicht:
> Die Schwedendemokraten verlieren an Zustimmung, zum ersten Mal überhaupt.
(IMG) Bild: Junge Schwed*innen gegen Rechts
Die Schwedendemokraten strotzten in diesem Wahlkampf vor Selbstvertrauen.
Sie träumten davon, bald mit eigenen Ministerien direkt an der Regierung
beteiligt zu sein. [1][Aber oh – sie wurden ausgebremst,] die bisher so
erfolgsverwöhnten Rechtspopulisten. Seit ihrem Einzug ins Parlament 2010
hatten sie bei jeder Wahl um mehrere Prozentpunkte zugelegt. Die neue
schwedische Volkspartei wollten sie werden. Zum Mehrheitsbeschaffer der
liberal-konservativen Noch-Regierung hatten sie es schon gebracht. Nun
haben sie etwa drei Prozentpunkte verloren und es zeichnet sich eine knappe
Mehrheit für das Mitte-links-Lager ab.
Schwedendemokraten-Parteichef Jimmie Åkesson schob den Verlust am Wahlabend
auf die Liberalen, die intensiv um taktische Stimmen geworben hatten, um
überhaupt im Parlament zu bleiben. Und um dann mit den sogenannten
Tidö-Parteien die bisherige Mitte-Rechts-Koalition fortsetzen zu können.
Ein Wahlforscher räumte diese Erklärung direkt ab – taktisches Wählen könne
nicht die Höhe des Verlusts von fast drei Prozentpunkten erklären.
Schwerwiegender sei vielmehr die Beobachtung, dass die Rechtspopulisten
ausgerechnet die schwedischen Erstwähler:innen nicht überzeugen
konnten. In dieser Gruppe hätten sie sogar am meisten verloren. [2][Der
Trend nach rechts, vor allem bei jungen Männern, scheine damit vorerst
beendet.] Bei der alten Stammkundschaft hingegen habe sich wenig geändert.
Ob den Erstwähler:innen die Folgen der [3][harten Migrationspolitik] zu
nahe kamen, darf zumindest spekuliert werden. Für Aufsehen hatten dieses
Jahr ja vor allem plötzliche Ausweisungen von Teenagern gesorgt, die gerade
18 geworden waren, seit Langem in Schweden lebten und hier zur Schule
gingen. Was genau der Grund ist und ob diese Entwicklung sich als
nachhaltig erweist – für den Moment jedenfalls reicht das Ergebnis zur
Erleichterung. Denn auch wenn es den Schwedendemokraten längst gelungen
ist, große Teile der politischen Landschaft Schwedens mit sich nach rechts
zu ziehen: Ihr Aufstieg war also nicht unaufhaltsam.
Und was hat Chef-Sozialdemokratin Magdalena Andersson damit zu tun? Ihre
immer wieder geäußerten Warnungen vor den Schwedendemokraten bewirkten
jedenfalls keine Rückkehr verlorener Wähler von dort zu ihrer Partei. Die
Sozialdemokraten wurden zwar stärkste Kraft, fuhren aber das schlechteste
Ergebnis seit Einführung des allgemeinen Wahlrechts im Land ein. Immerhin
war die Parteichefin in ihrer Haltung gegen rechts immer konsequent – auf
der konservativen Seite des Parteienspektrums sieht das anders aus.
Nun wurde es – anders, als die Umfragen nahelegten – auch kein klarer
Linksruck in Schweden. Aber doch, immerhin: Es wurde ein kleiner „weg von
ganz rechts“-Ruck.
14 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anne Diekhoff
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