# taz.de -- Demokratische Kräfte Syriens: Kurdische SDF lösen sich nach Eingliederung in Armee auf
> Die kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) sind in den neuen
> Staat eingegliedert. Jetzt verkündet Kommandeur Maslum Abdi den finalen
> Schritt.
(IMG) Bild: SDF-Kommandeur Mazloum Abdi im Präsidentenpalast in Damaskus (25.8.2026)
ap | Die von Kurden geführten [1][Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF)]
haben ihre offizielle Auflösung bekannt gegeben. Der SDF-Kommandeur Maslum
Abdi sagte auf einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Damaskus, die
Gruppe habe die Fusion mit der syrischen Armee vollzogen und werde ihre
Tätigkeit als eigenständige Streitkraft einstellen. Die SDF hatten im
Januar infolge einer Regierungsoffensive den Großteil ihres Gebiets im
Nordosten Syriens verloren und daraufhin ein Abkommen zur Eingliederung in
das Militär unterzeichnet.
Die SDF hätten während einer der schwierigsten Phasen in der Geschichte
Syriens eine große Verantwortung getragen, sagte Abdi. Inzwischen hätten
sich die Umstände geändert, und das Land sei in eine neue Phase des
Friedens und der Mitwirkung am Aufbau eines neuen Syriens eingetreten. Die
Mission der SDF sei beendet.
Die SDF waren einst der w[2][ichtigste Partner der Vereinigten Staaten in
Syrien im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat]. Doch nach dem
Sturz von Präsident Baschar al-Assad im Dezember 2024 knüpfte Washington
enge Beziehungen zur neuen Regierung in Damaskus unter der Führung von
Interimspräsident [3][Ahmad al-Scharaa], dem ehemaligen Anführer einer
islamistischen Rebellengruppe.
## Vom Machtvakuum zur Eingliederung
Während der 50-jährigen Herrschaft der Assad-Dynastie in Syrien wurden
Kurden marginalisiert; vielen wurde die syrische Staatsbürgerschaft
verweigert. Öffentliche Feiern des Nowruz-Festes – eines alten persischen
Frühlings- und Neujahrsfestes, das auch von Kurden in Syrien, der Türkei
und im Irak gefeiert wird – waren verboten.
Kurz nach Beginn des Aufstands gegen die Assad-Regierung im Jahr 2011
füllten die Kurden das Machtvakuum, das durch den Abzug der
Regierungstruppen aus weiten Teilen des Nordostens Syriens entstanden war.
Die SDF kontrollierten zeitweise etwa 25 Prozent des syrischen
Staatsgebiets.
Zunächst begegneten die Kurden der neuen Regierung nach dem Sturz Assads
zurückhaltend und waren nicht bereit, ihre faktische Autonomie aufzugeben.
Einige der Rebellengruppen, die an der Offensive zum Sturz Assads beteiligt
waren, waren von der Türkei unterstützte Kräfte, die in der Vergangenheit
gegen die SDF gekämpft hatten. Die Türkei betrachtete die SDF aufgrund
ihrer Verbindungen zur [4][Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)] als
Terrororganisation.
## Mehr Rechte für die Kurden
Während der Waffenruheverhandlungen mit der SDF im Januar erließ al-Scharaa
ein Dekret zur Stärkung der Rechte der Kurden. Kurdisch wurde neben
Arabisch als offizielle Sprache anerkannt und Nowruz zum nationalen
Feiertag erklärt. Außerdem erhielten Zehntausende [5][Kurden in der
nordostsyrischen Provinz Hassakeh] ihre Staatsbürgerschaft zurück, die
ihnen nach der Volkszählung von 1962 entzogen worden war.
Abdi sagte, al-Scharaa habe zugesagt, dass die Kurden das Recht auf Bildung
in ihrer eigenen Sprache erhalten würden – ein wichtiges Anliegen der
kurdischen Bevölkerung des Landes.
Offen ist unter anderem das Schicksal der rein weiblichen Kampfeinheiten
der SDF. Ihre Eingliederung gilt als heikel, da [6][viele Vertreter der
Führung in Damaskus Frauen im Kampfeinsatz ablehnen].
Die Vereinbarung über die Eingliederung der SDF ist jedoch ein großer
Erfolg für die Regierung al-Scharaas. Diese hatte Schwierigkeiten, das Land
zu einen, während Syrien sich von einem fast 14 Jahre dauernden Bürgerkrieg
zu erholen beginnt. Der größte Teil des Landes steht inzwischen unter der
Kontrolle der Zentralregierung in Damaskus.
## Offene Konflikte im Süden Syriens
Eine [7][Ausnahme bildet die Provinz Suweida im Süden Syriens]. Sie wird
inzwischen von drusischen Fraktionen kontrolliert, die Damaskus feindlich
gegenüberstehen. Vorausgegangen waren im vergangenen Jahr Zusammenstöße,
bei denen regierungsnahe Kämpfer sektiererische Vergeltungsangriffe auf
drusische Zivilisten verübten.
Die drusischen Fraktionen haben Unterstützung von Israel erhalten. Israel
besetzt zudem einen Landstreifen im Süden Syriens nahe der Grenze zu den
von Israel annektierten Golanhöhen.
26 Aug 2026
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