# taz.de -- Auftakt Frauen-Bundesliga: Courage und Ambitionen
       
       > Union verliert zwar deutlich mit 1:4 gegen Bayern. Doch der spielstarke
       > Auftritt zeigt, dass es um die internationalen Plätze spannend werden
       > könnte.
       
 (IMG) Bild: Nele Bauereisen feiert ihren Treffer für Union
       
       Union Berlin hat gegen Bayern München für einen würdigen Auftakt der
       Fußball-Bundesliga gesorgt. Die [1][Eisernen Ladys] absolvierten vor über
       17.000 Fans gegen die amtierenden Meisterinnen ein gutes Spiel, auch das
       Publikum war erneut erstklassig mit einer beeindruckenden Choreografie zu
       Spielbeginn.
       
       Doch gerade die Tatsache, dass die Münchnerinnen am Ende deutlich mit 4:1
       gewannen, dürfte nun wirklich allen [2][den Glauben an einen halbwegs
       interessanten Titelkampf geraubt] haben. Eine Woche zuvor mussten sich auch
       die Wolfsburger Vizemeisterinnen mit 3:0 im Supercup geschlagen geben.
       
       Die Spannung wird im ersten Bundesligajahr ohne einen einzigen reinen
       Frauenverein voraussichtlich woanders liegen: neben dem Abstiegskampf auch
       im Kampf um die internationalen Plätze. Dort fanden sich in den letzten
       vier Jahren hinter den Bayern immer Wolfsburg auf Platz 2 und Eintracht
       Frankfurt auf Platz 3 ein, mit einigem Abstand zum vierten Platz, der nicht
       zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb berechtigt.
       
       Nun hegt auch Union das Ziel, eher früher als später in diese Phalanx
       einzubrechen, zumindest ist nun nach Platz 9 in der Premierensaison eine
       Top-5-Platzierung das ausgerufene Ziel. Dafür setzt [3][Trainerin
       Marie-Louise Eta] auf ein flaches Aufbauspiel mitsamt der Torhüterin von
       hinten raus.
       
       ## Union setzt auf Ballbesitz
       
       Sobald sich der Ball in der gegnerischen Hälfte befand, rückten selbst
       gegen Bayern teilweise alle Feldspielerinnen dorthin, was für den
       ballbesitzorientierten Ansatz spricht. Eta hatte das Männer-Team von Union
       an den letzten fünf Spieltagen der vergangenen Bundesliga-Saison übernommen
       und in der kurzen Zeit direkt den Offensivansatz auf Kombinationsspiel
       statt vieler Flanken ausgerichtet.
       
       Gegen die normalerweise hochstehenden Bayern kamen dann mitunter auch
       Umschaltsituationen hinzu, wie nach sieben Minuten, als Eileen Campbell auf
       ihrer rechten Seite durchbrach, das Tor aber letztendlich knapp verfehlte.
       Zuvor hatte Campbell mit einem Fehlpass die erste Münchner Chance
       ermöglicht. Da sich sonst zunächst fast keine Fehler in das Unioner Spiel
       einreihten und Bayern gegen den kompakten Block wenige Lösungen fand,
       musste eine Standardsituation für die Führung der Favoritinnen herhalten.
       Ein umstrittener Freistoßpfiff ermöglichte es Klara Bühl, den Ball von der
       Strafraumkante ins lange Eck zu zirkeln.
       
       ## Keineswegs unterlegen
       
       Ein Torschussverhältnis von 5:6 und ein Eckenverhältnis von 4:3 zur Pause
       zeigte, dass Union keineswegs unterlegen war, was sich allerdings mit
       Beginn der zweiten Halbzeit änderte. Die bayerische Druckphase wurde
       belohnt durch Pernille Harder, die einen Fehlpass ausnutzte (47.), und
       Glodis Viggosdottir, die nach einem Freistoß den Ball mit ihrem Bauch über
       die Linie beförderte (60.).
       
       Unions Naika Reissner war immer wieder in gefährliche Szenen involviert und
       daher auch entscheidend beim Anschlusstreffer in der 79. Minute beteiligt,
       nach einer schönen Kombination köpfte schlussendlich Nele Bauereisen den
       Ball ins Netz. Die Gastgeberinnen bäumten sich noch einmal auf, mussten in
       der letzten regulären Minute jedoch noch das 1:4 durch Sophie Proost
       hinnehmen.
       
       Der couragierte Auftritt, der Lust auf mehr machte und die Ambitionen des
       Vereins unterstrich, wurde von den Fans nach Schlusspfiff mit reichlich
       Applaus honoriert. Für Bayern wird das Hauptaugenmerk in dieser Saison wohl
       auf der Champions League liegen – ein Wettbewerb, für den sich Union
       perspektivisch auch qualifizieren möchte.
       
       23 Aug 2026
       
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