# taz.de -- Umfrage des Ifo-Instituts: Knapp einem Viertel der Firmen fehlen Fachkräfte
       
       > Die deutsche Wirtschaft berappelt sich ein wenig. Damit steigt aber auch
       > der Bedarf an Fachpersonal.
       
 (IMG) Bild: Personal ist in vielen Branchen knapp
       
       rtr | Der [1][Fachkräftemangel] ‌in Deutschland nimmt ‌mit der
       Konjunkturbelebung zu. Im Juli gaben 23,2 Prozent der Unternehmen an, dass
       ihnen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, wie das Münchner Ifo-Institut am
       Freitag zu seiner Umfrage mitteilte. Im April lag der Anteil noch bei 21,1
       Prozent. Trotz des Anstiegs bleibt er aber unter dem langfristigen
       Durchschnitt von 31,7 Prozent.
       
       Die lange Zeit schwache Konjunktur halte den Fachkräftebedarf noch in
       ‌Grenzen, sagte Ifo-Forscherin Daria Schaller: „Mit einer stärkeren
       wirtschaftlichen Erholung dürfte auch der Fachkräftemangel aber wieder
       deutlicher zunehmen.“
       
       Die deutsche Wirtschaft [2][hat sich zuletzt berappelt]. Von April bis Juni
       wuchs sie bereits das dritte Quartal in Folge. Auch wegen der besseren Lage
       der Industrie – die nicht zuletzt von staatlichen Großaufträgen für
       Infrastruktur und Verteidigung profitiert – haben sich die
       Konjunkturaussichten zuletzt aufgehellt.
       
       Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
       verdoppelte seine Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt
       in diesem Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent.
       
       ## Papier- und Bauindustrie besonders stark betroffen
       
       Auf den Arbeitsmarkt hat die ‌Erholung noch nicht durchgeschlagen. „Mehr
       Arbeitslose bedeuten nicht automatisch mehr verfügbare Fachkräfte“, sagte
       Schaller. „Entscheidend ist, ob Qualifikation und Anforderungen der offenen
       Stellen zusammenpassen.“
       
       Im Dienstleistungssektor liegt der Anteil von Unternehmen, die zu wenig
       Fachkräfte ⁠finden, nahezu unverändert bei 25,7 Prozent. In einzelnen
       Branchen stieg er allerdings deutlich. In der Telekommunikation erhöhte er
       sich von 16,3 auf 31,1 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit
       Oktober ‌2023. In der Rechts- ‌und Steuerberatung sowie der
       Wirtschaftsprüfung stieg der Anteil ebenfalls ⁠kräftig – auf 64,7 von
       zuletzt 52,4 Prozent.
       
       Im Handel bleibt der Fachkräftemangel mit 16,2 Prozent auf einem
       vergleichsweise niedrigen Niveau. In der [3][Industrie] meldeten ‌18,7
       Prozent einen Mangel – ein spürbarer ‌Anstieg von 4,5 Prozentpunkten im
       Vergleich zum April. Vor allem die Papierindustrie (35,0 Prozent) findet
       schwerer adäquat ausgebildete Mitarbeiter. Im Bauhauptgewerbe berichtet
       fast jedes ‌dritte Unternehmen (32,6 Prozent) von fehlendem qualifizierten
       Personal.
       
       21 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Fachkraeftemangel/!t5018678
 (DIR) [2] /Krise-der-Industrie/!6202914
 (DIR) [3] /Industrie/!t5011120
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Konjunktur
 (DIR) Fachkräftemangel
 (DIR) Industrie
 (DIR) Schifffahrt
 (DIR) Ines Schwerdtner
 (DIR) Wohnen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Schiffbaubranche boomt: Kreuzfahrtschiffe und Yachten füllen die Auftragsbücher
       
       Die deutsche Autobranche schwächelt, aber die maritime Industrie kann sich
       vor Aufträgen kaum retten. Kreuzfahrtschiffe gehen weg wie geschnitten
       Brot.
       
 (DIR) Krise der Industrie: Schwerdtner sieht Rekord-Export als Problem
       
       Die Ausfuhren kletterten im Juni auf einen Rekordwert. Doch
       Linken-Co-Chefin Ines Schwerdtner warnt vor einer Fixierung auf den
       Außenhandel.
       
 (DIR) Neue Wohnungen für Azubis fertig: Erst kommt das Wohnen, dann die Ausbildung
       
       154 Wohnplätze für Auszubildende in Berlin sind fertiggestellt. Durch
       bezahlbaren Wohnraum soll die Fachkräftesicherung unterstützt werden.