# taz.de -- taz-Forum der Zivilgesellschaft: Courage und Kurze
       
       > Beim taz-Forum der Zivilgesellschaft in Magdeburger berichten vier
       > Ehrenamtliche aus Sachsen-Anhalt von ihrem Kampf für die Demokratie – und
       > gegen die AfD.
       
 (IMG) Bild: David Muschenich (taz), Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne), Eva von Angern (Die Linke), Sven Schulze (CDU), Claudia Wittig (BSW), Armin Willingmann (SPD), Sabine am Orde (taz), v. l. n. r
       
       Das Politikforum der taz beginnt mit Kurzen: Der Halberstädter Robert
       Fietzke hat den Gästen des Zivilpanels hellblauen Schnaps mitgebracht: den
       Zora-Sauren. Fietzke arbeitet für das [1][Kulturzentrum Zora]. Dort hat er
       mit seinem Team am Vortag zehn Flaschen Kräuterschnaps gebrannt, extra für
       das taz-Forum.
       
       Neben Fietzke sitzen die Sozialarbeiterin Steffi Hauck und Saaeid Saaeid
       vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt. In der Mitte sitzt Christiane Lähnemann
       von den Omas gegen rechts, mit rotem Schal. In den Sitzreihen geben
       taz-Mitarbeitende Schnapsgläschen aus.
       
       Der Moderator beginnt die Gesprächsrunde in Thomas Gottschalks Format von
       „Wetten, dass..?“ (ohne Grabschen, versteht sich), und befragt das
       Publikum. Mit welchem Hilfsmittel haben [2][Christiane Lähnemann und die
       Omas gegen rechts] bereits die AfD bekämpft:
       
       a) mit Teppichklopfern
       
       b) mit Feuerlöschern
       
       c) mit Rollatoren
       
       Die Zuschauenden entscheiden sich mehrheitlich korrekt: Die Aktivistin
       erzählt von den Gegenprotesten zum AfD-Parteitag 2023, bei denen
       antifaschistische Omas aus allen Bundesländern mit Rollatoren den Verkehr
       blockierten und die AfD-Spitze damit „unfreundlich begrüßen“ wollten.
       
       ## Safe Space schaffen
       
       Mit ruhiger Stimme spricht Lähnemann über weitere Aktionen: den
       Willkommenskorridor für CSD-Besucher*innen oder eine Gegendemo zur
       Gegendemo bei einem CSD. Immer wieder gibt es Applaus für das demokratische
       Engagement. Die Schnapsgläschen kreisen, ein Rentner dreht sich zum Klaren
       eine Zigarette.
       
       Dann wird das Publikum zu der [3][Arbeit von Saaeid Saaeid] befragt. Er
       organisiert jedes Jahr ein Opferfest in Magdeburg. Ohne wessen Hilfe hätte
       es dieses Jahr nicht stattfinden können?
       
       a) die Kirche
       
       b) die freiwillige Feuerwehr
       
       c) die CDU
       
       Kaum jemand meldet sich bei der Partei. Im Raum wird gelacht, als Saaeid
       auflöst, dass ihm die CDU geholfen hat. Mehr als 500 Menschen kamen zum
       organisierten Opferfest. „Wir konnten einen richtigen Safe Space für unsere
       Community schaffen“, erzählt Saaeid.
       
       Aktuell arbeitet Saaeid von morgens bis in die späten Abendstunden durch,
       weil so viele Menschen aus Sachsen-Anhalt mit Migrationsgeschichte zu ihm
       kommen. „Der Migrationshass macht sich bemerkbar, die Menschen haben Angst,
       ob sie bleiben dürfen oder sollten nach der Wahl“, erzählt Saaeid. Zwölf
       Familien habe der Verein bereits helfen können, in andere Bundesländer zu
       ziehen, weil diese Angst davor hatten, dass ihre Kinder Rassismus erfahren.
       
       ## Hoffnung auf Zusammenarbeit
       
       Es wird spät, die Schnapsflaschen leeren sich allmählich. Robert Fietzke
       bemerkt neben dem Rechtsruck auch einen großen Zulauf bei
       zivilgesellschaftlichen Projekten wie der Zora in Halberstadt. Landesmittel
       bekommt sein soziokulturelles Zentrum keine, da könne ihnen eine
       AfD-Regierung nichts wegkürzen. „Aber Druck ausüben auf die Kommune
       Halberstadt können sie schon“, sagt Fietzke. Er könne sich
       Hausdurchsuchungen vorstellen und fürchte, dass die CDU sein Projekt nicht
       länger unterstützen könnte.
       
       [4][Steffi Haucks Jugendklub ’83] stand zuletzt mehrfach im Fokus der AfD.
       Die Sozialarbeiterin bleibt trotzdem optimistisch: „Ich sehe, wie bei uns
       lokal CDU, SPD, Linke und Grüne miteinander arbeiten können“, so Hauck.
       „Meine Hoffnung ist, dass das auch auf Landesebene möglich ist.“ Sie selbst
       wolle weiterhin für den Jugendklub kämpfen, und sie rief das Publikum auf,
       sich an Demos zu beteiligen und auf die Straße zu gehen.
       
       Die Podiumsdiskussion endet, wie sie begonnen hat: Ein letztes Mal werden
       die kleinen Gläschen des Zora-Sauren herumgereicht. Das Publikum
       applaudiert für das zivilgesellschaftliche Engagement der Gäste. Dann geht
       es in die nächste Runde: Die Spitzenpolitiker aus Sachsen-Anhalt werden
       angehört. Vielleicht braucht es auch dafür noch einen Schnaps.
       
       26 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://zora.de/
 (DIR) [2] /Der-Mut-waechst-mit-dem-Einsatz/!6089550&SuchRahmen=Print/
 (DIR) [3] /Migrantischer-Streik-in-Magdeburg/!6206957
 (DIR) [4] /Jugendarbeit-in-Sachsen-Anhalt/!6206467
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gustav Cattapan
       
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