# taz.de -- DFB-Pokalspiel Kaiserslautern – Mannheim: Woher der ganze Hass?
       
       > In ersten Pokalrunde trifft der 1. FC Kaiserslautern auf Waldhof
       > Mannheim. Das Kurpfalz-Derby ist eines der krassesten Derbys im deutschen
       > Fußball.
       
 (IMG) Bild: Leidenschaftlicher Hass: Lautern-Fans bekunden ihre Abneigung gegenüber Waldhof Mannheim
       
       Gerade mal 25 Mal sind die beiden Mannschaften bislang in Pflichtspielen
       gegeneinander angetreten (einschließlich eines Spiels von 1942). Und
       trotzdem gehört das Kurpfalz-Derby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und
       [1][dem 1. FC Kaiserslautern] zu den brisantesten Aufeinandertreffen zweier
       deutscher Fußballvereine. Ein sogenanntes Risikospiel ist das. Spielen die
       „Roten Teufel“ [2][gegen die „Buwe“] kann man sicher sein, dass das
       Polizeiaufgebot groß sein wird, die Stimmung aufgeheizt und die Rauchwolke
       im Stadion stark.
       
       Waldhof gegen FCK, das heißt Gewalt und Feindschaft bis in den Tod. So auch
       diesen Freitag um 18 Uhr in Mannheim. Denn das Los wollte, dass die beiden
       absoluten Erzrivalen nach über vier Jahren mal wieder aufeinandertreffen.
       Und zwar in der ersten Runde des DFB-Pokals. Sportlich gesehen ist
       vermutlich [3][der Zweitligist aus Lautern] eher der Favorit gegen den
       Drittligisten.
       
       Der letzte Sieg von Waldhof liegt auch schon fast 30 Jahre zurück und beim
       letzten Spiel im Februar 2022 – als beide noch in der 3. Liga spielten –
       trennte man sich unentschieden. Doch das wird beim K.-o.-Spiel am Freitag
       nicht möglich sein. Es muss einen Sieger geben, was die Lage noch
       angespannter sein lässt.
       
       Ziel der Polizei wird vor allem eines sein: verhindern, dass die beiden
       Fanlager irgendwie aufeinandertreffen. Unter anderem mit Shuttlebussen vom
       Hauptbahnhof zum Stadion sowie einer polizeilichen Eskorte für anreisende
       FCK-Fans. Über die Anzahl der eingeplanten Beamten möchte man aber „aus
       einsatztaktischen Gründen“ keine konkreten Angaben machen. Sicher ist: Es
       werden viele sein.
       
       ## Die Geburtsstunde der Rivalität
       
       Denn die Fans sind heiß auf das seltene Derby, der Hass ist groß. Doch
       warum eigentlich? Woher rührt diese Fanfeindschaft? Knapp 53 Kilometer
       Luftlinie trennen das Lauterer Fritz-Walter-Stadion und das Mannheimer
       Carl-Benz-Stadion. Dazwischen verläuft auch noch der Rhein und damit die
       Grenze zwischen Pfalz und Baden. Dennoch interessierte das lange Zeit
       niemanden und die Vereine spielten (in unterschiedlichen Ligen)
       nebeneinanderher. Bis 1983.
       
       Geburtsstunde der Rivalität war der Aufstieg der Blau-Schwarzen in die 1.
       Bundesliga, wo sie auf die „Roten Teufel“ trafen. Das Problem: Das
       Waldhof-Stadion war nicht bundesligatauglich, weswegen die Mannheimer eine
       Ausnahmegenehmigung erhielten, ihre Heimspiele vorübergehend im
       linksrheinischen Ludwigshafener Südweststadion auszutragen. Heißt auf
       Lautern-Territorium.
       
       Das störte den damaligen FCK-Präsidenten Udo Sopp sehr. Er fürchtete,
       Waldhof könnte den „Roten Teufeln“ durch den Spielort in der Vorderpfalz
       Zuschauer und Anhänger wegnehmen. Um das Territorium zu verteidigen,
       forderte er die Fans dazu auf, „in Ludwigshafen mit dabei zu sein und im
       Übrigen über dieses Spiel hinaus Flagge für unseren 1. FCK“ zu zeigen. Man
       könnte sagen, die Rivalität beider Fanlager war von oben verordnet. Von den
       Fans selbst liebend gerne angenommen, wird sie bis heute zelebriert.
       
       Inklusive „kreativer“ Eskalationen: Bei einem Drittligaspiel im Jahr 2019
       setzten FCK-Fans zum Beispiel in der Nähe des Mannheimer Stadions ein
       lebendes, mit Anti-Waldhof-Parolen beschmiertes Schwein aus. Es sollte eine
       Reaktion sein darauf, dass kurz zuvor am Elf-Freunde-Kreisel am Fuße des
       Betzenbergs in Kaiserslautern die Köpfe zweier Betonfiguren abgeschlagen
       worden waren.
       
       Um den Sport geht es da schon lange nicht mehr.
       
       21 Aug 2026
       
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 (DIR) Ruth Lang Fuentes
       
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