# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Inspiriert durch die Sonne
> Diese Woche gibt es Klänge zwischen Melancholie und dem Kreislauf von
> Entstehen und Vergehen – und dank International Music auch eine gute
> Dosis Fun.
(IMG) Bild: Heinali und machte sich vor allem durch die Neubearbeitung mittelalterlicher Musik mit modularen Synthesizern einen Namen
Surrealer Humor trifft auf tranceartige Hypnose – was gemeinhin ja nicht
unbedingt verschwisterte Gefühlslagen sind. Doch bei dem Essener Trio
International Music finden sie einem einzigartigen Mix aus melancholisch
grundiertem Krautrock, Psychedelic, Indie-Rock und Kneipen-Atmo zusammen.
Live legen sie beim Entfesseln ihrer Mischung aus Wahn und Sinn noch eine
Schippe drauf. Ihr drittes Album „Endless Rüttenscheid“ ist seit zwei
Jahren in der Welt – höchste Zeit, dass Peter Rubel, Pedro Goncalves
Crescenti und Joel Roters es auf einer Berliner Bühne präsentieren (22. 8.,
20 Uhr, Festsaal Kreuzberg, [1][Link])
Am Montag beginnt dann die zwölfte Ausgabe [2][des Pop-Kultur-Festivals]
(24.–30. August verschiedene Spielstätten, [3][Link]), ganze sieben Tage
lang. Wobei die ersten beiden vor allem dem Diskurs gewidmet sind, in
Gestalt von Panels und Lesungen – gibt es doch reichlich Redebedarf
angesichts der Anfechtungen, denen sich Popkultur und die Subkulturen, die
dranhängen, ausgesetzt sehen: von fragwürdigen Streamingplattformen über
die Schwemme von KI-generierter Musik bis zum Clubsterben.
Ein bisschen Musik gibt es jedoch selbst zum Auftakt. Die Reihe Sonic
Crossings, in Kooperation mit dem Goethe-Institut, etwa holt junge
Musiker:innen für eine Kurz-Residency nach Berlin, diesmal aus
Kasachstan und Usbekistan. Unter anderem ist Laylo zu erleben, die gerne
mal als „usbekische Billie Eilish“ bezeichnet wird, was ihrer eigenen
Version von Bedroom-Pop aber kaum gerecht wird (25. August, 21.50 Uhr,
Sinema Transtopia, freier Eintritt). Die ersten Festivaltage finden [4][im
Wedding statt], im Silent Green und umliegenden Locations.
Donnerstag dockt das Festival, ebenfalls bei freiem Eintritt, im
[5][Festsaal Kreuzberg] an, wo unter anderem die tolle Berliner
Avant-Pop-Band Painting (27. August, 20.10 Uhr) auftritt. Freitag und
Samstag gibt es dann in gewohnter Manier ein Bouquet von Konzerten und
Commissioned Works in der alten Heimstatt Kulturbrauerei. Der Abschluss
findet erstmals im atmosphärischen Pierre-Boulez-Saal statt: Anushka
Chkheidze und Robert Lippok präsentieren ihren immersiven
Indietronic-Ambientsound und die für schwelgerische Melancholie geschätzten
Isländer von múm geben mit „Sonnenuhr“ eine elektroakustische Performative,
bei der Elektronik auf ein Streichquartett trifft.
Ebenfalls die Sonne im Titel trägt Kasia Wolińskas Tanzsolo „Phoenix.Sun“,
das bei Tanz im August uraufgeführt wird und live begleitet wird vom
ukrainischen Elektroniker Oleh Shpudeiko. Besser bekannt ist er als Heinali
und machte sich vor allem durch die Neubearbeitung mittelalterlicher Musik
mit modularen Synthesizern einen Namen – mal sehen, was er diesmal aus
seinem Gerätepark zaubert. Wolińskas Choreografie erzählt jedenfalls vom
Kreislauf von Entstehen und Vergehen und, so heißt es in der Ankündigung,
wird damit zur „Meditation über eine Welt in Flammen“ (24. August, 20 Uhr,
25.+26. August, 18 Uhr St. Elisabeth-Kirche, [6][Info+Ticketlink])
21 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://festsaal-kreuzberg.de/de/programm/INTERNATIONAL-MUSIC/
(DIR) [2] /Pop-Kultur-Festival-in-Berlin/!6110855
(DIR) [3] https://www.pop-kultur.berlin/
(DIR) [4] /Haus-der-Poesie-im-Silent-Green/!6125279
(DIR) [5] /20-Jahre-Festsaal-Kreuzberg/!6040592
(DIR) [6] https://www.tanzimaugust.de/produktion/detail/kasia-wolinska-phoenixsun
## AUTOREN
(DIR) Stephanie Grimm
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