# taz.de -- Krimiserie „Back Up“: Der perfekte lesbische Buddy-Cop-Filmabend mit der Ex
> In „Back Up“ lösen zwei Polizistinnen aberwitzige Kriminalfälle. Aber
> eigentlich versuchen sie vor allem, ihre Gefühle füreinander zu
> entzwirbeln.
(IMG) Bild: Police Constable Deb Brighton ist fassungslos: Die neue Detective im Revier ist ihre verflossene Liebe Mihi Renata
Mihi hat Deb vor vielen Jahren sitzengelassen und ist in die Großstadt
gegangen. Nun ist sie auf einmal zurückgekommen ins beschauliche Waitote
(Die „Stadt der Gartenzwerge“). Und nicht nur das, die beiden sollen ab
sofort zusammenarbeiten: als Partnerinnen bei der Kriminalpolizei. Mihi
will dafür ihre romantische Vergangenheit mit Deb hinter sich lassen. Nur
Kolleginnen also. Alles klar? Kein Problem.
Doch Problem! Denn für Deb stellt sich die Sache insgeheim anders dar: Sie
will Mihi zurückgewinnen. Dass Mihi inzwischen mit einem Mann verheiratet
ist, findet Deb bloß ein kleines Hindernis auf dem Weg zum Glück.
Die charmant-skurrile Serie, koproduziert mit dem ZDF, ist kompakt genug,
um sie an zwei oder drei Abenden durchzugucken. Perfektes lesbisches
Buddy-Cop-Wochenende also. Falls Sie die Ex einladen: Zeit für klärende
Gespräche zwischendurch einplanen, also eher am Nachmittag anfangen.
Es startet alles einigermaßen harmlos: mit einem tollpatschigen Bankräuber.
Aber dann werden die Fälle skurriler. Leichen verschwinden spurlos,
Junggesellinnen liegen wie angespült am Strand herum, Gartenzwerge tauchen
in Höhlen auf – und ein Killer killt jemanden, der längst tot ist. In
Waitote hängt alles miteinander zusammen und kommt in der Regel anders, als
man dachte. Die Grenzen zwischen Thriller und Slapstick sind fließend.
## Natürlich macht das Spaß
Die Fälle sind in ihrer Überdrehtheit zum Glück kaum ernst zu nehmen. Ganz
anders das Beziehungsdrama zwischen Mihi und Deb, das sich über die Folgen
hinweg entspinnt – mal leise, mal witzig, mal tieftraurig. Selten in einer
Polizeiserie fiel es mir so leicht zu glauben, dass zwei Figuren ernsthaft
etwas aneinander gelegen ist.
Morgana O'Reilly spielt die verträumte Deb so, wie Menschen eben sind, die
an einer alten Liebe hängen. Roimata Fox spielt den Gegenpart der
ernsthaften Mihi als eine, die alles richtig machen will, weshalb sie ihre
wahren Gefühle nach Möglichkeit unterdrückt. Diese Paarung von impulsiv mit
kontrolliert ist ein bewährtes Rezept sowohl in der romantischen Komödie
als auch im Buddy-Cop-Genre. Beides zu kombinieren ist ein genialer Kniff
von den Schreiber*innen von „Back Up“.
Natürlich macht das Spaß: dieses ewige Werden-sie-oder-werden-sie-nicht.
Doch ist auch klar, dass es kein Happy End geben kann. Im Dreieck zwischen
Deb, Mihi, und Mihis sympathischem Ehemann (Arlo Green) muss es einen
Verlierer geben – wenn nicht drei. Wer hat nochmal gesagt „Tragödie ist
Liebe plus Zeit“? Niemand? Stimmt aber.
Ein bisschen was von den leisen Tönen ist leider in der deutschen Synchro
auf der Strecke geblieben – ebenso von Biss und Tempo der witzigeren
Dialoge. Wer möchte, kann „Back Up“ in der ZDF-Mediathek im englischen
Original mit deutschen Untertiteln sehen. [1][Lohnt sich allein für den
neuseeländischen Akzent].
Und was machen wir mit der Ex? Natürlich in den Arm nehmen, immerhin ist
sie Teil der Familie. Und dann die nächste Folge anmachen. Ist natürlich
nur zu empfehlen mit Exen, mit denen man halbwegs im Guten ist. Geht dafür
aber mit [2][Exen jedweden Geschlechts].
19 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Peter Weissenburger
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