# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Nächster Großangriff auf Moskau
       
       > Die ukrainischen Streitkräfte schicken erneut hunderte Drohnen Richtung
       > Russland. Moskau warnt London vor dem Einsatz britischer Drohnen Kyjiws.
       
 (IMG) Bild: Truppen in Charkiw: Bereitmachen für den Drohnenangriff auf Russland
       
       ## Großangriff auf Moskau mit mehr als 600 Drohnen
       
       Bei einem der bislang schwersten [1][ukrainischen Luftangriffe auf Moskau]
       sind in der Nacht unter ‌anderem mehrere Menschen verletzt und ein
       Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries beschädigt worden. Insgesamt
       seien zwischen dem Abend und 5.00 Uhr morgens 620 Drohnen im Anflug auf die
       Region gewesen, teilt Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin auf dem
       Messenger-Dienst Telegram mit. Die Luftabwehr hat nach eigenen Angaben 180
       ‌Drohnen abgefangen. Mindestens drei Menschen seien verletzt worden,
       darunter ein zehnjähriges Mädchen, erklärt der Bürgermeister weiter. ⁠
       
       Nach Angaben des Regionalgouverneurs Andrej Worobjow ist erneut auch ein
       Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries getroffen worden. Der Brand ‌dort
       sei inzwischen ‌gelöscht. Dem Unternehmen zufolge ⁠entstand durch
       Trümmerteile ein geringer Schaden an einer Wand. Zudem wurde an den
       ‌Moskauer Flughäfen der ‌Flugbetrieb vorübergehend eingeschränkt. Auch
       Wohnhäuser, Geschäfte und ein Kraftwerk seien beschädigt worden, ‌erklärt
       Gouverneur Worobjow.
       
       Begonnen wurde der [2][Angriffskrieg im Februar 2022] von Russland. Neben
       der Invasion mit Bodentruppen greift das Nachbarland ukrainische Städte
       seither unablässig mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern,
       Gleitbomben und Drohnen an. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher
       Hilfe und nutzt für Gegenangriffe auf russisches Gebiet vor allem günstig
       und schnell herzustellende Drohnen, aber auch immer wieder
       Marschflugkörper. (rtr)
       
       ## Bundesumweltminister Schneider reist in die Ukraine
       
       [3][Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD)] beginnt am Dienstag einen
       mehrtägigen Besuch in der Ukraine. Schneider werde in Kyjiw zusammen mit
       Verkehrs-Staatssekretär Sören Bartol (SPD) Vertreter der ukrainischen
       Regierung, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft treffen, teilte das
       Umweltministerium mit. Im Zentrum der Gespräche stehe der Wiederaufbau der
       zerstörten Infrastruktur. Dabei gehe es auch darum, wie „unter
       Kriegsbedingungen Energie- und Versorgungssicherheit durch erneuerbare
       Energiekonzepte und Energieeffizienz vorangetrieben wird“.
       
       „Ich bin tief davon beeindruckt, wie die Ukraine trotz des russischen
       Angriffskriegs an ihrer Zukunft arbeitet und Reformen vorantreibt“,
       erklärte Schneider. „Kriegsgeschehen, Wiederaufbau und Erneuerung laufen
       parallel.“
       
       Der Minister wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Während der
       Reise will Schneider zusammen mit seinem ukrainischen Kollegen Oleksandr
       Krawtschenko ein Investoren-Treffen zum Thema grüne Technologien
       ausrichten. Die Branche, zu der Unternehmen aus den Bereichen Recycling,
       Erneuerbare Energien und Umwelttechnik zählen, könne einen „erheblichen
       Beitrag für die Erneuerung und Sicherung der Infrastruktur in der Ukraine
       leisten sowie eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ermöglichen“,
       erklärte das Umweltministerium.
       
       Schneider will sich bei seinem Ukraine-Besuch den Angaben zufolge auch über
       die aktuelle Situation an und in den ukrainischen Kernkraftwerken
       informieren, darunter auch über den zerstörten Reaktor in Tschernobyl,
       dessen Schutzhülle bei einem Drohneneinschlag im vergangenen Jahr
       beschädigt worden war.
       
       ## Moskau droht London nach Bericht über Einsatz britischer Drohnen
       
       Nach einem Bericht über den Einsatz britischer Drohnen bei ukrainischen
       Angriffen in Russland hat Moskau die Regierung in London vor den
       „Konsequenzen“ gewarnt. Das Vereinigte Königreich werde sich für die
       militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine „verantworten“ und einen
       „Preis“ zahlen müssen, erklärte die russische Botschaft in London. Ein
       britischer Regierungssprecher wies die Drohungen in der Nacht zum Dienstag
       zurück und betonte, dass sein Land die Ukraine weiter unterstützen werde.
       
       Vorausgegangen war ein Bericht der Sunday Times, dass die ukrainische Armee
       britische Drohnen für Angriffe tief im russischen Staatsgebiet eingesetzt
       habe. Von zwei britischen Unternehmen hergestellte und an die Ukraine
       gelieferte Drohnen seien bei ukrainischen Angriffen auf militärische und
       industrielle Ziele innerhalb Russlands zum Einsatz gekommen, berichtete die
       Zeitung.
       
       Dadurch habe sich Großbritannien zum „Komplizen und Mittäter“ bei diesen
       Angriffen gemacht und sich „bewusst für eine Eskalation“ des Konflikts
       entschieden, erklärte die russische Botschaft in London am Montagabend. „Je
       tiefer die Verstrickung in den Konflikt und je größer die Unterstützung für
       Kyjiws Terrorapparat, desto höher wird der zu zahlende Preis sein“, hieß es
       weiter.
       
       Die Regierung in London wies die Erklärung der russischen Botschaft
       umgehend zurück. Großbritannien bleibe „entschlossen, die Ausrüstung
       bereitzustellen, welche die Ukraine zur Verteidigung gegen (Wladimir)
       Putins völkerrechtswidrige Invasion benötigt“, erklärte ein Sprecher des
       Verteidigungsministeriums. „Russland sollte keinen Zweifel an der
       Entschlossenheit dieser Regierung haben, der russischen Aggression die
       Stirn zu bieten.“
       
       Am Montag hatte bereits die Bundesregierung Drohungen aus Russland gegen
       Unterstützer der Ukraine zurückgewiesen. „Die Drohungen und Äußerungen
       gegenüber EU- oder Nato-Partnern sind nichts Neues“, sagte eine Sprecherin
       des Auswärtigen Amts. „Die nehmen wir zur Kenntnis, von denen lassen wir
       uns nicht einschüchtern – und wir lassen uns auch in unserer Unterstützung
       für die Ukraine nicht einschüchtern.“
       
       Die Sprecherin bezog sich auf eine Äußerung des russischen Außenministers
       Sergej Lawrow vom Freitag. Dieser hatte gesagt: „Wir werden unsere Methoden
       stark verschärfen, um all das zu zerstören, was Kyjiws Kriegsmaschine aus
       dem Westen speist. Und wir tun dies bereits.“ Lawrows Äußerungen ließen
       auch im Zusammenhang mit dem jüngsten Drohnen-Vorfall am Flughafen
       Leipzig/Halle aufhorchen. (afp)
       
       18 Aug 2026
       
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