# taz.de -- UV-Strahlung: Die Wolkendecke wird dünner
> Durch den Klimawandel steigt die UV-Strahlung in Europa stärker als
> bisher angenommen. Das hat auch Auswirkungen auf unsere Gesundheit.
(IMG) Bild: Egal ob strahlend blau oder dicke Wolken, die Strahlungsintensität der Sonne auf der Erde nimmt zu
Ein Sonnenbrand sind viele kleine Tode: Zellen in der äußeren Hautschicht
sterben in großer Zahl ab. Die Haut wird rot und fühlt sich heiß an, jede
Berührung schmerzt. [1][Die ultraviolette Strahlung der Sonne schädigt auch
das Erbgut in den Hautzellen] und ist somit der größte Risikofaktor für
Hautkrebs. Aber auch für das Ökosystem und die Biodiversität spielt die
UV-Strahlung eine wichtige Rolle.
Bisher wusste man, dass sich die UV-Strahlung in den vergangenen
Jahrzehnten an einzelnen europäischen Standorten unerwartet stark erhöht
hat. Grund für diesen Anstieg sind unter anderem sich verändernde
astronomische Bedingungen, wie beispielsweise der Abstand zwischen Erde und
Sonne. Aber auch klimawandelbedingte Veränderungen in der Bewölkung spielen
eine wichtige Rolle.
## Die Studie
Ein Team aus über 50 Forschenden, unter ihnen auch Mitarbeiter*innen
des Bundesamtes für Strahlenschutz, fanden in einer [2][neuen Studie]
heraus, dass die UV-Strahlung in weitaus größeren Teilen Europas zugenommen
hat als bisher angenommen. Ihre Ergebnisse wurden im Fachmagazin
[3][Photochemical & Photobiological Sciences] veröffentlicht. Die
Wissenschaftler*innen werteten Messdaten von 40 Bodenstationen in
Europa von 2013 bis 2022 aus. Besonders an der Methode ist, dass ergänzend
zu den Bodenmessungen auch Satellitendaten der NASA und ESA genutzt wurden.
Das macht die Messungen deutlich präziser.
An 26 der Messstationen konnten die Forschenden einen Anstieg der
jährlichen UV-Belastung um 10 bis 20 Prozent feststellen, vor allem in
Mittel- und Westeuropa. Auch in Dortmund stand eine Messstation. Hauptgrund
für den Anstieg: Die Wolkendichte hat in dem Zeitraum, [4][unter anderem
aufgrund des Klimawandels], abgenommen. Das wiederum führt zu einer
längeren Sonnenscheindauer. Veränderungen in der Ozonschicht hingegen
konnten nicht als Ursache festgestellt werden.
## Was bringt’s?
Der Anstieg der UV-Strahlung hat ernstzunehmende Folgen für Mensch und
Umwelt. Alleine in Europa werden jährlich schätzungsweise 150.000 neue
[5][Fälle von schwarzem Hautkrebs] diagnostiziert. [6][Mit zunehmender
Strahlung dürfte diese Zahl weiter steigen].
Die Bemühungen um effektive Klimaanpassung müssten verstärkt werden,
forderte deshalb die Chefin des Strahlenschutzamtes, Inge Paulini. „Wer
Schatten sucht, muss Schatten finden“, sagte sie. Investitionen in
Stadtgrün seien nötig. Strahlenschutzmaßnahmen würden zudem auch gegen die
Hitze helfen.
Um herauszufinden, ob die Strahlung nur in Europa zugenommen hat oder auch
andere Kontinente betroffen sind, sind weitere Messungen notwendig. Für die
Forschung sei es wichtig, über längere Zeit an noch mehr Standorten zu
messen, schreiben die Autor:innen der Studie. Nur so können die Folgen
für Mensch und Umwelt besser verstanden werden.
26 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /UV-Strahlen-und-Hautkrebs/!6204008
(DIR) [2] https://link.springer.com/article/10.1007/s43630-026-00971-4
(DIR) [3] https://link.springer.com/journal/43630
(DIR) [4] /Folgen-der-Klimakrise/!6189976
(DIR) [5] /Hautkrebs-Faelle-in-Kliniken-binnen-20-Jahren-fast-verdoppelt/!6182565
(DIR) [6] /Warkens-Sparpaket/!6172625
## AUTOREN
(DIR) Xenia Dederer
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