# taz.de -- Spannungen nach den Wahlen in Sambia: Opposition beansprucht Wahlsieg
       
       > Sambias Oppositionsführer Mundubile erklärt sich zum Wahlsieger. Die
       > Wahlkommission setzt nach Gewaltvorwürfen die Stimmauszählung aus.
       
 (IMG) Bild: Der sambische Oppositionsführer, Brian Muntayalwa Mundubile (NRPUP), bei der Wahl, am 13.8.2026
       
       Nach den [1][Wahlen in Sambia am Donnerstag] steigen die Spannungen.
       Oppositionsführer Brian Mundubile beanspruchte am Freitag den Wahlsieg,
       während die Wahlkommission die Stimmauszählung aussetzte.
       
       Mundubile, Präsidentschaftskandidat des größten Oppositionsbündnisses
       „Tonse Alliance“, [2][erklärte], er habe Präsident Hakainde Hichilema
       geschlagen. Dies habe die „parallele Stimmauswertung“ seines Bündnisses
       mittels der Addition der aus einzelnen Wahllokalen und Auszählungszentren
       einlaufenden Zahlen ergeben. „Wir beobachten daher die fortdauernde
       Verzögerung der transparenten Verkündung und Verifizierung des
       Präsidentschaftswahlergebnisses mit großer Sorge“, so Mundubile.
       
       Die Regierungspartei UPND (United Party for National Development)
       kritisierte die Verkündung des Sieges scharf und warf Mundubile Hochverrat
       vor. Die einlaufenden Teilergebnisse seien „ermutigend“, [3][erklärte
       Präsident Hichilema]. Die Nation solle jetzt „dankbar“ sein und „friedlich,
       geduldig und patriotisch“ auf das Wahlergebnis warten.
       
       Das allerdings wird auf sich warten lassen, denn die Wahlkommission ECZ hat
       am Freitagnachmittag [4][die Stimmauswertung ausgesetzt]. „Die
       Wahlkommission nimmt Berichte von Gewalt während der Auszählung und
       Ergebnisverkündung in einigen Distrikten mit Sorge zur Kenntnis“, erklärte
       die ECZ-Vorsitzende Mwangala Zaloumis. „Die Gewalt richtet sich gegen
       Wahlhelfer und hat in einigen Fällen zum Diebstahl ausgefüllter Stimmzettel
       in Wahlurnen geführt.“ In Anbetracht der Sicherheitslage habe man
       landesweit die Auszählung und Verkündung ausgesetzt. Die Suspendierung soll
       innerhalb von 24 Stunden überprüft werden.
       
       ## Gegenseitige schwere Vorwürfe
       
       Es hat Berichte gegeben, wonach einzelne Wahlhelfer wegen angeblicher
       Unregelmäßigkeiten während der Auszählung festgenommen worden seien. UPND
       und Tonse haben sich schon während des Wahlkampfes gegenseitig schwere
       Vorwürfe gemacht.
       
       Ursprünglich hatte die Wahlkommission innerhalb von 72 Stunden nach
       Schließung der Wahllokale die Ergebnisse vorlegen wollen. Erste Ergebnisse
       auf kommunaler Ebene sollten ab Freitag früh vorliegen.
       
       Aber sowohl die Regierungspartei als auch das Oppositionsbündnis kamen dem
       mit ihren eigenen parallelen Zahlen zuvor, wobei sie jeweils nur für sie
       vorteilhafte Teilergebnisse aus einzelnen Wahllokalen veröffentlichten.
       
       Bereits in der Nacht zum Freitag sprach Oppositionsführer Mundubile von
       „Störungen der Auszählung“ und sagte, man bleibe „hellwach“. Präsident
       Hichilema hatte seinerseits das sambische Volk für seine „Reife“ gelobt und
       den Wahlverlauf als „friedlich und ruhig“ gewürdigt.
       
       ## Geduldiges Warten in der Kälte
       
       Über 8,7 Millionen Menschen waren als Wähler registriert und die
       Beteiligung wird als hoch eingeschätzt. Viele Menschen standen stundenlang
       bei kaltem Wetter Schlange und warteten geduldig, bis sie an der Reihe
       waren. In manchen Orten öffneten Wahllokale mit mehreren Stunden
       Verspätung, mancherorts gab es Probleme mit der Stromversorgung.
       
       Die ECZ sagte ebenfalls, dass die Wahl weitgehend störungsfrei abgelaufen
       sei. Lediglich an der „University of Zambia“ in der Hauptstadt Lusaka
       hätten Studenten, die bei Schließung der Wahllokale noch warteten, ihre
       Stimme nicht abgeben können. Dies habe man geklärt und in allen Wahllokalen
       ermöglicht, dass jeder habe wählen können, der rechtzeitig eingetroffen
       sei. In Bangweulu hätten starke Winde das Dach eines Wahllokals
       weggeblasen.
       
       Im Wahlbezirk Roma in Lusaka warf die Oppositionspartei PF (Patriotic
       Front), Teil des Oppositionsbündnisses Tonse, UPND-Mitgliedern vor, am
       Vorabend der Wahl die Stimmzettel gestohlen zu haben. Das Wahllokal blieb
       zunächst geschlossen.
       
       Die UPND berichtete wiederum, bei zwei Wahllokalen in Lusaka hätten sich
       Oppositionelle, organisiert von einer lokalen Kirchengemeinde, als
       Wahlhelfer ausgegeben und wartende Wähler nach Hause geschickt, indem sie
       behauptet hätten, deren Namen stünden nicht auf den Wahllisten.
       
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       14 Aug 2026
       
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