# taz.de -- Saisonstart der deutschen Fußballerinnen: Aderlass auf allen Ebenen
> Vor dem Supercup spricht wenig für eine spannende Bundesligasaison. Die
> Konkurrentinnen vom Meister FC Bayern leiden unter Qualitätsverlust.
(IMG) Bild: Immerhin: Der VfL Wolfsburg konnte sich noch mit der slowenischen Nationalspielerin Lara Prašnikar verstärken
Es ist natürlich ein schönes Zeichen für die um Anerkennung ringende
Frauen-Bundesliga, wenn mit Lara Prašnikar eine über ein Jahrzehnt prägende
Persönlichkeit zurückkehrt. Der VfL Wolfsburg vermeldete vor dem Supercup
gegen den FC Bayern in Ingolstadt (Samstag 19.30 Uhr/DF1 und MagentaTV) die
Verpflichtung der Torjägerin, die vor fast genau einem Jahr von Eintracht
Frankfurt zu den Utah Royals gewechselt war, sich allerdings in der
US-Profiliga NWSL nicht durchsetzen konnte. Die 28-Jährige schaffte nur
zwei Tore für den Klub im Großraum von Salt Lake City.
Bei den Niedersachsen unterschrieb die slowenische Nationalspielerin einen
Vertrag bis 2029. „Der VfL zählt zu den größten Vereinen in Europa, deshalb
bedeutet mir der Wechsel sehr viel“, versicherte Prašnikar, die insgesamt
68 Bundesligatore schoss. Der Werksklub macht mit ihrer Verpflichtung
sicherlich nichts falsch, an den Kräfteverhältnissen ändert sich indes
wenig.
Mit Alexandra Popp (Borussia Dortmund), Janou Levels und Lineth Beerenstyn
(beide Real Madrid) oder Vivien Endemann (FC Liverpool) hat der Vizemeister
im Sommer genau wie der Dritte Frankfurt abermals wichtige Stützen
verloren. „[1][Klar war der Rückstand auf den FC Bayern in der vergangenen
Saison groß.] Unser Ziel ist es, uns weiterhin da oben zu behaupten – und
auch international konkurrenzfähig zu sein“, hat die neue Sportdirektorin
Vanessa Bernauer im Kicker versprochen, die in die großen Fußstapfen des
VfL-Machers Ralf Kellermann getreten ist.
Wer soll den Alleingang der Bayern abwenden, wenn die Verfolger auf allen
Ebenen einen Aderlass beklagen? Klar, der Weggang von Georgia Stanway (FC
Arsenal) tut den Münchnerinnen weh, aber ansonsten sind alle
Leistungsträgerinnen geblieben. Auch der FC Bayern stößt beim Wettbieten um
die Topspielerinnen an Grenzen. „Wenn man sich anguckt, was da im Moment
los ist, ist es schon schwierig, auch für den FC Bayern“, gestand
Sportdirektorin Bianca Rech. Gerade gegenüber dem finanziellen Niveau in
England „müssen wir uns aktuell hinten anstellen“. International
wohlgemerkt.
National hingegen könnte sich wiederholen, was im Vorjahr mit einem
souveränen 4:2 gegen Wolfsburg im Supercup im ersten Pflichtspiel unter
ihrem neuen Trainer José Barcala seinen Anfang nahm: Die Münchnerinnen
dominierten die Liga. Die spanische Lehre hat die FCB-Fußballerinnen besser
gemacht. [2][Erst der FC Barcelona war im Champions-League-Halbfinale zu
stark.]
Doch auf den deutschen Bühnen strahlten rund [3][um DFB-Kapitänin Giulia
Gwinn] immer dieselben Gesichter bei der Übergabe der Trophäen in Supercup,
DFB-Pokal und Meisterschaft. Unwahrscheinlich, dass sich daran etwas
ändert, wenn jetzt mit Lena Oberdorf und Sarah Zadrazil noch zwei weitere
Stützen nach langwierigen Knieverletzungen zurückkehren. Bei ihren
Comebacks besteht kein Zeitdruck.
„Wir haben Spielerinnen, die die Spiele entscheiden können und ich glaube,
am Ende liegt es an uns, was wir daraus machen und wir wollen diese Saison
bestmöglich gestalten“, sagte Klara Bühl, die erneut alle Auslandsangebote
abblockte.
14 Aug 2026
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