# taz.de -- Offshore-Windkraft: Ohne Förderung geht's nicht
> Manche Unternehmen haben sich verkalkuliert und zögern nun, eine Anlage
> zu bauen. Aber sie sollten Flächen für das Allgemeinwohl zurückgeben
> können.
(IMG) Bild: Offshore-Windpark Meerwind Süd vor Helgoland
Es ist eine Blockade mit Ansage. Unternehmen, die sich in den deutschen
Seegebieten bei Auktionen [1][Flächen zum Bau von Offshore-Windparks]
gesichert haben, dürfen sie bei Zweifeln an der Rentabilität bisher nicht
wieder zurückgeben. Auch die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes, das
jetzt als Entwurf vorliegt, will daran nichts ändern.
Nun sollte man den Unternehmen den Rückzug in der Tat nicht zu einfach
machen, Verbindlichkeit ist nötig. Aber wenn ein Investor kalte Füße
kriegt, warum ermöglicht man ihm dann nicht unter Auflagen, die betreffende
Seefläche aufzugeben, damit sie in einer nächsten Auktion erneut vergeben
werden kann? Konkrete Fälle wurden schon bekannt. Im Mai sickerte durch,
dass die Konzerne [2][TotalEnergies und BP] mit der Umsetzung geplanter
Projekte hadern. Überraschend ist das nicht: Seit die Unternehmen ihre
Zuschläge erhielten, hat sich der Markt stark verändert – die Anlagenpreise
und die Zinsen sind nach dem Ende der Niedrigzinsphase deutlich gestiegen.
Hinzu kommt, dass schwerer zu prognostizieren ist, wie sich die Erlöse am
Strommarkt entwickeln. Denn nicht nur die Windkraftanlagen machen sich
gegenseitig die Preise kaputt, weil immer dann, [3][wenn viel Wind weht,
der Strompreis im Großhandel verfällt.] Auch negative Börsenpreise, die von
der Photovoltaik verursacht werden, führen zunehmend zu Mindererlösen bei
der Windkraft.
## Konzept mit zwei Seiten
Wer Flächen ersteigert hat, die er aufgrund veränderter Rahmenbedingungen
zu den damals vereinbarten Konditionen nicht mehr nutzen kann, sollte sie
deshalb auch wieder zurückgeben können – für andere Investoren. Die könnten
dann aufgrund des neuen Ausschreibungsmodells auf die vermutlich
attraktiveren Differenzverträge zurückgreifen und wären damit anders
abgesichert als die bisherigen Investoren. Aus Sicht der Energiewende wäre
das ein sinnvoller Schritt.
Doch das Konzept hat zwei Seiten. Die Differenzverträge senden ein Signal,
das die Branche gern vermieden hätte: Von einer Finanzierung am Markt ist
Offshore-Windkraft weiter entfernt als erhofft. So viel Ehrlichkeit muss
dann auch sein.
13 Aug 2026
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