# taz.de -- Benin: Weltsozialforum startet mit zwei Tagen Verzögerung
       
       > Nach Absage der Regierung des Gastgeberlandes Benin hat das
       > Weltsozialforum mit zweitägiger Verspätung begonnen. Der Grund ist
       > bislang unklar.
       
 (IMG) Bild: Teilnehmerinnen beim ersten Weltsozialforum im brasilianischen Porto Alegre 2001
       
       epd | Das [1][Weltsozialforum (WSF)] hat wegen einer kurzfristigen Absage
       durch die Regierung im Austragungsland Benin mit zweitägiger Verspätung
       begonnen. Die eigentlich für Dienstag geplante Eröffnung der
       internationalen Sozialplattform sei nach einem überraschenden Rückzieher
       der Regierung zunächst abgesagt worden, sagte Francisco Marí vom Hilfswerk
       Brot für die Welt dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag. In
       intensiven Gesprächen zwischen den WSF-Organisatoren und beninischen
       Regierungsvertretern sei dann doch noch eine Einigung erzielt worden. Das
       Forum begann am Donnerstagvormittag.
       
       Eine Begründung für die zwischenzeitliche Absage „kennen wir nicht“, sagte
       Marí, der als Agrarexperte und Mitglied im internationalen Rat des WSF
       selbst in der beninischen Hauptstadt Cotonou ist. Die Regierung habe
       lediglich „unvorhergesehene Ereignisse“ angeführt, obwohl das WSF seit
       zweieinhalb Jahren vorbereitet werde. Eigentlich sollte die 17. Ausgabe vom
       4. bis 8. August unter dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“ in den
       Räumlichkeiten der Universität von Cotonou stattfinden.
       
       ## Buskolonne gestoppt
       
       Auch wenn das WSF nun doch stattfindet, können nicht alle Teilnehmenden
       dabei sein: Eine Buskolonne von westafrikanischen [2][Aktivistinnen und
       Aktivisten] sei wenige Kilometer vor Cotonou vom Militär gestoppt und
       zunächst in das Nachbarland Togo eskortiert worden, sagte Marí. Außerdem
       sei mehreren Personen am Flughafen die Einreise verweigert worden.
       
       Das WSF wurde 2001 in der brasilianischen Stadt Porto Alegre als
       Gegengipfel zum [3][Weltwirtschaftsforum im Schweizer Kurort Davos]
       gegründet. Es versteht sich als offene Bewegung und bekennt sich in einer
       Charta zu Toleranz, Gewaltfreiheit, Demokratie, Menschenrechten und
       Pluralismus. Regierungsvertreter sind explizit nicht Teil des Forums. Laut
       den Organisatoren hatten sich für Cotonou rund 10.000 Teilnehmende für die
       etwa 500 Veranstaltungen zu Themen wie Migration, Ernährungskrise und
       Klimawandel angemeldet.
       
       6 Aug 2026
       
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